Straubing ringt Düsseldorf niederDie Party geht weiter

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Die Straubing Tigers trafen mit der Düsseldorfer EG auf das zweite rheinische Team am Wochenende. In der bis zur letzten Sekunde spannenden Partie gewannen die Niederbayern mit 2:1 (1:0, 1:1, 0:0). Mit dem Siegtor in Unterzahl verteidigen die Tigers die Tabellenführung. Coach Larry Mitchell sagt: „Wir wollen auf dieser Welle so lange wie möglich reiten.“

„Man hat gesehen, dass auf beiden Seiten Schlüsselspieler gefehlt haben“, meinte Mitchell nach dem Spiel. Bei der DEG fehlten Ficenec, Mondt, Kreutzer, Preibisch, Fischbuch und Gawlik. Straubing musste auf Osterloh, Urban, Down und James verzichten. Letzterer spielt bereits seit Wochen mit Schmerzen und wollte auch heute gegen den Rat der Ärzte auflaufen. Doch um 11.40 Uhr sah er ein, dass es nicht geht und meldete sich beim Trainer ab. Am Montag soll eine Untersuchung für Klarheit sorgen. Mitchell hofft aber, dass er zum nächsten Wochenende wieder auf dem Eis steht. Für die Ausfälle sind „junge deutsche Spieler eingesprungen“, ergänzt Mitchell und verteilt ein Lob an Max Renner vom Kooperationspartner Rosenheim, der sein ersten DEL-Spiel äußerst solide über die Bühne brachte. Stürmer und Spaßvogel Sean O`Connor sagt mit einem Augenzwinkern: „Ich mag ihn nicht. Er ist Patriots-Fan und ich bin ein Seehawk.“ Zum sportlichen Debüt meint er: „Er ist ein großer, starker, junger Spieler der vor einer großartigen Karriere steht. Ich denke er ist ein richtig guter Eishockeyspieler.“

Vielleicht lag es an den Ausfällen das beide Teams die ersten Minuten etwas schüchtern waren. Mehr Fahrt nahm die Partie ab der ersten Strafe gegen die Tigers auf, doch die Niederbayern verteidigten die Sache gut und blieben schadlos. Mit der ersten Strafe gegen die DEG wechselte das Momentum aber vollends zugunsten des Heimteams. Eigentlich hätte schon das Überzahlspiel den ersten Treffer verdient, doch noch konnten die Düsseldorfer das verhindern. Straubing spielte jedoch mit dem gewonnenen Schwung weiter, brachte Mike Hedden vors Tor und der netzte ein. Die Gäste verloren leicht den Faden und mussten sich erst neu sammeln, kamen dann aber wieder zu ihren Chancen. Mit der knappen Führung ging es in Pause.

Im Mitteldrittel gaben die Gäste zunächst mächtig Gas und schossen Dustin Strahlmeier spätestens jetzt warm. Doch dieser fischte alles aus der Luft, was in seine Richtung flog. Erst kurz vor der Hälfte der Spielzeit konnte er überwunden werden. Doch eine neue Qualität der Tigers ist, dass sie sich nicht schocken lassen und sofort weiterspielen. Auch Strafen bringen die Niederbayern nicht sonderlich aus der Ruhe. Mike Connolly sitzt, doch Mike Hedden klaut die Scheibe und plötzlich haben die Hausherren eine 2:1-Situation. Steven Zalewski verwandelte eiskalt und ließ einem starken Mathias Niederberger keine Chance. Düsseldorf wackelte in den nächsten Minuten wie ein schwer angeschlagener Boxer. Ex-Tiger Marcel Brandt meinte zur entscheidenden Situation: „Der Knackpunkt war, dass wir das Tor in Unterzahl bekommen haben. Wir waren dann komplett durch den Wind. Das war ein Schlag ins Gesicht, das war ein Schock. Am Anfang begreift man gar nicht dass wir ein Tor kassiert haben.“ Mehr Spaß hatte Dustin Strahlmeier, er meint trocken: „Sah gut aus.“

Richtig Ruhe ins Düsseldorfer Spiel kam erst nach der zweiten Pause wieder. Wobei der Spielfluss auf beiden Seiten immer wieder durch Strafen unterbrochen wurde. Die DEG feuerte dabei fast doppelt so oft aufs Tor, doch Strahlmeier war der Fels in der Brandung. Kurz vor Spielende wurde es besonders brenzlig. René Röthke nahm die letzte Strafe im Spiel und die DEG brachte einen sechsten Feldspieler, doch die Tigers warfen sich ohne Rücksicht auf Verluste in jedes Geschoss und brachten den knappen Sieg über die Zeit.

Sean O`Connor resümiert: „Wir sind als Team aufgetreten und haben auch so gespielt. Wir haben viele Schüsse geblockt und unser Goalie war besser als großartig.“ DEG-Stürmer Travis Turnbull meint: „Es war ein hart umkämpftes Spiel. Straubing ist ein gutes Team, besser als letztes Jahr. Wir haben einfach unser Powerplay nicht durchgebracht. Das war heute nicht gut und muss besser werden, daran müssen wir arbeiten.“

Das Straubing Coach Larry Mitchell zufrieden ist, versteht sich von alleine: „Es war wieder eine enge Kiste, aber man hat wieder gesehen, dass wir alles dafür tun diese Führung zu retten.“ Das einzige, was auffallend ist, ist, dass man erneut über 40 Schüsse zugelassen hat. Goalie Strahlmeier sagt dazu: „Wie 41 Schüsse kam mir das heute nicht vor.“ Und Sean O`Connor relativiert die Statistik: „Das mit den Schüssen ist, denke ich, etwas irreführend, weil viele Schüsse vor allem von außen waren. Man muss da auch immer die Qualität der Schüsse berücksichtigen. Richtig gute Chancen waren es bei weitem nicht so viele.“

Marcel Brandt gesteht: „Wir haben nicht das gespielt, was wir am Freitag die letzten beiden Drittel gespielt haben, da haben wir nicht angeknüpft.“ Dazu kommt der Respekt: „Natürlich will man jedes Spiel gewinnen, aber zum Tabellenführer, der Straubing ist, da kommt man nicht mit einer `Die putzen wir jetzt weg´- Einstellung her.“ DEG-Coach Kreutzer bemängelt ebenfalls das eigene Überzahlspiel und hat noch einen Tipp für die Tigers-Verantwortlichen: „Straubing hat heute einen Top-Goalie gehabt. Wenn ich an Straubings Stelle wäre und der hält weiter so, verpflichtet ihn und gebt keine Ausländerlizenz für den Torwart ab.“

Tore: 1:0 (13.) Mike Hedden (Steven Zalewski, Sandro Schönberger), 1:1 (28.) Eduard Lewandowski (Alexei Dmitriev), 2:1 (36.SH) Steven Zalewski (Mike Hedden, Maury Edwards)

Schiedsrichter: Jens Steinecke, Florian Zehetleitner; Linienrichter: Vladislav Gossmann, Christian Höck

Strafen Straubing: 16, Düsseldorf: 14

Zuschauer: 4.442