Straubing siegt mit einem weinenden AugeStraubing – Ingolstadt 4:3 n.V.

Ein Derby mit Pfeffer. Straubing gewann in der Overtime gegen Ingolstadt. (Foto: Heribert Böckl)Ein Derby mit Pfeffer. Straubing gewann in der Overtime gegen Ingolstadt. (Foto: Heribert Böckl)
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Coach Dan Ratushny sah viel Positives: „Großes Lob an unsere Spieler zu diesem Fünf-Punkte-Wochenende. Viele Spieler sind angeschlagen oder krank, sie haben heute viel Charakter und Herz gezeigt.“ Trotzdem zeigen sich einige mit einem weinenden Auge. So auch Siegtorschütze Dustin Whitecotton: „Wir sind schon zufrieden, aber natürlich ist es etwas bitter, dass wir einen Punkt quasi verschenkt haben.“

Ohne Anlauf ging es vom ersten Bully mit Vollgas Richtung Gästetor los. Aber es war auch ordentlich Derby-Pfeffer im ersten Drittel. „Man hat gemerkt, es war heute von beiden Seiten ein sehr aggressives Derby. Es gab viele Checks und viele kleine Nebenorte, wo es Rangeleien und Schubsereien gab“, meint Straubings Verteidiger René Kramer nach dem Spiel. Kapitän Sandro Schönberger zeigt sich zufrieden: „Es war vom ersten Wechsel an ein sehr umkämpftes Spiel auf sehr gutem Niveau. Ich denke, wir haben uns den Zusatzpunkt verdient und sind froh, dass es endlich mal, wenn auch nicht zu sechs, zu fünf Punkten an einem Wochenende gereicht hat.“ Die 2:0-Drittelführung der Hausherren war durchaus verdient. Die größte Chance für Ingolstadt hatte Chris Sparre, als er ein Unterzahlbreak fuhr, jedoch an einer Glanzparade von Jason Bacashihua scheiterte. Panther-Coach Rick Nasheim meinte zu dessen Gesamtleistung: „Der Torwart von Straubing hat, ich glaube, viermal einen Alleingang gehalten, das ist Pech für uns.“ Straubing Übungsleiter Dan Ratushny meinte zum Spiel: „Das erste Drittel war stark. Unsere Spieler waren intelligent und diszipliniert, aber wir haben zu viele Fehler in der Defensive gemacht. Das zweite Drittel war komplett, in der Offensive und Defensive. Wir hatten auch zwei oder drei Pfostentreffer.“

Denn auch der zweite Abschnitt stand im Zeichen der Niederbayern. Oft glaubte man, ein Oberbayer sitzt auf der Strafbank, doch beim Durchzählen stellte man fest, es waren genauso viele Ober- wie Niederbayern auf dem Eis. Eine Strafe gegen Grant Lewis konnten die Gäste nutzen, um durch John Laliberte zu verkürzen, doch nur 52 Sekunden später stellte Tyler Beechey nach Verwertung eines Rebounds wieder den alten Spielstand her. Die dicke Chancen, wieder heranzukommen, ließen die Gäste verstreichen, als man über eine Minute ein 5:3-Powerplay nicht nutzen konnte.

Im Schlussdrittel gingen den Tigers zusehendes die Kräfte aus und Ingolstadt nahm das Heft in die Hand. Dustin Whitecotton: „Viele Jungs sind angeschlagen, aber die haben sich durchgekämpft und gute Leistung gebracht. Es stimmt schon, dass unsere Kräfte auch nach der langen Fahrt nach Iserlohn vielleicht etwas am Ende waren.“ Erst konnte Derek Hahn verkürzen und als es weniger als zwei Minuten vor der Schlusssirene eine Strafe gegen die Tigers wegen zu vieler Spieler auf dem Eis gab, nahm sich Jakub Ficenec ein Herz und feuerte die Scheibe Richtung Tor. Sean O´Conner fälschte ab und das Spiel musste in die Overtime. Doch die Strafe sorgte nicht nur beim Anhang der Straubinger für Diskussionsstoff. Coach Ratushny glaubte vom Glück verlassen: „In den letzten zwanzig Minuten waren wir auch stark, hatten aber kein Glück mit dieser späten Strafe und diesem späten Gegentor.“ Kapitän Schönberger nahm nach dem Pfiff Kontakt mit den Schiedsrichtern auf: „Ich habe ihm gesagt, dass nur weil die Ingolstädter Bank schreit, es noch keine sechs Mann sind. Aber die Entscheidung war natürlich schon gefallen.“ Zur Szene selbst sagte er: „Die Scheibe kommt an die Bande vor der Bank und irgendwer berührt sie mit dem Schlittschuh. Von einem absichtlichen Berühren der Scheibe kann, glaube ich, aber keine Rede sein. Von daher hat der Pfiff schon wehgetan.“

Nach 79 Sekunden in der Verlängerung netzte Dustin Whitecotton zum Endstand ein. Nach dem späten Ausgleich hätte man das Momentum wohl eher bei den Gästen vermutet, doch die Niederbayern nutzten die Verschnaufpause. Sandro Schönberger: „Im ersten Moment ist es dann natürlich schon hart, so kurz vor Schluss den Ausgleich zu kassieren. Aber in der kleinen Pause vor der Overtime, haben wir uns alle gesagt, dass dieser Zusatzpunkt unserer ist und wir den zu Hause nicht hergeben. Mit der Einstellung sind wir dann reingegangen und der Whitey hat ihn dann rein gehauen.“ Dustin Whitecotton erinnert sich an den entscheidenden Moment so: „Der Ingolstädter Verteidiger hat ein wenig spekuliert und eigentlich haben Sandro und ich ein zwei gegen eins von unserer eigenen blauen Line. Wir sind dann einfach weiter gelaufen und Sandro hat ihn schön vorbereitet und ich musste ihn einfach nur aufs Tor bringen.“

Auch nach der knappen Niederlage hatte Gästecoach Rick Nasheim lobende Worte für sein Team: „Ich würde sagen, dass unsere Mannschaft heute sehr viel Moral gezeigt hat. Wir waren 0:2 und 1:3 hinten. Die Mannschaft hat gekämpft und das 3:3 geschossen. Ich bin stolz auf die Leistung der Mannschaft.“

Tore:
1:0 08:23 Michael Endraß (Sandro Schönberger, Dustin Whitecotton)
2:0 13:02 René Röthke (Laurent Meunier, René Kramer) PP1
2:1 25:06 John Laliberte (Derek Hahn, Sean O`Connor) PP1
3:1 25:58 Tyler Beechey (Carsen Germyn, Matt Hussey)
3:2 50:44 Derek Hahn (Derek Dinger, Markus Janka)
3:3 58:24 Sean O`Connor PP1
4:3 61:19 Dustin Whitecotton (Sandro Schönberger, Grant Lewis)

Strafen: Straubing 14; Ingolstadt 16
SR: Eric Daniels, Richard Schütz; LR: Dominic Erdle, Andreas Flad
Zuschauer 5.472


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