Straubing siegt nach großem KampfStraubing – Mannheim 2:0

Lesedauer: ca. 3 Minuten

Am Vormittag absolvierten die Adler ihr Abschlusstraining im Stadion am Pulverturm und hinterließen dabei einen sehr entspannten und lockeren Eindruck. Mit dabei auch der Kapitän der Buffalo Sabers, Jason Pominville. Am Abend spielte er in der nominell dritten Reihe rechts außen. Zu seiner Linken sah man Frank Mauer und in die Mitte setzte Mannheims Coach Harold Kreis mit Yanick Lehoux den Topscorer der Liga. Doch trotz dieser geballten Offensivkraft gelang den Gästen kein Tor. Ein sichtlich enttäuschter Denis Reul sagte nach dem Spiel: „Wir haben vorne nichts rein bekommen und Straubings Torwart war sehr gut. Es war ein gutes, enges Spiel, das hart umkämpft war.“ Eine treffende Umschreibung der 60 Minuten. Über seinen neuen Mitspieler meint Reul: „Er ist ein sehr guter Spieler und scheint, ein netter Typ zu sein. Ich glaube, der passt ganz gut dazu.“ Dennis Seidenberg lässt sich etwas mehr aus: „Er ist ein Super-Spieler, technisch sehr begabt, sieht das Eis sehr gut und ist brandgefährlich. Heute hat man ihn wahrscheinlich noch nicht in Topform gesehen, aber er war schon sehr gut, da kann man einiges erwarten.“ Pominville ließ seine Klasse zwischendurch immer wieder aufblitzen, zeigte einige Pässe, die ihresgleichen suchen und nutzte praktisch jede sich bietende Gelegenheit zum Abschluss.

Abgesehen von Pominville sah man zwei Teams, die mit viel Leidenschaft zur Sache gingen. Harold Kreis fasst das Spiel so zusammen: „Heute haben wir wieder gesehen, dass Eishockey ein Spiel von Zentimetern ist. Es ist kein Spiel, wo man 30 oder 50 Meter lange Pässe schlägt, sondern man gewinnt das Spiel an der Bande. Es sind die Kleinigkeiten, die man oft nicht an der Anzeigetafel sieht. Aber wenn Du keine Tore schießt, ist es schwierig zu gewinnen.“ Dennis Seidenberg zeigte sich über die Leistung nicht unzufrieden: „Ich denke, dass wir ganz gut gespielt haben und viel Druck auf das Straubinger Tor gemacht haben.“ Mit einem leichten Augenzwinkern meint der Routinier: „Nur das nötige Glück, oder einen Rebound zu bekommen, fehlte uns, um ein Tor zu schießen. Die haben ihre Chancen eiskalt genutzt. Aber es war ein enges Spiel.“

Einer von denen, die ihre Chance eiskalt genutzt haben, war Straubings Verteidiger Grant Lewis. „Es war eine Überzahlsituation, dann wurde die Scheibe nach hinten gespielt und mein Schuss hat den Weg ins Netz gefunden“, erzählt er, als ob es eine sehr einfache Übung wäre und lobt dann seine Mannschaft: „Als Team haben wir in der Defensive sehr stark gespielt. So spielen große Mannschaften, an erste Stelle steht die Defensive. Außerdem spielte ,Cash‘ sehr gut.“ Natürlich war der angesprochene Jason Bacashihua ebenso glücklich und gab das Lob zurück: „Die Jungs vor mir haben großartig gespielt. Gegen ein so offensivstarkes Team haben wir deren Torchancen gut im Griff gehabt. Unsere Stürmer sind immer mit nach hinten gekommen und haben die Mannheimer aus dem Spiel genommen, das war eine tolle Mannschaftsleistung.“

Bacashihua feierte seinen zweiten Saison-Shutout und schenkte seinen Spielschläger einem Fan, indem er das gute Stück auf seiner Ehrenrunde in die Menge warf. „Das ist mein Dankeschön an die Fans. Die Unterstützung ist in jedem Spiel einfach riesig, egal ob wir gewinnen oder verlieren. Sie sind ein Teil des Teams.“

Zum Schluss geriet das großzügig leitende Schiedsrichtergespann Stephan Bauer und Marcus Brill in die Schusslinie der Gäste. Ja, man hätte auch in diesem Spiel gegen beide Teams wieder einige Strafen mehr verteilen können, vielleicht müssen. Doch das Duo ließ die Begegnung auf beiden Seiten, mit Ausnahme der letzten Minuten, laufen. Dennis Seidenberg meint: „Es war viel Halten im Spiel und viel Schauspielerei. Es war einfach schwer zu spielen und es macht das Leben schwer für die Schiedsrichter, Strafzeiten zu pfeifen. Es war am Ende einfach echt schwer gegen beide (!) Teams zu spielen.“ Sein Coach sagte zu diesem Thema: „Wir haben uns auch sehr schwer getan mit dieser Weggucktaktik. Aber so ist das, wir sind das hier gewohnt.“ Auf die Nachfrage, ob er mit „Weggucktaktik“ die Schiedsrichterleistung meinte, antwortete er: „Nein, ich war die ersten zwanzig Minuten total zufrieden.“ Doch dieser Satz war bis obenhin mit Ironie gefüllt. Ziemlich angefressen ergänzte er: „Straubing benutzt jedes erlaubte Mittel, um ein Spiel zu gewinnen – fertig.“ Wer Harold Kreis kennt weiß, dass er nach nochmaligem Ansehen des Spiel erkennen wird, dass auch einige seiner Spieler die schweigende Pfeife der Schiedsrichter auf ihrer Seite hatten.

Tore:

1:0 27:09 Grant Lewis (Daniel Sparre, Tyler Beechey) PP1
2:0 59:59 Laurent Meunier (Sandro Schönberger) EN

Strafen: Straubing 14; Mannheim 18
SR: Stephan Bauer, Marcus Brill; LR: Christian Höck, Pascal Kretschmer
Zuschauer: 5.082

Jetzt die Hockeyweb-App laden!