Straubing gewinnt in den wichtigen SituationenStraubing – Augsburg 4:1

Die Tigers konnten sich am Pulverturm wieder feiern lassen. (Foto: Heribert Böckl)Die Tigers konnten sich am Pulverturm wieder feiern lassen. (Foto: Heribert Böckl)
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Im ersten Drittel sah man ein Spiel, dem lange die Höhepunkte fehlten. Beide Teams neutralisierten sich über weite Strecken. Nur zwischendurch gab es vereinzelte Schüsse auf beiden Seiten. Straubings Coach Daniel Ratushny meinte nach dem Spiel: „Die ersten zehn Minuten waren nicht so stark, aber wir sind immer besser ins Spiel gekommen.“ Auch sein Verteidiger Sebastian Osterloh meint: „Wir haben uns im ersten Drittel schwer getan, es hat etwas verkrampft ausgesehen.“ Richtig spannend wurde es, als Augsburg erstmals auf die Strafbank musste. Schon mit einem Mann mehr auf dem Eis, sah das Powerplay der Niederbayern recht gut aus. Als sich dann Andy Reiss zu Mike Connolly setzte, hatten die Tigers über eine Minute doppelte Überzahl und deckten Patrick Ehelechner mit einer Vielzahl von Schüssen ein. Doch „Karl“ hielt seinen Kasten vorerst sauber.

Mit Beginn des Mitteldrittels spielten die Niederbayern den Rest der Überzahl, doch die Gäste verteidigten clever. Das Spiel wurde nun aber munterer und die Chancen nahmen zu. Für den ersten Torjubel sorgte Tigers-Neuzugang Kris Beech. Die Freude darüber hielt jedoch keine 30 Sekunden, denn Andy Reiss nutzte ein Powerplay. Doch auch die Gäste feierten weniger als eine halbe Minute und Michael Endraß brachte die Hausherren erneut in Front. Sebastian Osterloh meint zur wilden Minute: „Es war natürlich wichtig, dass wir gleich wieder zurückgekommen sind. Wir wissen, wenn wir unsere Leistung abrufen können, dann schießen wir automatisch Tore und können uns wieder ins Spiel zurückkämpfen. Nach dem Tor ist es dann gut gelaufen. Wir haben wieder zu unseren alten Stärken gefunden, haben hart foregecheckt, dem Gegner wenig Zeit gegeben und im gegnerischen Drittel gespielt.“ Torschütze Michael Endraß erinnert sich: „Florian Ondruschka hat die Scheibe oben an der blauen Linie bekommen, hat drauf gehauen und ich habe abfälschen können. Abfälschen wollte ich, aber dass der dann rein ist, ist natürlich auch Glück.“ Augsburgs Coach Larry Mitchell kommentiert dieses wichtige Minute so: „Eishockey hat viel mit Momentum zu tun. Diesen Schwung muss man so lange wie möglich halten. Wenn der Gegner den Schwung mitnimmt, dann muss man reagieren, dass man den Schwung wieder auf seine Seite bringt. Beim 1:1 hatten wir den Schwung auf unserer Seite, aber gleich beim nächsten Wechsel haben wir das 1:2 kassiert. Das war natürlich sehr bitter.“ Kurz vor Drittelende schlug DEL-Torstürmer Blaine Down zu und sorgte für den vorentscheidenden Jubelsturm im Straubinger Stadion. Augenblicke zuvor hatte T.J. Trevelyan die dicke Chance auf den Ausgleich, scheiterte jedoch an Straubings Goalie Jason Bacashihua. Zuvor hatte „Cash“ aber auch etwas Glück. Auf der Pressekonferenz bekam er von beiden Trainern anerkennende Worte. So sagte Larry Mitchell: „Wir hatten eine 2:1-Situation in Unterzahl mit Roloff und Werner. Die haben aus meiner Sicht alles richtig gemacht. Doch die Scheibe bleibt auf der Hinterseite von Bacashihuas Bein liegen. Das hat viel mit Glück zu tun. Wenn man hart arbeitet und gut ist, so wie Bacashihua es heute war, dann hat man meistens das Glück auf seiner Seite. Da muss man dann von verdientem Glück reden. T.J. Trevelyan hat kurz vor dem 3:1 einen Alleingang gehabt, auch den hat Bacashihua gehalten. Das sind Momente, die man sehr schwer verkraftet, wenn zwei Mannschaften ausgeglichen sind.“ Auch Verteidiger Osterloh lobt seinen Keeper: „Cash hat ein überragendes Spiel gemacht. Zum Schluss hat er Supersaves gezeigt, sonst wäre es nochmal eng geworden. Cash zeigt jedes Spiel konstante Leistung und ist ein ganz wichtiger Baustein unserer Mannschaft.“ Auch Stürmer Michael Endraß lobt: „Er ist unglaublich konstant und hat heute wieder eine Wahnsinnsleistung abgeliefert. Er hat heute großen Anteil am Sieg.“

