Straubing siegt mit Mühe im KellerduellStraubing – Schwenningen 2:1

Schwenningens Verteidiger Ty Wishart und Goalie Dimitri Pätzold können nur noch zuschauen, als Carsen Germyn den Ausgleich für Straubing erzielt. (Foto: Heribert Böckl)Schwenningens Verteidiger Ty Wishart und Goalie Dimitri Pätzold können nur noch zuschauen, als Carsen Germyn den Ausgleich für Straubing erzielt. (Foto: Heribert Böckl)
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Schwenningens Coach Stefan Mair analysiert das erste Drittel: „Wir haben im ersten Drittel gut begonnen, aber dann wurden wir leider ein bisschen übermütig. Wir hatten viele unnötige Scheibenverluste und Turnovers an der blauen Linie, wo es ein paar Mal sehr brenzlig wurde. Straubing hatte auch einen guten Alleingang, den Dimitri gut gehalten hat.“ Dieser gute Alleingang wurde von Karl Stewart geführt, der von René Röhkte auf die Reise geschickt wurde. Insgesamt waren die ersten zwanzig Minuten aber wenig berauschend. Straubings Alex Dotzler findet einen Grund für das wenig ansehnliche Drittel: „Na ja, die stehen halt mit fünf Leuten hinten, da ist es dann etwas schwieriger, dass man direkt zum Tor kommt. Wir haben uns viele Chancen erarbeitet und hatten viele Schüsse, aber es wollte am Anfang einfach nix rein.“

Stefan Mair zum Mittelabschnitt: „Im zweiten Drittel sind wir dann in Führung gegangen. Knackpunkt waren die fünf Minuten Überzahl, wo wir zwar drei Alleingänge hatten, aber viel zu umständlich gespielt haben. Wir haben zu viele 1:1-Situationen gesucht, anstatt die Scheibe laufen zu lassen.“ Beim Tor von Nick Johnson sah Gegenspieler Alex Dotzler nicht sehr glücklich aus, fragt man bei Dotzler direkt nach, erklärt sich aber der unglückliche Eindruck: „Er schießt, ich habe meinen Schläger dran und von da wird’s für Cash unhaltbar abgefälscht. Das war ziemlich unglücklich, die Scheibe könnte auch irgendwo anders hinspringen.“ Negativer Höhepunkt war ein Check von Peter Flache an David Sulkovsky, für den er mit einer Fünf-plus-Spieldauerstrafe vom Eis geschickt wurde. Nicht nur auf der Pressebank fiel die Bewertung gewohnt unterschiedlich aus. Von acht Spielen Sperre aufwärts bis Freispruch ist offenbar alles drin. Dotzler meint dazu: „Ich habe den Check leider nicht gesehen, aber ich hoffe, dass er fair war und Peter keine Strafe bekommt.“ Fast schon ironisch ist hingegen, dass Straubing in der folgenden langen Unterzahl die beste Phase bis hierher hatte. Nicht nur Alex Dotzler sieht darin einen Wendepunkt: „Wir haben die fünf Minuten Unterzahl gut runter gespielt und wenige Chancen zugelassen. Das war ein guter Punkt, durch den wir dann wieder besser ins Spiel gefunden haben.“ Auch Wild Wing Stephan Wilhelm sieht in diesen Minuten eine entscheidende Phase: „In Überzahl hätten wir das Spiel heute entscheiden könne, aber wir haben in Überzahl nicht gut gespielt. Im Powerplay hätten wir ein Tor schießen müssen.“ Auch Tyler Beechey hat die Schwäche erkannt: „Wir haben gekämpft, aber es hat nicht so geklappt, wie wir wollten. Wir hatten ein paar Schüsse, aber konnten keinen freispielen. Das müssen wir besser machen.“

 „Im dritten Drittel wussten wir, dass Straubing Druck machen wird. Haben sie auch gemacht, da war der Ausgleich dann verdient. Aber es ist dann natürlich bitter, wenn man drei Minuten vor dem Ende das entscheidende Tor bekommt und mit leeren Händen nach Hause fährt“, so Stefan Mair. Straubing nun tatsächlich eine kleine Klasse besser, Schwenningen hingegen wirkte müde und konnte das Tempo nur noch schwer mitgehen. Erst konnte Carsen Germyn ausgleichen und wenige Minuten vor dem Spielende machte es Blaine Down mit einem Schuss aus der Drehung.

Alex Dotzler ist glücklich über den Sieg: „Wir haben nicht aufgegeben und haben weiter gekämpft und haben dann zum Glück noch die Tore gemacht.“ Enttäuschung gibt es in Schwenningen. So meint Tyler Beechey: „Es frustriert mich. Wir brauchen Punkte und dazu braucht man Tore. Cash machte ein gutes Spiel, wir hatten genug Chancen, aber haben nur ein Tor gemacht.“ Auch Stephan Wilhelm erlebte schon schönere Abende: „Kurz vor Schluss verlieren ist immer scheiße. Wir haben einfach unkonzentriert gespielt und haben viele Chancen zugelassen und dann ist das 2:1 kurz vor Schluss passiert.“

Straubings Coach Dan Ratushny machte nicht nur das Ergebnis glücklich: „Wir sind sehr glücklich mit dem Sieg. Für mich gab es heute drei positive Dinge. Zuerst unsere Unterzahl. Nach vielen Unterzahltoren in den letzten Spielen war unsere Unterzahl heute besser, speziell in der Fünf-Minuten-Strafe. Jason Bacashihua hatte viele starke Paraden und eine tolle Parade eineinhalb Minuten vor dem Ende. Und es war ein Comeback-Sieg. Die Jungs haben Charakter gezeigt.“

Tore:
0:1 22:29 Nick Johnson (David Sulkovsky, Sascha Goc)
1:1 43:44 Carsen Germyn (Kris Beech, Alex Dotzler)
2:1 56:31 Blaine Down (Carsen Germyn)

Strafen: Straubing 7 + Spieldauer Flache; Schwenningen 6
Schiedsrichter: Marian Rohatsch, Florian Zehetleitner; Linienrichter: Martin Holzer, Stefan Velkoski
Zuschauer: 4.415

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