Straubing Tigers nicht willig genug

Straubing: Trew bleibt ein TigerStraubing: Trew bleibt ein Tiger
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Die Straubing Tigers haben am Freitagabend den Krefeld Pinguinen den Weg zu einem 3:4 (1:0, 0:3, 2:1) und damit auch dem ersten Auswärtsdreier dieser Saison geebnet.

Nach der Partie waren sich beide Trainer in einer Sache einig. Der Sieg der von acht Schlachtenbummlern unterstützten Gäste war allemal verdient. Als ein Indiz dafür konnte man auch werten, dass Straubing stets eine numerische Überlegenheit benötigte, um zu treffen. Ein Drittel aller Powerplays konnte verwertet werden, was überdurchschnittlich gut ist. Das war neben einem engagierten Heimdebüt mit guten Ansätzen von Neuzugang Chad Bassen, der den ausgeschiedenen Neville Rautert mehr als nur ersetzen dürfte, aber schon die positivste Erkenntnis aus Sicht der Hausherren.

Das Spiel bei gleicher Mannstärke mit zwei von vier Treffern für Krefeld erwies sich als ein Zünglein an der Waage. Diese zwei Tore waren auch ein Schlüssel, fielen sie doch zum Ende des zweiten Drittels binnen 15 Sekunden und bescherten rechtzeitig zur Pause noch ein komfortables 3:1 für die Pinguine.

Erst in den letzten zwanzig Minuten stimmte bei den Tigern nach der Einschätzung von Trainer Erich Kühnhackl die Einstellung. Dieser nahm sogar eine Bankstrafe in Kauf, als er mit seiner Truppe zu spät zum Schlussabschnitt erschien, weil er noch ein paar wichtige Worte an die Mannschaft zu sagen hatte.

Dass es dann trotz des zwischenzeitlichen 3:3 am Ende nicht für eine Gutschrift auf dem eigenen Punktekonto reichte, hatte einen Grund und auch einen Namen. Cam Severson leistete sich in der 56. Minute ein ungestümes Foul, die Strafzeit nutzten die Krefelder bereits nach 14 Sekunden zum Siegtreffer. Alexander Selivanov setzte sich wunderbar im Rücken der Straubinger Verteidiger Sepp Lehner und Calvin Elfring in Szene und zockte auf dem Weg zum Matchwinner schließlich Mike Bales im Tor der Niederbayern eiskalt zu seinem zweiten Treffer des Spiels aus.

Ausgerechnet Cam Severson war am Ende so etwas wie der Sündenbock. Der Kanadier, in der letzten Saison noch vorbildlicher Kämpfer und nicht nur wegen seiner 14 Saisontreffer Publikumsliebling, findet in dieser Spielzeit bisher nicht zu seiner Rolle und Torgefahr (erst ein Tor). Er bangt um seinen Stammplatz, nachdem bei Straubing ein Ausländer überzählig ist und der Coach in den letzten Wochen öfters mit seinem taktischen Verhalten unzufrieden war. Auch gegen Krefeld konnte er nach überstandener Virusinfektion, die für ihn eine Woche Trainings- und Spielverbot als weiteren Rückschlag mit sich gebracht hatte, seine neue Chance nicht nutzen und muss nun damit rechnen, am Sonntag beim nächsten Heimspiel gegen Hannover wieder gegen Andrew McPherson ausgetauscht zu werden.

Doch diese Niederlage gegen einen unmittelbaren Mitbewerber um Platz zehn an einem Spieler festzumachen, wäre aus Straubinger Sicht zu einfach. „Wir haben heute keinen Respekt vor dem Gegner gezeigt, so etwas rächt sich“, monierte Trainer Erich Kühnhackl eine „Einstellungssache“. „Solche Spiele darf man nicht verlieren. Wir waren in den ersten vierzig Minuten nicht auf dem Eis und hätten nach dem ersten Drittel schon 1:3 zurückliegen können. Wenn man nur ein Drittel lang den Willen hat, dann schafft man es nicht, so ein Spiel zu gewinnen. Das war einfach zu wenig.“ Solche Spiele würde es immer wieder geben, aber es seien Ausnahmen.

Auch der zufriedene Gästetrainer Jiri Ehrenberger stellte fest, dass sich seine Mannschaft früh viel an Chancen herausgespielt habe: „Deshalb war das 0:1 nach dem Spielverlauf bitter. Wir haben aber an unseren Erfolg geglaubt. Unser zweiter und dritter Treffer waren sehr wichtig, das hat uns gut getan. Auch nach dem 3:3 haben wir wieder zurück ins Spiel gefunden.“

Zurück zu ihrem Spiel finden, das ist nun auch die vordringlichste Aufgabe für die Straubinger. Am Sonntagnachmittag stellt sich dazu mit dem Tabellenfünften, den Hannover Scorpions, im Gäuboden ein Gegner vor, der eine größere Hürde darstellt als die Krefeld Pinguine. Für zusätzliche Brisanz ist dabei gesorgt. Hans Zach wartet noch auf seinen ersten DEL-Sieg in Straubing, in der letzten Saison waren beide Gastspiele der Hannnoveraner verloren gegangen.

TORE:

1:0 (7:39) Jason Dunham (Bill Trew, Josef Lehner; 5:4)

1:1 (24:32) Herberts Vasiljevs (Alexander Selivanov, Dusan Milo; 5:4)

1:2 (39:14) Lynn Loyns (Boris Blank)

1:3 (39:29) Alexander Selivanov (Herberts Vasiljevs)

2:3 (50:59) Josef Lehner (Jason Dunham, Trevor Gallant; 5:4)

3:3 (53:24) Eric Chouinard (Gregory Schmidt; Andy Canzanello; 5:4)

3:4 (55:50) Alexander Selivanov (Dusan Milo, Daniel Kunce; 5:4)


Strafminuten: Straubing 26 plus 10 für Jocher und Severson - Krefeld 24 plus 10 für Ramsay

Schiedsrichter: Klau (Sümmern)

Zuschauer: 4.648

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Freitag 26.04.2019
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