Straubing siegt in OvertimeDimitri Pätzold unbezwingbar

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In Straubing zeigten sowohl die Tigers als auch die Roosters ein munteres Auftaktdrittel. Beide Team hatten ihre Chancen, wenn auch nicht die ganz spektakulären. Mitunter ging es rauf und runter. Beide überbrückten immer wieder schnell die Mittelzone und zeigen flottes Umschaltspiel. Einzig die Tore fehlten in der Partie, in der die Stimmung auf den Rängen ausgezeichnet war. Dazu trug natürlich der Iserlohner Sonderzug ein gutes Stück bei. Iserlohns Blaine Down sagt zur Ausgangslage: „Beide Teams habe um ihre Position gekämpft. Wir hatten vor dem Spiel dieselbe Punktezahl. Es war ein Sechs-Punkte-Spiel.“ Für den Stürmer war es die erste Rückkehr an den Pulverturm. Dazu meinte er: „Es war gut. Ich war zu 75 Prozent aufgeregt und zu 25 Prozent nervös. Ich wusste nicht, wie die Fans auf mich reagieren würden. Aber das war schnell vorbei, es war okay und dann war ich voll motiviert.“

Das mit den Toren wollte heute nicht so recht klappen, denn auch im Mittelabschnitt gelang es keinem Team, auf die Anzeigetafel zu kommen. Außerdem war es auch vorbei mit dem schnellen Eishockey. Iserlohns Boris Blank sieht das etwas anders: „Ich habe das nicht gemerkt. Überzahl, Unterzahl, da geht das Tempo ab.“ Goalie Dimitri Pätzold gesteht: „Wir haben eine sehr anstrengende Woche gehabt. Die Fahrten und einfach unregelmäßiger Schlaf.“ Straubings Coach Larry Mitchell hat das natürlich auch gesehen, er fand sein Team aber schon im ersten Drittel müde: „Wir haben meiner Meinung nach teilweise müde gewirkt. Es war das elfte Spiel in den letzten 24 Tagen, das habe ich gemerkt.“ Für eine Reihe gab es heute aber Extralob: „Wir haben immer frischen Wind mit unserer vierten Reihe bekommen. Zalewski, Hartl und Oblinger haben einen sehr guten Job gemacht und die anderen Reihen entlastet, weil sie sehr viel Zeit in der offensiven Zone gehabt haben.“ Dass nichts passierte, lag aber auch daran, dass sowohl die Tigers als auch die Roosters ihre Defensivarbeit besser machten. Man neutralisierte sich. Trotzdem hatten beide Teams eine Handvoll Chancen, aber letztlich war nichts davon gut genug, um Dimitri Pätzold oder Chet Pickard zu überwinden. Nicht nur Straubings Kapitän Sandro Schönberger wusste: „Spätestens nach dem zweiten Drittel war jedem klar, wer das erste Tor schießt, der gewinnt heute.“

Im Schlussdrittel zog das Tempo wieder an und beide Mannschaften suchten die Entscheidung. Aber die Tore waren wie vernagelt. Doch so sehr die Teams es auch wollten, spätestens beim Mann zwischen den Pfosten war Schluss. Das Spiel musste also in die Overtime. Zu dem neuen Drei-gegen-Drei-Format meint Boris Blank mit einem Zwinkern: „Für mich als alten Spieler vielleicht nicht so gut, weil es vielleicht ein bisschen zu schnell ist, aber eigentlich interessant mit vielen Chancen. So wird das Spiel meistens entschieden, das ist schön für die Zuschauer.“ Und diese bekamen nach 90 Sekunden auch etwas zu sehen – und was. Louie Caporusso fährt Troy Milam an der Straubinger blauen Linie über den Haufen und plötzlich hat Mike Connolly jede Menge freies Eis vor sich. Dieser behielt die Nerven und entschied das Spiel. Chad Bassen kommentiert es so: „Das war ein Mega-Unfall. Das wollten die so natürlich nicht, aber es ist nun mal passiert. Vergessen und auf ins nächste Spiel.“ Mike Connolly erinnert sich: „Ich war überrascht. Ich konnte gar nicht glauben, was die da machen, bin dann nur noch gelaufen und habe gehofft, das Louie Caporusso mich nicht erwischt und dann hatte ich auch etwas Glück, dass er rein ist. Aber das fühlte sich schon großartig an.“ Sandro Schönberger meint zum Ausgang: „Das ist das Drei-gegen-Drei, da weiß man nie, was passiert. Von daher war das glücklich für uns, aber vielleicht habe wir uns das auch verdient.“

