Steve Kelly: Genie und Wahnsinn in einer Person

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Auch einen Tag nach der 2:5-Niederlage bei den DEG Metro Stars beherrschten zwei Themen die Frankfurt Lions. Zum einen die Hinausstellung gegen Kapitän Jason Young wegen einer Schwalbe, zum anderen das Foul von Steve Kelly an Düsseldorfs Jeff Panzer. "Das war spielentscheidend, der Pfiff war ein Witz", schimpfte Lions Trainer Rich Chernomaz noch weit nach dem Spiel. Gemeint war die Strafe gegen seinen Kapitän, als er von Schiedsrichter Aumüller wegen einer Schwalbe auf die Strafbank geschickt wurde. Aus der daraus resultierenden Überzahl schoss die DEG den 1:1 Ausgleich und war somit wieder im Spiel. Aumüller hielt auch nach dem Spiel an seiner Einschätzung fest: "Ich hatte eine gute Sicht, und es war eine Schwalbe. Deswegen habe ich Young alleine auf die Strafbank geschickt, und nicht auch den beteiligten Düsseldorfer", so die klare Wertung des Schiedsrichters.

Noch ein größeres Thema ist bzw. könnte Steve Kelly werden. Kurz vor Schluss checkte er Jeff Panzer heftig gegen die Bande. Panzer prallte unglücklich auf und zog sich eine dreifache Fraktur der Stirn zu. Auch hier interessant, jeder beurteilt die Szene anders. Während Aumüller zwei plus zehn Minuten verhängte wegen Check von hinten, forderte DEG Manager Lance Nethery schon direkt nach dem Spiel eine längere Sperre für den Übeltäter. Aumüller hatte sich Panzer nach dem Foul angeschaut und keine Verletzung erkannt. "Deswegen habe ich auch keine Spieldauerdisziplinarstrafe verhängt", äußerte sich Aumüller nach dem Spiel.

Beim genauen Betrachten der Bilder wird auch deutlich, dass Kelly natürlich der Auslöser des Vergehens war, aber sicher nichts für den unglücklichen Aufprall des Düsseldorfers Stürmers kann. Die Lions sind jedenfalls aufgefordert eine Stellungnahme abzugeben und hoffen natürlich, dass gegen Kelly keine nachträgliche Sperre verhängt wird.

Denn gerade dieser Steve Kelly war im bisherigen Saisonverlauf einer der besten Lions Spieler. Trainer Chernomaz schenkt dem Kanadier viel Vertrauen und auch deutlich mehr Eiszeit, als allen anderen Spielern. Kelly zahlt das Vertrauen mit bisher konstant guten Leistungen zurück. Seine risikoreiche Art Eishockey zu spielen kommt auch bei den Zuschauern an, so lange die ab und an überheblich wirkende Spielweise nicht nach hinten los geht. Aber genau das ist eben das Spiel eines Steve Kelly.

Überspitzt könnte man sagen, Kellys geniale Art Eishockey zu spielen bringt dich ins Finale, welches du dann aber durch eine total überflüssige Aktion des Kanadiers verlierst. Genau so eine Aktion hat er sich nun gegen Panzer erlaubt. Aufgrund seiner dritten Disziplinarstrafe ist er somit am Freitag, wenn sein Ex-Verein Mannheim in Frankfurt spielt, automatisch gesperrt. Bis spätestens Freitag wird auch entschieden sein, ob er länger zum Zuschauen verdammt sein wird. Am Dienstag, wenn es im Pokal zum Spiel gegen Nürnberg kommt, wird er aber spielen dürfen. Genauso wie Dennis Endras, der sein erstes Pflichtspiel im Tor der Frankfurt Lions absolvieren soll. Spielbeginn ist um 19.30 Uhr in der Eissporthalle am Ratsweg. (Frank Meinhardt - Foto by City-Press)

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