Straubing bietet Iserlohn die Stirn

Straubing: Trew bleibt ein TigerStraubing: Trew bleibt ein Tiger
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Die Iserlohn Roosters entführten am Sonntag mit einem 3:2 nach Verlängerung (2:0, 0:2, 0:0, 1:0) zwei Punkte aus dem Straubinger Eisstadion am Pulverturm. Die Gastgeber konnten nach einem aufopferungsvollen Kampf dennoch das Eis erhobenen Hauptes verlassen.

 

„Wir sollten nicht unzufrieden sein“, stellte dementsprechend auch Tigers-Trainer Erich Kühnhackl nach dem Spiel fest, „ich bin froh, dass sich die Mannschaft gegen ein solch starken Gegner wie Iserlohn so gut verkauft hat.“

 

Zufriedene Gesichter hier, glückliche Mienen dort. Solche gab es vor allem auf der Seite der Gäste und das nicht nur bei Co-Trainer Bernd Haake, der sich ausdrücklich für den herzlichen Empfang im Gäuboden bedankte.

 

Insbesondere die 850 Iserlohner Fans wurden für eine beschwerliche Anreise per Sonderzug, die durch verschiedene Unwägbarkeiten mehr als zehn Stunden dauerte und weswegen die Partie erst mit 30 Minuten Verspätung angepfiffen wurde, mit einem Sieg belohnt. Es war der erste bei einem Sonderzugausflug der Sauerländer seit zwölf Jahren.

 

Den Grundstein dafür konnten die Roosters, die hellwach auf das Eis gekommen waren, bereits früh legen. Deren zahlreicher Anhang hatte sich gerade im Gästeblock postiert, da gab es nach nur elf Sekunden zum ersten Mal etwas zu jubeln, als der Schwede Jens Karlsson mit einem trockenen Schuss in den Winkel Straubings Goalie Mike Bales eiskalt erwischt hatte.

 

Die Straubinger steckten diesen Rückschlag allerdings erstaunlich gut weg. Ein flotter Beginn mit einem offenen Schlagabtausch sorgte für Temperament auf dem Eis und auf den Rängen. Wieviel Emotion im Spiel war, zeigte sich etwa in der 12. Minute, als Straubings Youngster Thomas Wilhelm nach einem Scharmützel mit dem körperlich überlegenen Erich Goldmann auf der Strafbank Platz nahm und er eine eindeutige Geste von Iserlohns Robert Hock hinterher gesandt bekam, die ihm wohl klarmachen sollte, dass es ihm noch an Kragen gehen würde.

 

Nach dieser non-verbalen Exkursion sollten aber rasch wieder auf dem Eis Akzente gesetzt werden und dort war es ausgerechnet der Ex-Straubinger Martin Schymainski, der in der 18. Minute mit einem allemal haltbaren Schuss Mike Bales nicht gut aussehen ließ und auf 2:0 für die Roosters erhöhte.

 

Im zweiten Drittel fanden die Tigers allerdings schon bald die Antwort auf den Rückstand. Hatte vor Wochenfrist das Powerplay noch Sorgenfalten ausgelöst, so schlug diesmal Trevor Gallant (23.) schon zwölf Sekunden nach Inkrafttreten einer doppelten Überzahl zu. Ausgerechnet jener Thomas Wilhelm war es dann, der mit einer sehenswerten Einzelaktion den Ausgleich besorgte und damit eine starke Leistung krönte (26.).

 

Mit dem Ausgleich begann ein noch intensiverer Kampf um jeden Meter Eis, den beide Mannschaften annahmen. Die Straubing Tigers befolgten damit die Marschroute, die Trainer Erich Kühnhackl noch unter der Woche ausgegeben hatte. Auffallend war auch, dass sie sich trotz der strengen Regelauslegung nicht scheuten, so manchen Check zu Ende zu fahren und damit meistens richtig lagen.

 

Trotzdem sollten sie im Schlussabschnitt aber gerade im Penalty Killing mächtig gefordert sein. Von der 48. bis zur 52. Minute spielte Straubing ständig in Unterzahl, dabei zweieinhalb Minuten sogar mit zwei Mann weniger auf dem Eis. Doch es gelang den Tigers, das Unentschieden zu verteidigen und den redlich verdienten Punkt schließlich auch bis zur Schluss-Sirene festzuhalten.

 

In der Verlängerung schlug das Zünglein an der Waage aber schon bald zugunsten Iserlohns aus. Ein von Erich Goldmann vorgetragener Konter wurde von Richard Rochefort eiskalt zum 3:2-Siegtreffer verwertet (62.). Roosters-Coach Geoff Ward, der ein „gutes Spiel mit zwei starken Torhütern“ gesehen hatte, konnte deshalb auch anmerken: „Am Ende waren wir dank dieses Breaks die Glücklicheren.“

 

TORE:
0:1 (0:11) Karlsson (Roy, Goldmann)

0:2 (17:05) Schymainski (Rochefort, Furey)

1:2 (22:59) Gallant (Elfring, Lehner ) 5:3

2:2 (25:33) Wilhelm (Jocher, Saggau)

2:3 (61:47) Rochefort (Goldmann)

 

Strafminuten: Straubing 18 – Iserlohn 18

Schiedsrichter: Aumüller (Planegg)

Zuschauer: 4.661


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