Straubing: Bob Manno will den Derbysieg und stellt um
Bob Manno hat den Straubing Tigers frisches Selbstvertrauen gegeben und sie in den vergangenen zwei Wochen erst einmal mit einem einfachen System auf’s Eis geschickt. Vor dem Spiel am Freitag in Ingolstadt folgt nun der nächste Schritt des bislang erfolgreichen Erneuerungsprozesses: Es gibt Veränderungen in den Reihen.
Ex-Nationalspieler Tobias Abstreiter (Foto City-Press), bei dem sich der Trainerwechsel im Gäuboden spürbar positiv ausgewirkt hat, wird als Außenstürmer zum Duo Eric Chouinard und Eric Meloche befördert, der bislang dort eingesetzte Christian Retzer wieder zum Verteidiger. Mit dem in dieser Saison oft glücklosen und fehlerbehafteten Anton Bader rückt nach Andy Canzanello ein weiterer eigentlicher Abwehrspieler in den Angriff.
„Ich kenne die Mannschaft jetzt und will mehr nach meinen Vorstellungen arbeiten“, erklärte Bob Manno, „es ist keine große Sache, aber ich wollte etwas verändern. Als ich vor zwei Wochen gekommen bin, war keine Zeit dafür. Jetzt können wir sehen, wie sich dies und das auswirkt. Wir haben nichts zu verlieren.“
Für Christian Retzer ist es kein Problem, dass er sich aus der zuletzt gegen Hannover überzeugenden Paradereihe verabschieden muss. „Ich sehe mich als Allzweckwaffe, werde nie ein Scorer sein. Ich mache die Arbeit, die getan werden muss.“
Diese Einstellung ist ganz nach dem Geschmack von Bob Manno, der seine Truppe darauf einschwören wird, donauaufwärts ebenso zu punkten wie am Sonntag zuhause gegen den Meister Mannheim. Dabei zeigt er wie gewohnt keinen Respekt vor vermeintlich stärkeren Gegnern: „Eine Partie wird nicht auf dem Papier gewonnen, sondern von den Spielern.“
Spürbar ist eine Aufbruchstimmung. Auch wenn Schlusslicht Duisburg inzwischen bis auf einen Punkt an die Straubing Tigers, bei denen weiterhin Bill Trew und Greg Schmidt verletzungsbedingt ausfallen, herangekommen ist, möchten sich Coach und Spieler damit nicht beschäftigen. „Wir wollen nach vorne schauen und nicht den 14. Platz verteidigen. Dadurch, dass wir einen Aufwind haben, ist das Ziel Platz zehn jetzt wieder näher gerückt und kann angegriffen werden. Wenn wir unser System spielen, von Spiel zu Spiel besser werden, können wir Punkte holen und jeden Gegner schlagen“, meint Christian Retzer.
Eben für den Traum von Platz zehn, zu dem momentan satte 16 Punkte fehlen, sollte nun am Freitagabend in Ingolstadt unbedingt ein Sieg her, denn just die Panther halten derzeit diesen Rang. Zwei oder drei Punkte wären deshalb für die Niederbayern ein kleiner, aber wichtiger Schritt.
Eine gute Stimmung verspricht das innerbayerische Aufeinandertreffen allemal. Auch der Ex-NHL-Crack Bob Manno, der vor sechs Tagen in Bozen (Italien) zu einem All-Star-Game selbst wieder als Spieler auf dem Eis stand, weiß: „Die Zuschauer sind es, die ein Match zum Derby machen.“
Vorgewarnt dürften die ERC-Cracks mit ihrem neuen Coach Mike Krushelnyski, den Bob Manno aus früheren Tagen kennt, aber allemal sein. Aus den vergangenen vier Spielen, jeweils mit neuen Trainern, holte Ingolstadt sechs, aber Straubing auch fünf Punkte. Da könnte es in der Saturn-Arena eng und spannend werden. Schon das erste und bislang einzige Duell dieser Saison, damals noch mit Erich Kühnhackl und Ron Kennedy an den Banden, war eine hauchdünne Angelegenheit. Ingolstadt gewann erst in der Verlängerung mit 4:3.