Nach dem Spiel sagte Iserlohns Coach Jari Pasanen: „Ich glaube, es war ein interessantes Spiel, insbesondere für die Trainer. Die Fans, die heute hüben und drüben sehr gut waren, wollten sicher ein paar Tore sehen, aber so war das Spiel. Beide Mannschaften haben defensiv sehr gut gespielt und beide Torhüter mit einer hervorragenden Leistung. Die Rebounds wurden von den Mannschaften weggefegt, beide mit guter Schlägerkontrolle vor dem Tor, deswegen ist die Scheibe nicht reingerutscht, weil beide Mannschaften so gut vor dem Tor agiert haben. Es war ein spannendes Spiel. Ich bin zufrieden, wie meine Mannschaft gespielt hat. Eine unglückliche, kuriose Aktion in der Overtime und so ist das Spiel vorbei. Wir hatten ein sehr schlechtes Spiel gegen Wolfsburg, aber eine deutliche Verbesserung heute, eine gute Leistung hat aber leider nicht gereicht.“ Sein Gegenüber, Straubings Larry Mitchell, ist voll des Lobes über sein Team, hat aber auch einen kleinen Seitenhieb in Richtung Lokalpresse, die Mitchell zum Teil scharf kritisiert hat: „Ich bin unheimlich stolz auf diese Mannschaft. Nicht nur über die letzte Woche. Seit der Pause in elf Spielen in 24 Tagen achtmal gepunktet. Das ist, glaube ich, spurlos an vielen hier vorbeigegangen. Jemand hat eine Tabelle vom November gepostet. Straubing war an sechster Stelle. Sechster nach Punkten im November die Straubing Tigers mit dem 13. Etat der Liga. Das verdient meinen höchsten Respekt. Die Jungs haben einen Super-Job gemacht.“

Iserlohns Boris Blank kommentiert das Spiel so: „Jeder weiß, dass es in Straubing sehr schwer zu spielen ist, es ist etwas frischer als sonst. Ich glaube, beide Mannschaften haben gut gekämpft, beide Mannschaften waren ausgeglichen und ein Schuss hat entschieden. Man hat gesehen, jeder Schuss war wichtig, aber leider haben wie verloren. Beide Mannschaften haben in der Defensive einen guten Job gemacht, in der Offensive wahrscheinlich nicht so gut. Straubing hat den Fehler ausgenutzt.“ Auch Chad Bassen hätte lieber gewonnen: „Es war hart heute zu verlieren. Es war ein gutes Spiel, leider ohne Tore. In Overtime zu verlieren, ist aber immer hart.“ Trotzdem findet er: „Auch wenn es keine Tore gab, es gab Chancen und war schon sehr aufregend.“ Blaine Down versucht sich mit dem Punkt anzufreunden: „Ich bin enttäuscht. Du willst auswärts natürlich auch punkten, heute haben wir einen mitgenommen, aber es hätten mehr sein können.“

In Straubing tut man sich natürlich leichter im Umgang mit dem Ergebnis. So meint Siegtorschütze Mike Connolly: „Das war ein enges Spiel, das wir gut gespielt haben. Unser Fokus lag auf einer guten Defensive. Das ist uns jetzt die letzten drei Spiele gelungen. Dimitri Pätzold machte unglaubliche Partien und war immer zu Stelle. Zusammen haben wir Wege gefunden, Punkte zu sammeln.“ Auch Sandro Schönberger lobt seinen Goalie: „Dimi hat uns in Berlin im Spiel gehalten, hat in Krefeld super gehalten und hat heute auch wieder Super-Saves gemacht. Ich kann ihm nur gratulieren.“ Pätzold selbst strahlt: „Es ist immer schön. Das gibt persönlich Selbstvertrauen. Das war eine Super-Woche für uns.“ Doch auch wenn man davon ausgehen kann, dass er auch ins nächste Spiel als Starter geht, abheben wird er so schnell nicht: „Man versucht, als Torwart jetzt nicht mit den Emotionen zu hoch zu schwanken, weil man kommt in dieser Sportart sehr schnell wieder auf dem Boden an.“ Kapitän Sandor Schönberger verrät mehr: „Das war sehr, sehr wichtig. Nach den zwei Auswärtssiegen haben wir gewusst, das bedeutet nichts, wenn wir das Spiel heute herschenken. Man hat uns schon angemerkt, dass wir müde waren. Wir haben über 2000 Kilometer im Bus gesessen.“ Er wusste um die Stimmung im Fanlager und betont: „Man hat gesehen, das Team lebt. Jetzt hoffen wir natürlich, dass wir dran bleiben.“ Doch was haben die Tigers geändert? „Nicht viel. Wir haben gewusst, wir haben nur uns. Wir können einfach nur Eishockey spielen. Wir haben unbedingt einen Sieg gebaucht. In Berlin haben wir zusammen eine geschlossene Mannschaftleistung gezeigt. Das gibt etwas Schub und dann noch ein gute Auswärtsspiel in Krefeld gemacht. Sobald Du punktest geht alles etwas einfacher.“

Tor: 1:0 (62.) Mike Connolly.

Schiedsrichter: Andreas Harnebring (SWE), Daniel Piechaczek; Linienrichter: Lukas Kohlmüller, Pascal Kretschmer.

Strafen: Straubing 8, Iserlohn 6.

Zuschauer: 4.823.

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Dienstag 25.02.2020
Kölner Haie Köln
5 : 0
Grizzlys Wolfsburg Wolfsburg
Donnerstag 27.02.2020
Schwenninger Wild Wings Schwenningen
- : -
Grizzlys Wolfsburg Wolfsburg
Freitag 28.02.2020
Straubing Tigers Straubing
- : -
Fischtown Pinguins Bremerhaven
Thomas Sabo Ice Tigers Nürnberg
- : -
EHC Red Bull München München
Iserlohn Roosters Iserlohn
- : -
Kölner Haie Köln
ERC Ingolstadt Ingolstadt
- : -
Augsburger Panther Augsburg
Adler Mannheim Mannheim
- : -
Krefeld Pinguine Krefeld
Eisbären Berlin Berlin
- : -
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