Straubing gewinnt laues Derby gegen München

Lesedauer: ca. 3 Minuten

Mit einem optischen Übergewicht hatte der EHC die ersten zehn Minuten die deutlich besseren Chancen. Straubings Stürmer Karl Stewart: „Wir kamen etwas schwer ins Spiel, haben unsere Beine nicht gefunden, waren auch etwas nervös. Aber danach haben wir uns die drei Punkte erkämpft.“ Wer weiß wie das Spiel verlaufen wäre, hätte Tiger-Goalie Barry Brust nicht schon in der zweiten Minute den Save des Abends aufs Eis gezaubert. „Ich bin zufrieden mit meiner Leistung, es war nicht schlecht. Wir haben alle gut gespielt. Das erste Drittel war nicht das Beste, aber ab dem zweiten Drittel wurde es besser“, äußerte sich Brust nach dem Spiel. Nachdem Matt Hussey, mit einem unwiderstehlichen Solo, Straubing in Führung brachte, wurde die Partie deutlich ausgeglichener und etwas besser. Münchens Cheftrainer Pat Cortina: „Das erste Drittel war in Ordnung, da sind wir gelaufen und haben Chance kreiert. Aber das Tor und einige Strafen haben uns den Wind aus dem Segel genommen.“ Ähnlich sah es auch der Straubinger Chef hinter der Bande: „Wir haben nicht gut angefangen, in den ersten zehn Minuten war München sehr stark. Aber danach wurde unser Spiel besser.“

Vielleicht erwartet man sich von Derbys zu viel, denn obwohl ein Tor auf jeder Seite fiel, war die Begegnung eher dürftig. So auch die Meinung vom Nationaltrainer Jakob Kölliker „Ich war hier um einige Spieler zu sichten. Neue Erkenntnisse habe ich aber nicht gewonnen, dazu war das Spiel insgesamt zu schwach“. Will man es positiv sehen, könnte man es auch umkämpft nennen. Die Chancen traten hüben wie drüben nur geballt auf. Zwischendrin gab es doch einigen Leerlauf, oder eben Kampf um die Millimeter. Für München konnte zwischenzeitlich Klaus Kathan ausgleichen, ehe Michael Bakos im Powerplay zur erneuten Straubinger Führung traf. „Es war ein hart umkämpftes Spiel gegen München, aber wir haben mehr Zweikämpfe gewonnen. Mit meiner eigenen Leistung bin ich nach der langen Verletzungspause ganz zufrieden. Konditionell könnte es noch etwas besser sein. Ich muss mich bei allen meinen Kollegen bedanken, die arbeiten super mit, und wenn ich mal einen Fehler mache dann bügelt den ein anderer aus“, zollte Straubings Verteidiger Sebastian Osterloh seinen Kollegen lob.

Im Schlussdrittel machten die Tigers früh ihr drittes Tor durch Markus Hundhammer. München versuchte den Druck zu erhöhen, aber es war nicht der Tag der Oberbayern. Treffer gab es keine mehr, allerdings kurz vor Spielende einen Fight á la NHL, auch bedingt dadurch das die vier Schiedsrichter nicht eingriffen und der Sache ihren Lauf gelassen haben. Martin Buchwieser - deutlich frustriert - schnappte sich den kleinsten Spieler der Liga, und hat diesen wohl deutlich unterschätzt. Mit Straubings giftigem Stürmer ist in solchen Situationen gar nicht gut Kirschen essen, denn Jean-Michel Daoust kannte keine Gnade mit dem zehn Zentimeter größeren EHC-Angreifer. Unter tosendem Beifall ging es für beide in die Kabine, aber das Spiel war ohnehin gelaufen. Pat Cortina: „Das zweite und dritte Drittel war Straubing ganz klar die bessere Mannschaft. Sie waren cleverer und haben mehr gekämpft als meine Mannschaft. Das war heute der Unterschied, und wir haben dafür den vollen Preis bezahlt.“ Verständlicher Weise zeigte sich Dan Ratushny nach dem Sieg glücklich: „Die Defensive stand gut, aber wir waren nach vorne auch besser als in den letzten Spielen. Wir sind glücklich mit den Punkten, das gibt der Mannschaft Selbstvertrauen.“

Tore:

1:0 (11:53) Matt Hussey
1:1 (28:42) Klaus Kathan (Jason Ulmer, Stéphane Julien)
2:1 (36:50) Michael Bakos (Calvin Elfring, Ryan Ramsay) PP1
3:1 (41:59) Markus Hundhammer (Ryan Ramsay, Calvin Elfring)

Strafminuten: Straubing: 14+10 für Daoust – München: 20+10 für Buchwieser
Schiedsrichter: Jablukov, Steinecke

Zuschauer 4.231


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