Straubing rechnet sich was aus

Straubing: Trew bleibt ein TigerStraubing: Trew bleibt ein Tiger
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Für die Straubing Tigers bedeuten die nächsten zehn Tage volles Programm. Nicht nur, dass es in eine englische Woche geht, es stehen fünf Partien ausschließlich gegen Mannschaften aus der oberen Hälfte der DEL-Tabelle an.

„Warum sollten wir nicht punkten?“, fragt Routinier Günter Oswald selbstbewusst. Der Stürmer setzt dabei vor allem auf die Heimspiele. Hannover (Freitag, 29. September), Hamburg (Dienstag, 3. Oktober) und Köln (Sonntag, 8. Oktober) werden als nächste Gegner an der Donau erwartet. Günter Oswald unterstreicht: „Mit den Zuschauern im Rücken ist alles drin. Die Fans in Straubing sind absolut DEL-tauglich. Man merkt, dass uns das Publikum gut tut.“

Optimistisch stimmt, dass der Aufsteiger die drei bisherigen Heimspiele offen gestaltete, gegen Ingolstadt und Krefeld gewinnen konnte und sich zuletzt nur Düsseldorf mit 1:2 beugen musste. Auswärts war dagegen bislang noch nichts zu ernten und die Tigers bekamen klar Grenzen aufgezeigt, was auch Günter Oswald ein wenig stutzig macht: „Einen solchen Heim- und Auswärtstrend habe ich in den letzten Jahren bei den Mannschaften, bei denen ich in der DEL spielte, nicht erkannt.“

Insgesamt kristallisierte sich eine große Schwäche der Tigers bereits heraus. Mit acht Treffern aus sechs Spielen ist man das einzige DEL-Team, das bisher nicht einmal annähernd auf einen Schnitt von zwei Toren pro Begegnung kommt.

„Wir schießen relativ wenig Tore“, bekennt auch Günter Oswald, „bei Fünf gegen Fünf haben wir erst einen Treffer erzielt, das sind Defizite. Wir müssen an unserer Effektivität arbeiten.“ Der 37-Jährige führt an, dass sich abgesehen von dem aus Zweitligatagen eingespielten Trio Trevor Gallant, Bill Trew und Jason Dunham die Sturmreihen erst noch weiter finden müssen. Er fordert: „Wir müssen zusehen, dass wir parallel noch gute Reihen bilden. Es müsste noch mehr Kommunikation da sein.“ Man habe aber diese Woche bereits einen guten Schritt gemacht.

Daraus schöpft man im Gäuboden auch Optimismus für dieses Wochenende, wobei sich momentan alles auf das Heimspiel gegen die Hannover Scorpions, bei denen man am vierten Spieltag mit 1:5 unterlag, konzentriert und die schwere Auswärtshürde am Sonntag in Mannheim, wo Ersatztorhüter Sinisa Martinovic seine Chance bekommen könnte, noch klar im Hintergrund steht.

„Wir sind heiß auf die Hannoveraner, wir wollen Punkte in Straubing behalten“, sagt Co-Trainer Günther Preuß, der aus den taktischen und strategischen Feinheiten noch ein Geheimnis macht, um dem Trainer des Gegners nicht in die Karten zu spielen. „Hans Zach muss nicht in der Zeitung lesen, was wir vorhaben.“

Andererseits rechnet er damit, dass die Marschroute der Gäste vorhersehbar ist. Das System von Hans Zach sei mit vier Spielern auf einer Linie und einem Forechecker bekannt. Deshalb könnte auch am Freitag wieder Defensive Trumpf sein. „Man kann davon ausgehen, dass es relativ wenig Tore gibt“, meint Günther Preuß.

Personell kann Tiger-Dompteur Erich Kühnhackl gemeinsam mit seinem Assistenten aus dem Vollen schöpfen, nachdem der Einsatz von Trevor Gallant nach dessen Oberschenkelblessur nicht fraglich ist. Die überzähligen bzw. sich nach Verletzungen im Wiederaufbau befindlichen Spieler sollen deshalb nun auch beim Kooperationspartner Spielpraxis sammeln. Tobias Artmeier und Patrick Saggau wurden bereits nach München abgestellt, Raphael Kapzan könnte kurzfristig folgen.

Bei dem verbleibenden Stammpersonal wird man nach eher notgedrungenen Experimenten am letzten Wochenende wieder auf Per Eklund, David Lundbohm und Cam Severson, von dem Günter Oswald sagt, dass er „eigentlich ein Knipser“ sei, als erste Sturmreihe setzen.

In Straubing hofft man nun darauf, dass gerade diese drei Angreifer bald besser zueinander finden und mehr Akzente setzen als bisher, um die Torflaute zu beenden. „Vielleicht fehlt ihnen noch das Schlüsselerlebnis“, meint Günter Oswald. 

Positive Schlüsselerlebnisse sind sicherlich auch das, was die ganze Mannschaft in den nächsten eineinhalb Wochen am notwendigsten braucht, um den Top-Teams der Liga Paroli bieten zu können. Positiv stimmt dabei, dass die erste Heimniederlage der Moral der Tigers augenscheinlich keinen Abbruch getan hat. Es stehen fünf schwere Aufgaben ins Haus, bei denen es auch darum gehen wird, diese Moral ein ums andere Mal auf’s Neue unter Beweis zu stellen.


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