Straubing: Chickenwings to go

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Keine echte Chance und doch ein Tor konnten die Roosters im ersten Drittel, das ansonsten klar von den Niederbayern dominiert wurde, verbuchen. Eine hochüberlegene Straubinger Mannschaft lies im Eröffnungsdrittel nie Zweifel aufkommen wer hier Herr im Haus ist. So war auch von der Hand voll mitgereister tapferer Rosstersfans nichts zu hören. Kein Wunder beim gewaltigen Stimm- und Trommeleinsatz der sangesfreudigen Straubinger.

Die allerdings einmal Schiedsrichter Stefan Vogel unrecht taten. Karl Stewart verlor seinen Helm, setzte diesen im laufen wieder auf, machte das Riemenband zu und spielte weiter. Letzte Saison so noch erlaubt. Doch seit dieser Spielzeit muss ein Spieler sofort das Eis verlassen wenn er den Helm verliert. Die zwei Straf-Minuten wegen unkorrekter Ausrüstung waren also völlig zurecht.

Straubing spielte in der selben Zusammenstellung wie am Freitag in Nürnberg und musste nur auf Michael Bakos verzichten. Seinen Platz nahm Stephan Willhelm ein. Bereits in der 2. Minute konnte Derek Hahn die erste Powerplaysituation nutzen und brachte die Tigers in Führung. Auch das 2:0 fiel im Powerplay. Diesmal war es Rene Röthke der in Minute 7 einnetzte. In den letzten beiden Minute des Drittels nahmen dann aber die Unkonzentriertheiten auf beiden Seiten zu. Die Rooster liefen mehrfach völlig unnötig ins Abseits und die Straubinger schalteten Millisekunden zu früh vor der Sirene ab. Jimmy Roy schoss einfach mal drauf und keiner reagierte mehr. Somit ging es mit 2:1 in die erste Pause.

Mit Wideranpfiff verloren die Straubinger aber ihre Line. Iserlohn nutzte in der 22. Minute erneut eine Überzahl durch Adrian Veidemann und kam plötzlich zum Ausgleich. Wären die Tigers jetzt nicht aufgewacht, hätte das Spiel auch kippen können.

Zwar waren die Roosters in diesem Drittel immer wieder durch Konter gefährlich, aber die Mehrzahl der Tore machten die Niederbayern. Völlig verdient, und eins schöner als das andere. So frei wie beim 3:2 ist Karl Stewart wohl nicht mal im Training. Stewart wurde von Hahn und Goren lehrbuchmäßig frei gespielt und hatte vor dem praktisch leeren Tor leichtes Spiel. Kurz darauf war es dann, der Heute bärenstarke, René Röthke der seinen zweiten Treffer erzielte. Die Roosters hingegen nutzten in der 31. Minute einen ihrer Konter und kamen durch Chrisian Hommel noch mal ran. Mit einem sensationellen Treffer kam Straubings Sandro Schönberger zu seinem ersten Saisontor. Ein unglaublicher Heber von Dustin Whitecotton aus dem einen Drittel bracht Schönberger völlig frei vor das Tor von Sanisa Martinovic. Schönberger lies sich die Chance nicht nehmen und stellte auf 5:3.

Eine Schrecksekunde gab es für die Tigers kurz vor Drittelende. Andy Canzanello musste nach einem Zusammenprall mehrere Minuten auf dem Eis und später in der Kabine behandelt werden. Zur Freude der Straubinger konnte er aber das letzte Drittel spielen.

Dieses letzte Drittel war dann wohl die längste Ehrenrunde die es je gegeben hat. Die letzten 20 Minuten waren einen einzige Feier mit grandioser Stimmung wie sie von so vielen Auswärtsteams in Straubing gefürchtet ist. Irgendwer muss den Straubinger Fans mal sagen das auch die letzten zwanzig Minuten zum Spiel gehören. Die Straubinger Spieler wissen das auf alle Fälle. Den mit drei weitern Toren durch Goren, Meloche und Mapeltoft brachten sie das Stadion endgültig zum kochen. Iserlohn hatte schon längst nichts mehr entgegen zu setzten. Doch, eine Sache hatte sie. Undiszipliniertheit. Dies prangerte auch Trainer Liebsch in der Pressekonferenz nach dem Spiel an. Da waren unter den aufgescheuchten Hühnern dann doch noch ein paar Kampfhähne. Aber eine alte Eishocheyweisheit hat sich wieder bestätigt. Von der Strafbank gewinnt man keine Spiele. Allerdings war Straubing Heute so deutlich überlegen das es keinen Mithilfe der Iserlohner gebraucht hätte.

Armin Holl-Wagner

Tore 8:3 (2:1/3:2/3:0)

02. 1:0 Derek Hahn (Tobias Draxinger) PP; 07. 2:0 René Röthke (Karl Stewart, Calvin Elfring) PP; 20. 2:1 Jimmy Roy (Shane Joseph, Pat Kavanagh) PP; 22. 2:2 Adrian Veidman (Pat Kavanagh, Mark Ardelan) PP; 27. 3:2 Karl Stewart (Derek Hahn, Lee Goren); 29. 4:2 René Röthke (Carl Carozzini); 31. 4:3 Christian Hommel (Kris Sparre, Adrian Veidman); 33. 5:3 Sandro Schönberger (Dustin Withecotton); 47. 6:3 Lee Goren (Andy Canzanello, Karl Stewart); 52. 7:3 Eric Meloche; 54. 8:3 Justin Mapeltoft (Derek Hahn, Lee Goren) PP2

Strafen: Straubing 10 + 10 Meloche; Iserlohn 20 + 10 Hommel + 10 Insana

SR Stefan Vogel; LR Andreas Flad, Michael Sauer

Zuschauer 3.917

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