Straubing findet Weg zur NiederlageStraubing – Krefeld 3:4 n.P.

Drunter und drüber ging es im Duell zwischen Straubing und Krefeld. (Foto: Heribert Böckl)Drunter und drüber ging es im Duell zwischen Straubing und Krefeld. (Foto: Heribert Böckl)
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Wer auch das Spiel der Tigers gegen die Münchner gesehen hat, kam sicher mit großen Erwartungen an den Pulverturm. Doch von dem Klasse-Eishockey gegen die Oberbayern war nichts mehr zu sehen. Straubings Tobias Wörle sah aber auch das Spiel gegen die Red Bulls nicht gut: „Das Spiel gegen München war eigentlich nur schön für die Fans, mit unserer Leistung war das nichts.“ Auch Krefeld tat sich sehr schwer, ins Spiel zu kommen, und gab die Scheibe oft unnötig ab. Straubing konnte aus den sich ergebenden Chancen aber nur wenig machen und das obwohl KEV-Goalie Tomas Duba wenig Sicherheit ausstrahlte und den Puck immer wieder prallen ließ. Alex Dotzler sagt dazu: „Wir haben uns da genauso angestellt wie er und haben es nicht geschafft, die Chancen in Tore umzumünzen.“ Trotzdem resultierte das einzige Tor im Eröffnungsdrittel aus so einer Situation. Laurent Meunier schoss aus einer Kontersituation und Blaine Down sagte Danke. Im Überzahlspiel hingegen konnten die Hausherren nur wenig überzeugen. Zu lange dauerte es, ehe man die Scheibe in der Krefelder Zone kontrolliert kreisen lassen konnte.

Die Pinguine machten es nicht besser und kamen zeitweise erst gar nicht in die Straubinger Zone. Zum ersten Mal richtig bitter wurde es für die Tigers, als man bei eigener Überzahl den Ausgleich schlucken musste. Martin Schymainski hob die Scheibe zwei Sekunden nach dem die Tigers wieder vollzählig waren ins Netz. Wenig später hatten René Kramer und Thomas Brandl binnen  weniger Sekunden die Doppelchance sich die Führung zurückzuholen. Duba konnte keinen der Schüsse sicher parieren, doch das Tor gelang den Straubingern auch nicht. Als Brandl wegen Haltens und Sebastian Osterloh wegen unkorrekter Ausrüstung in der Box saßen, hatten die Seidenstädter für 52 Sekunden eine doppelte Überzahl. Nach 51 Sekunden konnte David Fischer das zur Krefelder Führung nutzen. In Niederbayern gibt es zurzeit einiges Verbesserungspotential. Das meint auch Wörle: „Strafzeiten hin oder her, wir haben heute wieder kein gutes Spiel über 60 Minuten geliefert. Daran müssen wir arbeiten, das haben wir diese Saison noch nicht geschafft. Wir fangen oft zu spät an oder wenn es schon zu spät ist. Das Powerplay muss besser werden. Die Quote schaut zwar passabel aus, doch das hat noch nicht Hand und Fuß.“

Im Schlussdrittel begannen die Hausherren hoffnungsvoll und waren offensichtlich entschlossen, sich das Spiel zurückzuholen. Mit gnädiger Unterstützung der Krefelder Hintermannschaft gelang das auch. Denn der Ausgleich auf dem Konto von Blaine Down war ein KEV-Eigentor, das es bekanntlich nicht gibt. Doch Adam Courchaine brauchte nur 75 Sekunden bis zur nächsten Krefelder Führung. In der wilden Minute vergingen weitere acht Sekunden, ehe René Röthke das Spiel in die Overtime brachte. Doch beinahe wäre es gar nicht so weit gekommen. Die letzten rund drei Minuten des Spiels waren die besten der Krefelder. Sie schnürten die Tigers tief in deren Drittel ein, hatten jedoch kein Schlussglück.

Wörle sagt: „Gerade heute hätten wir, auch in der Verlängerung die Chancen, das Spiel zu gewinnen. Aber das letzte Quäntchen Glück fehlt zurzeit. Das müssen wir uns hoffentlich bald mal erarbeiten, denn immer nur ein Punkt am Wochenende ist zu wenig.“ Die Chance hatte Carsen Germyn, als er von der Strafbank kam und plötzlich mutterseelenalleine da stand. Nach dem besten Pass des Abends steuerte er auf Duba zu, wurde bei seinem Schussversuch vom letzten KEV-Verteidiger jedoch so sehr behindert, dass die Schiedsrichter auf Penalty entschieden. Weil Germyn diesen vergab, durften sich wenig später noch ein paar andere Spieler im Solo gegen den Keeper versuchen. Hier konnte nur der Ungar István Sofron jubeln und sicherte den Pinguinen damit den Zusatzpunkt. Tobias Wörle meint enttäuscht: „Wir finden zurzeit Wege zu verlieren, anstatt zu gewinnen.“

Krefelds Trainer Rick Adduono sagte nach dem Spiel: „Wir haben mit starkem Willen gespielt. Es war der erste Sieg seit zwei Jahren gegen Straubing. Beide Mannschaften haben heute sehr gut gekämpft. Dans Mannschaft ist immer gut vorbereitet und gut gecoacht.“ Und Straubings Trainer Dan Ratushny lobt, dass die Krefelder heute sehr smart gespielt haben und sagt weiter: „Wir sind frustriert und verärgert. Ich glaube, wir haben das Spiel die ersten 25 bis 30 Minuten kontrolliert. Dann ein kleiner Defensivfehler und eine Strafe zu viel. Das Positive heute ist, dass wir zweimal zurückgekommen sind. Auch unser Defensivspiel war heute stärker als im Spiel gegen München und gegen Nürnberg.“ Wie man den Weg zum Siegen findet, ist aber auch Alex Dotzler bisher nicht klar: „An was es liegt, ist schwer zu sagen. Wenn wir es wüssten, hätten wir es schon geändert. Dass wir die Spiele auch in den Penaltys nicht gewinnen könnten, ist aus mentaler Sicht auch nicht das Beste für die Spieler. Nichts desto  trotz werden wir nicht aufstecken und weiter arbeiten.“

Tore:
1:0 04:46 Blaine Down (Laurent Meunier, Carsen Germyn)
1:1 29:05 Martin Schymainski (Mark Voakes, Nicolas St-Pierre) SH1
1:2 38:28 David Fischer (Joshua Meyers) PP2
2:2 42:34 Blaine Down (Andy Canzanello, Jason Bacashihua) PP1
2:3 43:49 Adam Courchaine (Daniel Pietta)
3:3 43:58 René Röthke (Karl Stewart, Thomas Brandl)
3:4 65:00 István Sofron

Strafen: Straubing 20; Krefeld 20
Schiedsrichter: Willi Schimm, Ulpi Sicorschi; Linienrichter Markku Büse, Stefan Velkoski
Zuschauer: 4.149


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