[AD_MRECT]Das Schlussdrittel begann mit einer Verletzung die sowohl das Spielende für Rob Brown als auch für Michael Endraß darstellte. Brown musste nach einem hohen Stock mit Verletzungsfolge mit mehreren Stichen genäht werden und hatte dabei wohl noch Glück im Unglück. Larry Mitchell berichtet: „Rob Brown wollte Endraß checken und ich kann es nur so betrachten, dass er aus purer Angst seinen Schläger hoch getan hat. Man muss von Glück reden, dass Rob Brown seine Augen nicht verloren hat, weil sein ganzes Augenlied und über seinem Auge mit mehreren Stichen genäht wurde. Gott sei Dank, ist es nicht schlimmer.“ Endraß erinnert sich: „Das ist natürlich brutal unglücklich. Ich habe die Scheibe über die Bande gechipt bekommen und wollte nur tief schießen. In dem Moment ist mir ein Augsburger reingelaufen und hat dann anscheinend meinen Schläger ins Gesicht bekommen. Ich wusste, dass er kommt und wollte mich wegdrehen, dass er dann den Schläger ins Gesicht bekommt, ist unglücklich. Es war sicher keine Absicht.“ In der Folge versuchten die Panther viel und riskierten am Ende alles. So nahm Mitchell fast zweieinhalb Minuten vor Spielende Patrick Ehelechner vom Eis. Doch auch größte Chancen konnten nicht veredelt werden. So schoss Stephen Werner am nahezu leeren Tor aus rund einem Meter vorbei. Auch hier hatte Bacashihua das Glück, dass man sich an so einem Abend erarbeitet. Im Gegenzug sorgte Ex-Panther Peter Flache für die Entscheidung.

Larry Mitchell meint über das gesamte Spiel: „Es war das Spiel, das wir erwartet haben, zwei Mannschaften, die schnelles und körperbetontes Eishockey praktizieren. Wenn man das alles so betrachtet, dann geht dieser Sieg verdient an Straubing.“ Die Aussage von seinem Stürmer Ivan Ciernik ist jedoch etwas verwirrend: „Es war ein enges Spiel. Die trafen in Überzahl, wir nicht und dann haben sie das Spiel gewonnen.“ Doch das einzige Überzahltor des Abends, erzielten die Panther. Er hat aber sicher Recht, wenn er sagt: „Wenn wir die Chancen haben, müssen wir treffen. So einfach ist das.“ Sebastian Osterloh findet: „Die drei Punkte waren wichtig für uns. Wir haben uns wieder Selbstvertrauen zurückgeholt und zum Schluss haben wir verdient gewonnen. Wir müssen einfach unsere Leistung abrufen, dann kommt das Ergebnis von selbst.“ Michael Endraß meint zum Sieg: „Gott sei Dank! Die ganze Mannschaft hat sehr gut gespielt und über 60 Minuten gute Leistung abgeliefert und verdient gewonnen.“

Tore:

1:0 32:26 Kris Beech (Jordan Hendry, Tobias Wörle)
1:1 32:53 T.J. Trevelyan (Andy Reiß, Stephen Werner) PP1
2:1 33:13 Michael Endraß (Florian Ondruschka, Peter Flache)
3:1 38:59 Blaine Down (Laurent Meunier, Carsen Germyn)
4:1 58:36 Peter Flache (Laurent Meunier, Jordan Hendry) SH1/EN

Strafen Straubing 13 + Spieldauer Endraß; Augsburg 12
Schiedsrichter: Lars Brüggemann, Vladimir Pesina (TCH); Linienrichter: Dominic Erdle, Thorsten Lajoie
Zuschauer: 4.875