Straubing kassiert vierte Niederlage in FolgeKEV: Krefelder Effizienz Verein

Mike Collins traf zweimal für die Krefeld Pinguine. (Foto: Imago)Mike Collins traf zweimal für die Krefeld Pinguine. (Foto: Imago)
Lesedauer: ca. 4 Minuten

An was es am Ende lag, muss im Straubinger Lager noch genauer analysiert werden. Viele Fans fanden in Goalie Matt Climie einen Schuldigen, der bei ein paar Gegentreffern eine unglückliche Figur machte. Doch im Teamsport die Niederlage einem einzelnen Spieler zuzuschieben, ist dann doch zu einfach. So meint Straubings Stürmer Alex Oblinger völlig zu Recht: „Wir gewinnen zusammen und wir verlieren zusammen.“ Auch Krefelds Marcel Müller sieht das so und sagt: „Ich glaube, das ist von außen immer schwer zu beurteilen. Bei meinem Tor stand Mark Mancari vor dem Tor und hat ihm die Sicht genommen. Das ist dann auch immer schwer für den Torwart. Ich denke, das einzige Tor, bei dem er schlecht ausgesehen hat, war das Tor von Mike Collins von hinter dem Tor, aber sowas kann immer passieren.“ Vielleicht lag es daran, dass die Straubinger ab dem Mitteldrittel weniger auf den Körper des Gegners spielten. Dazu meint Müller: „Ich habe das auch so gesehen. Am Ende war aber vielleicht unsere Fitness ein kleiner Pluspunkt.“ Vielleicht lag es an der Effizienz. Krefeld hatte nur 25 Schüsse auf das Straubinger Tor, aufs Krefelder Tor flog die Scheibe hingegen 49 Mal zu. Vielleicht war es auch nur Glück, dass die von Patrick Galbraith fallen gelassenen Scheiben für keine Gefahr sorgten, die von Matt Climie aber im Netz landeten.

Mit der Aufstellung von Patrick Galbraith überraschte Franz Fritzmeier zunächst alle, denn allgemein rechnete man doch mit dem kürzlich nachverpflichteten Niklas Treutle. Nach dem Spiel bekam er Lob. Fritzmeier sagte: „Unser Torwart, der oft sehr, sehr kritisch gesehen wird, war heute einfach überragend und der alles entscheidende Mann.“ Fritzmeier konnte ohnehin aus dem Vollen schöpfen, die Straubinger mussten nach wie vor auf die verletzten Sandro Schönberger, Colton Jobke und Dylan Yeo verzichten.

Das Spiel begann zwar flott, doch bis zur ersten besseren Chance dauerte es gut vier Minuten. Es war der verspätete Startschuss, der zugunsten der Hausherren ausfiel. In Unterzahl hatte Mike Hedden dann kein Glück. Anders Alex Oblinger. Der fährt in der zwölften Minute einen Check in der Ecke fertig und als er gerade das Drittel verlassen will, schafft er es, der KEV-Abwehr die Scheibe abzuluchsen. Noch schnell ein Doppelpass mit Derek Whitmore und dann ab ins Netz damit. Krefeld wachte nun doch auf und kam zu Chancen durch Marcel Müller und Daniel Pietta, doch noch hielt die Tigers-Abwehr. Müller sagte nach der Partie: „Wir haben ziemlich schlecht angefangen.“ Auch die Straubinger kamen durch Jeremy Williams und Scott Timmins zu weiteren Chancen. Das Tor machte Mike Connolly. Praktisch im Gegenzug besorgte Norman Hauner den Anschlusstreffer. Straubing nun Minuten komplett aus dem Spiel, doch die Schwarz-Gelben konnten das nicht nutzen.

Aus niederbayerischer Sicht war das Spiel ab dem Mittelabschnitt zum Vergessen. Zwar konnte man zunächst wieder einen Zwei-Tore-Vorsprung erarbeiten, doch je länger das Drittel dauerte, umso besser kamen die Pinguine auf. Diese kassierten zunächst aber eine sehr seltene Strafe. Christian Kretschmann saß zwei Minuten Bankstrafe wegen falschem Anspiel ab. Auch in der Folge war es nicht alltäglich, was man sah. Ein harmloser Befreiungsschlag wurde fast zum vierten Straubinger Tor und ein Schuss der nach dem Motto „einfach mal vors Tor“ von Christian Kretschmann abgegeben wurde, war plötzlich im Netz. Was einmal klappt, klappt auch zweimal – fast zumindest. Zwei Minuten später brauchte Kretschmann den Rebound zum Ausgleich.

Im Schlussdrittel brauchte Marcel Müller 19 Sekunden, um die Seidenstädter in Führung zu bringen. Keine zwei Minuten später klingelte es schon wieder und im Straubinger Rund sah man zahlreiches Köpfeschütteln. Larry Mitchell nahm seine Auszeit, doch nur wenige Zeigerumdrehungen später markierte Mike Collins sein zweites Tor und beendete damit den Arbeitstag von Matt Climie. Straubing war auch jetzt nicht chancenlos, doch es war wie verhext. 3:53 Minuten vor dem Spielende nahm Mitchell Pätzold vom Eis, um mit sechs Spielern anzustürmen. Doch den Schlusspunkt setzte mit Mark Mancari der nächste Krefelder.

Franz Fritzmeier kommentiert das Spiel so: „Eigentlich habe ich eine starke Straubinger Mannschaft gesehen, die kompakt gestanden ist und uns das Leben sehr schwer gemacht hat. Am Ende haben wir, wie in vielen Spielen zuvor, Charakter gezeigt. Nichts desto trotz war das kein 7:3-Spiel. Das war ein ganz enges Spiel.“ Und Larry Mitchell meint: „Wir wollten in erster Linie besser verteidigen. Das haben wir getan und haben trotzdem 3:7 verloren.“ Aus seiner Sicht war der Lichtblick die zweite Reihe: „Die Connolly-Reihe war heute überragend.“ Ein enttäuschter Alex Oblinger sagt: „Es war wie die letzten Spiele. Wir finden nicht den Weg, die Spiele zu gewinnen.“ Für ihn sind die Gründe nicht so leicht fassbar: „Wir haben schon gezeigt, dass wenn wir unser Eishockey spielen, dass wir gegen jede Mannschaft gewinnen können, erst recht hier zu Hause. Im Eishockey entscheiden ganz kleine Kleinigkeiten. Diese Kleinigkeiten machen wir nicht gut genug.“

Tore: 1:0 (12.) Alexander Oblinger (Derek Whitmore), 2:0 (16.) Mike Connolly (Jeremy Willimas, Scott Timmins), 2:1 (16.) Norman Hauner (Marcel Müller), 3:1 (26.) Jeremy Willimas (Mike Connolly, Michael Cornell), 3:2 (31.) Christian Kretschmann, 3:3 (33.) Christian Kretschmann (Mike Little, Lukas Koziol), 3:4 (41.PP) Marcel Müller (Kyle Klubertanz, Daniel Pietta), 3:5 (42.) Mike Collins (Martin Schymainski, Herberts Vasiljevs), 3:6 (46.) Mike Collins (Herberts Vasiljevs, Martin Schymainski), 3:7 (59.EN) Mark Mancari.

Schiedsrichter: Eric Daniels, Markus Schütz; Linienrichter: Vladislav Gossmann, Lubos Thür.

Strafen: Straubing 6, Krefeld 10.

Zuschauer: 3.751.

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