Straubing Tigers nehmen Kampf um Perspektive auf

Straubing: Trew bleibt ein TigerStraubing: Trew bleibt ein Tiger
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Die GmbH der Straubing Tigers macht mobil, um die Weichen in Richtung Zukunft zu stellen. Die für eine längerfristige Perspektive in der DEL notwendige Schließung ihrer noch auf einer Seite offenen Spielstätte, das städtische Eisstadion am Pulverturm, erklärten die Verantwortlichen zum Thema des Sommers.

 

„Wir sind mit der Stadt in einer konstruktiven Diskussion. Es muss eine Lösung gefunden werden“, stellte Gesellschafter und Sponsor Erich Sennebogen eine klare Forderung an die Politik in der Gäubodenstadt. Der DEL-Club drängt dabei auf eine Entscheidung in den nächsten zwei oder drei Monaten, um vernünftige Planungen angehen zu können.

 

Nach Ansicht der Straubing Tigers ist es mit der 1,2 Millionen Euro teuren Schließung der vierten Seite im Stadion am Pulverturm allerdings nicht getan. Man strebt eine größere Lösung mit einem weiterreichenden Um- oder Neubau an. Geschäftsführer Jürgen Pfundtner, der kritisch anmerkte, dass in der Straubinger Politik nur „klein und regional“ gedacht werde, sagte: „Wenn es nur zu einer Schließung kommt, sehe ich harte Zeiten auf uns zukommen, weil wir uns wirtschaftlich nicht weiterentwickeln können. Bei einem solchen Alibi-Bau ist der Standort mittelfristig bedroht.“

 

Jürgen Pfundtner skizzierte bereits entsprechende Konsequenzen, sollte die als völlig offen eingeschätzte Entscheidung der Kommune, an der die Zukunft des Clubs hängt, nicht zu Gunsten der Tigers ausfallen. Dem letztjährigen DEL-Aufsteiger droht dann der Verlust der Erstligalizenz. „Ich habe die Befürchtung, dass es nicht gut gehen könnte. Die Gefahr ist, dass ich den Gesellschaftern eines Tages empfehlen muss, die Lizenz zu verkaufen. Vielleicht ist das nächste Jahr das letzte Jahr der Straubing Tigers in der DEL“, fand er drastische Worte.

 

Die Tigers-Spitze verdeutlichte auch, dass die komplette Stadionschließung von Seiten der GmbH nicht zu leisten und man nicht bereit sei, in die Investition zu gehen, sondern man eine Lösung über eine höhere Miete und Pacht anstrebe. Erich Sennebogen appellierte dabei an die Öffentlichkeit und die Politik: „Ob Straubing ein DEL-Standort bleibt, ist ein Thema für ganz Straubing.“

 

Die Eishockey-Verantwortlichen in der mit nur 43.000 Einwohnern kleinsten DEL-Stadt, die vor der letzten Spielzeit gerne als „gallisches Dorf“ bezeichnet worden war, haben mit ihrem Appell an die Politik den Kampf um eine längerfristige Perspektive aufgenommen und versuchen auch, die Öffentlichkeit aufzurütteln.

 

Die Straubing Tigers machen bewusst, dass sie sportlich und wirtschaftlich wachsen wollen und müssen, um sich in der DEL zu etablieren. Erich Sennebogen sagte: „Die erste Saison war ein harter Brocken, aber auch sehr aufregend. Entscheidend ist, dass wir neue und tragfähige Strukturen auf die Beine stellen.“ Die Gesellschafter, die sich mit jeweils bis zu 400.000 Euro jährlich einbringen, um den Etat von mehr als drei Millionen Euro zu stemmen und auch finanziell an jüngsten Investitionen in das Stadion beteiligt waren, stünden „nach wie vor hinter dem Projekt.“

 

Ein entscheidendes Argument, das der Eishockeyclub dabei auf seiner Seite hat, ist die deutschlandweite Außenwirkung der Tigers. „Es ist aber trotzdem ein schwieriges Unterfangen, der Straubinger Politik klar zu machen, dass die DEL-Lizenz für unsere Stadt ein großes Geschenk ist“, sagte Jürgen Pfundtner, der mit einer zielstrebigen Arbeit am Höhenflug des Straubinger Eishockeys  bis in die „Beletage“ den maßgeblichsten Anteil hat.

 

Deshalb zeigt er auch die möglichen Perspektiven, die er sieht, entsprechend eindrucksvoll auf: „Wenn die Infrastruktur stimmt, kann ich mir vorstellen, dass sich die Straubing Tigers zu einer Marke entwickeln, die für etwas steht. Für ehrliches und hartes Eishockey mit Herz.“


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