Straubing geht mit Sieg in die SommerpauseStraubing – Iserlohn 4:1

Lesedauer: ca. 4 Minuten

Spötter sagen, man hätte schon früher vier Spieler abgeben sollen, doch so einfach ist die Rechnung natürlich nicht. Straubings Kapitän Sandro Schönberger schmunzelt: „Na ja, wenn du die Spiele gewinnst, gewinnst du sie halt. Dann hast du einen kleinen Lauf, den wir unter der Saison gar nicht hatten. Ich habe keine Ahnung wieso, aber ich denke, wir haben einfach alle zusammengehalten und waren eine gute Truppe. Da kann man eigentlich nur den Hut ziehen. Man hat auch gesehen, dass, wenn man ein paar Deutschen die Verantwortung gibt, wir das eigentlich auch ganz gut können. Wenn man die Einsatzzeiten bekommt, kann man das auch zurückzahlen.“ Alex Dotzer ergänzt: „Wir haben wenig zu verlieren gehabt und haben einfach frei aufgespielt. Wir wollten am Ende der Saison für die Fans nochmal ein gutes Spiel zeigen. Es war nur noch ein Spiel Zeit, das zurückzuzahlen, was uns die Fans das ganze Jahr gegeben haben.“

Diesmal half den Straubingern aber auch die Strafbank der Roosters. Denn dort saßen die Sauerländer zu häufig, sodass sie vor allem im Mitteldrittel kaum zu nennenswerten Aktionen kamen. Das meint auch Iserlohns Michael Wolf: „Wir haben heute noch einiges ausprobiert, dass hat aber nicht so funktioniert. Darum haben wir das nach 30 Minuten wieder umgestellt und haben am Schluss ein ordentliches Spiel gespielt. Wir haben zu viel Unterzahl gespielt und Straubing hat das gut ausgenutzt. Es wird immer schwer, wenn man drei Unterzahltore bekommt.“

Straubing kam gut aus der Kabine und hatte bereits in den ersten zwei Minuten mehrere gute Möglichkeiten. „Eigentlich war das nicht überraschend. Man weiß ja, dass sie auch letztes Wochenende, als sie Spieler abgegeben haben, trotzdem alles gegeben haben und beide Spiele gewonnen haben. Deshalb war das für uns überhaupt nicht überraschend.“ Ein kleiner Bruch ging in der vierten Minute durchs Spiel der Niederbayern. Verteidiger Sean Sullivan verletzte sich, wo genau, war nur schwer zu erkennen, doch es war irgendwo im Kopfbereich. Für Sullivan war das Spiel früh beendet, erst ging es in die Kabine und dann ins Straubinger Klinikum. Die geschilderten Symptome lassen auf eine Gehirnerschütterung schließen. Die Gäste konnten diese Phase nutzen und nach einen satten Handgelenksschuss durch Jeff Giuliano in Führung gehen. Der an diesem Abend nur mit diesen Schuss bezwungene Jason Bacashihua meint dazu: „Den haben ich spät erkannt, dass war ein sehr guter Schuss. Aber wir haben das dann ausgeglichen und spätestens nach dem vierten Tor die Sache klar gemacht. Das war gutes Offensiv-Hockey von uns.“ Den Ausgleich verbuchte Karl Stewart, der später noch einen Pfostentreffer hatte, noch im ersten Drittel.

Das Mitteldrittel stand klar im Zeichen der Tigers. Wie schon im ersten Abschnitt nutzten die Verteidiger Florian Ondruschka und René Kramer jede sich bietende Gelegenheit, um von der blauen Line aus abzuziehen. Doch wenn es nicht links oder rechts am Tor vorbei ging, stand in der Mitte noch der österreichische Olympia-Goalie Mathias Lange. Am Führungstreffer durch Blaine Down konnte jedoch auch Lange nichts ändern. Umgangssprachlich würde man sage, „die Roosters haben um das Tor bettelt“, denn Downs Schuss, war der dritte Nachschuss. Iserlohn bekam die Scheibe in diese Situation einfach nicht aus der Gefahrenzone und immer wieder setzte ein Tiger nach, ehe Down vollenden konnte.

Im Schlussabschnitt konnte René Röthke die Führung für seine Farben schnell erhöhen. In Überzahl wurde er von Stewart und Peter Flache mustergültig frei gespielt. Das Drittel insgesamt war aber auf Augenhöhe, da änderte auch der kuriose Treffer von Michael Endraß nichts daran. Irgendwie erinnerte das Tor an das aus dem Fußball geflügelte Wort „Hoch und Weit“. Auf alle Fälle fiel die Scheibe irgendwie vor die Füße von Endraß und dieser stocherte sie zum letzten Straubinger Tor der Saison über die Linie.

Für Straubing ist die Saison beendet, sodass nur noch die Saisonabschlussfeier am nächsten Freitag auf dem offiziellen Terminplan steht. Für Iserlohn geht es in die ersten Play-off-Runde gegen Red Bull München. Dazu meint Michael Wolf: „Ich denke, in den Play-offs ist es gegen jeden Gegner schwer zu spielen. Es kommt München und wir werden alles daran setzten zu gewinnen.“ Wie in Straubing ist auch in Iserlohn der Fanfaktor durch die enge und laute Halle ein ganz besonderer. „Wir hoffen natürlich, dass beim Heimspiel die Halle voll  ist, dass sie brennt und dass sie wieder unser sechster Mann ist. Aber um weiterzukommen, müssen wir auch ein Spiel in München gewinnen.“

Tore:
0:1 05:06 Jeff Giuliano (Brodie Dupont, Alex Foster)
1:1 11:43 Karl Stewart (Peter Flache, Andy Canzanello) PP2
2:1 31:59 Blaine Down (Tobias Wörle, Peter Flache)
3:1 43:14 René Röthke (Peter Flache, Karl Stewart) PP1
4:1 54:22 Michael Endraß (Sören Sturm, Blaine Down) PP1

Strafen: Straubing 10; Iserlohn 16
Schiedsrichter: Marian Rohatsch, Willi Schimm ; Linienrichter: Andreas Flad, Thorsten Lajoie
Zuschauer: 4.503


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