Straubing startet in vorsichtiger Erwartung...

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Ein „klein wenig ein nervöses Gefühl“ sei zu spüren, gibt Bob Manno zu. Der Coach der Straubing Tigers wünscht sich aus dem bevorstehenden ersten Wochenende der neuen DEL-Saison, an dem die Grizzly Adams Wolfsburg und die Krefeld Pinguine als Gegner warten, sechs Punkte, kann aber nur auf acht Ausländer zurückgreifen.

Nach der Verletzung von Dustin Whitecotton (Schulter) sorgte vor allem die Nicht-Lizenzierung des US-Amerikaners Tony Voce in diesen Tagen für reichlich Diskussionsstoff. Bob Manno erklärt: „Ich habe kein Problem mit ihm, er hat hart gearbeitet. Aber er passt nicht dorthin, wofür wir ihn geholt haben, nämlich in die erste Reihe.“

Während sich die Tigers nach möglichen Alternativen umschauen, kündigte der Stürmer, der sich am Freitag just gegen seinen alten, ihm „mangelnde Berufsauffassung“ vorwerfenden Arbeitgeber Wolfsburg beweisen wollte, selbst an, noch einmal das Gespräch mit den Verantwortlichen suchen zu wollen.

Eine Lösung nicht in Sicht, will Bob Manno seinen Kader mit dem jungen Tölzer Stürmer Sandro Schönberger aufstocken und nicht lamentieren: „Natürlich hätte ich gerne zwei Spieler mehr und zehn Ausländer, wir müssen aber jetzt das Beste aus der Situation machen, auch wenn sie nicht ideal ist.“

„Sechs Punkte“, antwortet Bob Manno auf die Frage, mit wie vielen Zählern er aus dem Auftakt-Wochenende zufrieden wäre. Aber er schmunzelt dabei und er schmunzelt auch, wenn er sagt: „Ich hätte gerne am Ende der Saison 150 Punkte, aber das ist nicht realistisch.“ Etwas realistischer erklärt der frühere NHL-Spieler: „Wir versuchen, jedes Spiel zu gewinnen und wir wollen an jedem Wochenende Punkte holen, so dass wir am Ende an guter Position liegen.“

Der neue Realitätssinn im Gäuboden, geprägt von vorsichtiger Erwartung, bringt auch mit sich, dass man nicht mehr von Platz zehn oder den Pre-Play-Offs spricht, nachdem man sich in der Vorsaison viel zu sehr damit beschäftigt hatte und letztlich weit davon entfernt war.

Entsprechend gibt der Franko-Kanadier Eric Meloche, der zum ersten Mal in seiner Karriere die Kapitänsrolle übernimmt, den „maximal möglichen Erfolg“ als Maxime aus.

Mit dem „C“ auf der Brust möchte er noch mehr in eine Führungsposition rutschen. „Ich will rausgehen, spielen, hart arbeiten, die Jungs in der Kabine und auf der Bank motivieren.“ Er habe jetzt ein bisschen mehr Verantwortung. Dass er überhaupt als Kapitän auserkoren worden war, hat Eric Meloche schon ein wenig überrascht: „Aber Bob hat mir das Selbstvertrauen gegeben, dass ich dieses Amt ausfüllen kann.“

Nach dem Wegfall von Tony Voce wird er am Freitag gegen Wolfsburg gemeinsam mit Sturmpartner Eric Chouinard und dem Ex-Krefelder Brian Maloney in der ersten Reihe auflaufen. Dort will er mit Toren für die nötigen Punkte garantieren. Den zweiten Sturm bilden Chad Bassen, Bill Trew und Jason Dunham, während Darin Olver, Dusan Frosch und Thomas Wilhelm im dritten auflaufen sollen. In der Defensive stehen mit Andy Canzanello und Wade Skolney, Josef Lehner und Calvin Elfring sowie Jon Klemm und Stephan Wilhelm drei Pärchen fest.

Eric Meloche attestiert seinem Team, dass es schneller und laufstärker als in der Vorsaison sei. Auch wenn die Testspiele noch kein abschließendes Urteil zulassen, so hinterließen vor allem die Special Teams in Über- und Unterzahl bislang einen prächtigen Eindruck. „Die Special Teams werden die ganze Saison über im Vergleich mit den Gegnern einen Unterschied machen“, glaubt Bob Manno, der für den Heimspielauftakt gegen Wolfsburg eine Fifty-Fifty-Chance sieht und meint: „Wolfsburg ist wahrscheinlich stärker als im letzten Jahr.“ Man wolle aber vor allem jeden Gegner respektieren und für jeden Gegner bereit sein.

Dieser spekuliert in Person der Wolfsburger Grizzly Adams und deren Coach Toni Krinner darauf, dass man im Straubinger Übergangsquartier Regensburg leichteres Spiel hat als das im derzeit nach einer Brandstiftung nicht parat stehenden Eisstadion am Pulverturm der Fall wäre. Ganz verlassen sollte man sich darauf bei den VW-Städtern jedoch nicht, denn bereits am Donnerstagmittag waren sieben Fanbusse ausgebucht, so dass die Straubing Tigers in der Oberpfalz sicherlich Rückendeckung von ihren treusten und lautstärksten Anhängern erfahren werden.


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