Straubing Tigers: Englbrecht gelingt der nächste StreichStraubing - Iserlohn 3:2 n.V.

Lesedauer: ca. 4 Minuten

Nach dem ersten Auswärtsdreier der Saison war der Anhang der Niederbayern voller Vorfreude auf die Partie gegen die Sauerländer. Doch den Straubingern fehlten neben den bekannten Verletzten Carsen Germyn, Laurent Meunier und Thomas Brandl kurzfristig auch Sacha Treille und Dylan Yeo. Laut Interimscoach Bernie Englbrecht sollten beide aber zum nächsten Spiel wieder zur Verfügung stehen. Die verbliebenen bekamen von Englbrecht aber das volle Lob: „Nachdem uns heute auch noch Yeo und Treille ausgefallen sind, haben wir nur noch drei Reihen gehabt, aber die haben großartig gekämpft und haben sich die zwei Punkte redlich verdient.“ Die Gäste hingegen kamen mit fast voller Kapelle an die Donau, denn ihnen fehlte nur Jeff Giuliano.

In den ersten zwanzig Minuten konnte man über weite Strecken mit dem Spiel auch zufrieden sein. Wenige Unterbrechungen und Chancen auf beiden Seiten mit Druckphasen von beiden Mannschaften ließen sich gut ansehen. Die dickste Chance hatten die Gäste durch Brooks Macek, der am Ende einer großartigen Kombination jedoch nicht einnetzen konnte. Beide Teams waren unter dem Strich zu inkonsequent im Abschluss. Für Tore reichte es trotzdem. Erst brachte Thomas Gödtel die Hausherren mit einem Gewaltschuss in Führung, doch direkt vom Bully weg sorgte Nick Petersen sieben Sekunden später schon für den Ausgleich. Da blieb den Tigers-Fans der Jubelschrei regelrecht im Halse stecken. Trotzdem war Jari Pasanen vor allem mit dem Eröffnungsdrittel unzufrieden: „Besonders im ersten Drittel haben wir ohne Körperspannung angefangen, wir haben die Scheibe nicht schnell genug gepasst. Straubing war von Anfang an läuferisch sehr gut unterwegs. Die Laufbereitschaft der Heimmannschaft war da, damit hatten wir die ersten zehn Minuten zu kämpfen.“

Das war es aber fürs erste mit Toren, denn im Mittelabschnitt wollte nichts Entscheidendes passieren. Auch die guten Chancen wurden weniger, sodass die Partie in Summe nachließ und vom verbissenen Kampf und dem Spielstand lebte.

In der fairen Partie legten im Schlussdrittel zunächst wieder die Hausherren vor. Sören Sturm nimmt in Überzahlspiel das volle Risiko und haute ohne Gnade auf die stehende Scheibe. Dazu gehört auch eine ordentliche Portion Mut, denn eine hochkant stehende Scheibe kann auch zehn Meter übers Tor segeln. Doch in Straubing scheint nun auch das Scheibenglück zurück zu sein. Die Scheibe sauste Richtung Tor und Kapitän Sandro Schönberger fälschte entscheidend ab. Die Roosters mussten einen Gang zulegen und taten das. Jari Pasanen meinte zur Schussphase: „Erst in den letzten fünf Minuten kam die Lauffreude, das war natürlich viel zu spät.“ Ihre unermüdlichen Bemühungen wurden spät belohnt. Doch Nick Petersen brauchte für sein zweites Tor den Videobeweis. „Es ging darum, ob der Puck über der Linie war, bevor der Spieler in mich krachte. Ich denke, er hat mich vorher getroffen. Ab Ende muss ich die Entscheidung hinnehmen und dann stand es 2:2. Das war schon frustrierend“, sagte Straubings Goalie Jason Bacashihua zu der Situation.

In der Overtime waren die Tigers cleverer und spielten das 4:4 geschickt aus, sodass am Ende Jared Gomes den vielumjubelten Siegtreffer setzen konnte. Nach dem Spiel löste der verletzte Dylan Yeo ein Versprechen von der Saisoneröffnungsfeier ein und gab auf dem Eis ein Lied zum Besten. Dabei machte er eine ebenso gute Figur wie die Niederbayern am erfolgreichsten Wochenende der Saison.

Der ehemalige Straubinger und neue Iserlohner Verteidiger Sean Sullivan meinte nach dem Spiel: „Hier ist es immer schwer zu spielen. Für mich war es zwar das erste Mal, aber als Gastmannschaft hier zu spielen, mag keiner. Straubing spielte heute gut, sie waren schnell und haben hart gearbeitet.“ Der Unterschied lag heute auch im Überzahlspiel. Straubings Überzahl war zwar keine Augenweide, machten aber ein Tor. Das Roosters-Powerplay sah gefälliger aus, ihnen gelang jedoch kein Treffer. Auch weil man wohl zu wenig den Abschluss suchte. „Ja, das haben wir heute vergessen. Wir sind da talentiert, aber wir haben es heute nicht ausgespielt. Wir müssen auch da einfacher werden und mehr schießen“, meint Sullivan. Das einfache Eishockey ist oft der Schlüssel zum Sieg und diesen hielten heute die Niederbayern in der Hand. Auch wenn Englbrecht nicht viel veränderte, ist das Auffälligste wohl, dass man nicht versucht zu zaubern und das Spiel einfach hält. Dazu sagt Bacashihua: „Ich denke, es ist wichtig, nicht allzu viel zu ändern. Wir spielen das ganze Jahr Robs System, dass kennen die Spieler jetzt. Ich denke nicht, dass es die Zeit ist, um viel zu ändern. Wenn dann ein neuer Coach kommt, kann es sein, dass der dann was ändert, aber im Moment macht Bernie einen tollen Job und sagt immer, dass wir einfach spielen sollen.“

Tore: 1:0 (12.)Thomas Gödtel (Nicolas Deschamps, Karl Stewart), 1:1 (12.)Nicholas Petersen (Ryan Button, Brent Raedeke), 2:1 (44.PP)Sandro Schönberger (Sören Sturm, Tobias Wörle), 2:2 (58.)Nicholas Petersen (Jonas Liwing, Brent Raedeke), 3:2 (63.)Jared Gomes (Nicolas Deschamps, Florian Ondruschka)

Schiedsrichter: Daniel Piechaczek, Ramin Yazid; Linienrichter: Andreas Flad, Thorsten Lajoie
Strafen: Straubing 8 + 10 Dotzler; Iserlohn 10
Zuschauer: 4.199


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