Straubing Tigers gewinnen irres SpielEisbären Berlin scheitern in Unterzahl

Alexander Oblinger bekam ein Extralob. (Foto: Sandra Wichmann)Alexander Oblinger bekam ein Extralob. (Foto: Sandra Wichmann)
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Straubing gegen Berlin waren in der Vergangenheit eigentlich immer ansprechende Spiele. Ohnehin sind die Spiele der Straubinger gegen die sogenannten Großen selten schlecht, dagegen lässt man gegen die vermeintlich Kleinen oft Federn. Ein Umstand, den Straubings Coach Tom Pokel, wie viele Fans auch, nicht nachvollziehen kann. So war es auch heute im ersten Abschnitt besonders. Vor allem wenn man Anhänger der Heimmannschaft ist, denn die Tigers waren im Eröffnungsdrittel die aktivere Mannschaft. Immer wieder mit der nahezu identischen Aktion kamen die Tigers über links in eine aussichtsreiche Position und konnten von den Berlinern nicht eingefangen werden. Petri Vehanen war das eine oder andere Mal doch arg gefordert. Das verdiente Führungstor fiel aber nach einem Angriff über die rechte Seite.

Kurzschluss im Dynamo

Noch besser wurde es im Mitteldrittel, als die Straubinger zunächst deutlich Oberwasser hatten und durch zwei Überzahltore auf 3:0 davonzogen. Berlin wirkte in dieser Phase fast schon ratlos. Doch dann kamen sie fast urplötzlich, zumindest ohne erkennbaren Auslöser, besser auf und verkürzten. Besonderen Spaß hatte Alex Oblinger, der nach dem Spiel auch ein Extralob vom Coach erhielt und sein zweites Tor machte. In Überzahl konnten die Eisbären durch einen Verzweiflungsschuss von Jens Baxmann nochmal verkürzen, doch insgesamt bauten die Niederbayern ihre Führung zur zweiten Pause aus. Straubings Coach Tom Pokel zeigte sich bis hier zufrieden: „Wir haben gut gespielt, besonders in den ersten 40 Minuten.“

Kingda Ka ist harmlos

Das Schlussdrittel war eine Fahrt, wie sie wilder nicht sein könnte, da kann nicht mal eine der wildesten Achterbahnen der Welt, die Kingda Ka, mithalten. Straubing zog sich zurück und überließ den Berlinern die Fläche. Aber das ist nicht das Spiel der Tigers, die auf einmal zu weit weg waren und zu spät den Gegner stellten oder wenigstens störten und so machten die Gäste in guten drei Minuten aus einem 2:4-Rückstand eine 5:4-Führung. Tom Pokel schmeckte das natürlich nicht: „Zu Beginn des dritten Drittels waren wir etwas platt. Plötzlich haben wir aus dem Nichts Rückstand und auf einmal müssen wir spielen.“ Er sagte weiter: „Wir sind keine Mannschaft, die sich auf einer Führung ausruhen kann, wir müssen immer weiter kämpfen und weiter spielen.“ Der Anhang schlug die Hände über dem Kopf zusammen, doch die Spieler zeigten Charakter und Willen – und ein heute sehr gut funktionierendes Überzahlspiel. Tom Pokel erinnert sich: „Wir sind im richtigen Moment aufgewacht und haben uns zurückgekämpft. Der Schlüssel zum Erfolg war eindeutig unser Powerplay. Vier Powerplaytore in einem Spiel waren der Matchwinner für uns.“ Sowohl der niederbayerische Ausgleich, als auch das Siegtor von Maury Edwards, was seine stärkste Szene der ganzen Saison war, fiel im Powerplay.

Nach dem Spiel

Uwe Krupp fasst die Partie aus seiner Sicht so zusammen: „Natürlich sind wir nicht zufrieden, wie wir heute gespielt haben. Die vielen Gegentore, die wir in den letzten Spielen kassieren, haben uns auch heute wieder die Chance gekostet, dass wir Punkte gewinnen. Wir haben vielleicht ein paar Sachen ganz gut gemacht, um uns wieder zurück ins Spiel zu kämpfen, aber insgesamt überwiegen natürlich bei uns die vielen Gegentore. Daran müssen wir arbeiten, das müssen wir abstellen. Wenn wir das machen, sind wir wieder auf dem richtigen Weg.“ Dasselbe Problem haben die Tigers und Tom Pokel: „Wir sind nicht unbedingt zufrieden über die Art und Weise der Gegentore, daran müssen wir auch arbeiten und uns verbessern.“ Doch Krupp gibt zu: „Straubing hat gekämpft bis zur letzten Minute und hat das Spiel heute verdient.“

Zahlen zum Spiel

Tore: 1:0 (10:28) Mike Connolly (Stefan Loibl, Alex Dotzler), 2:0 (22:33/PP) Jeremy Williams (Adam Mitchell), 3:0 (23:39/PP) Alex Oblinger (Austin Madaisky), 3:1 (33:15) James Sheppard (Sean Backman, Jens Baxmann), 4:1 (35:42) Alex Oblinger (Mike Zalewski), 4:2 (39:17/PP) Jens Baxmann (Thomas Oppenheimer), 4:3 (46:48) Louis-Marc Aubry (André Rankel, Marcel Noebels), 4:4 (49:06) Thomas Oppenheimer (Jamie MacQueen, Mark Olver), 4:5 (49:54) Jonas Müller (André Rankel, Marcel Noebels), 5:5 (54:20/PP) Adam Mitchell (Jeremy Williams), 6:5 (58:22/PP) Maury Edwards (Mike Connolly).

Schiedsrichter: Benjamin Hoppe, Daniel Stricker; Linienrichter: Andreas Hofer, Stephan Waldner.

Strafminuten: 6:14 (0:4, 2:4, 2:6).

Zuschauer: 3.984.


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