Starker Schlussspurt beschert Panther-Sieg - 6:5 gegen Köln

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Zum Monat der Entscheidung hat Panther-Manager Charly Fliegauf den Oktober erklärt, denn wollen die Augsburger nicht schon frühzeitig den Anschluss an die Playoff-Ränge verlieren, müssen Punkte her. Ob die Kölner Haie da der ideale Aufbaugegner sein würde, mochte man im Vorfeld bezweifeln, zumal der verletzungsbedingte Ausfall von Ronny Arendt, zuletzt eigentlich der Angreifer mit der meisten Offensivpower, wahrlich kein gutes Vorzeichen war. Aber anscheinend hatten die Spieler verstanden, denn trotz mehrfachen Rückstandes kämpften sie sich immer wieder zurück in die Partie und schafften das kaum für möglich Gehaltene: Man schlug den haushohen Favoriten mit 6:5.


Bereits in der ersten Minute bekam Jean-Francois Labbé einiges an Arbeit, denn die Kölner machten von Beginn an viel Druck. Am Favoritenstatus der Gäste kam keinerlei Zweifel auf, auch wenn die Hausherren die spielerische Überlegenheit ihrer Gegner durch kämpferischen Einsatz auszugleichen versuchten. Dennoch war die Führung in der 9. Minute durchaus verdient. Das Zuspiel des früheren Augsburgers Colin Beardsmore verwandelte Jeremy Adduono aus kurzer Distanz zum 0:1 aus Panthersicht. Insgesamt waren die Spieler von Ex-Bundestrainer Hans Zach fast in jeder Situation einen Schritt schneller und brachten die Panther immer wieder in gehörige Verlegenheit. Von kontrolliertem Spielaufbau war wenig zu sehen, man hatte genug damit zu tun, die Scheibe einfach nur aus dem eigenen Drittel zu bringen, was aber auch bei weitem nicht immer gelang. Nach einer knappen Viertelstunde kamen die Augsburger dann langsam etwas besser in die Partie und damit auch zu einigen Chancen, doch Thomas Greiss im Kölner Tor, der Chris Rogles an diesem Abend vertrat, war jeweils Herr der Lage. Machtlos war er allerdings gegen den Schuss von Björn Barta, der die halbe Haie-Abwehr umkurvte und dann den Puck aus gut fünf Metern in den Winkel hämmerte. Wenn der Ausgleich auch auf das gesamte Drittel gesehen etwas glücklich war, völlig unverdient war er angesichts des Spielverlaufs in den letzten Minuten vor der ersten Pause nicht. Bemerkenswert außerdem, in den gesamten zwanzig Minuten verhängte Schiri Dimmers nicht eine einzige Strafe.


Der Mittelabschnitt begann, wie man zuvor aufgehört hatte – ziemlich ausgeglichen. Solange die Panther nicht solche Fehler machten, wie Verteidiger Mike Pudlick, der Sebastian Furchner die Scheibe praktisch in den Lauf spielte, konnten sie nun über weite Strecken mithalten. Der junge Kölner scheiterte an Labbé, und weil sich das Auslassen solcher Chancen üblicherweise rächt, machten es die Gastgeber umgehend besser. Francois Methot vollstreckte zum Entzücken der Fans zum 2:1. Lange währte die Freude allerdings nicht, denn nach einem schlechten Wechsel der Panther kamen die Haie zu einer guten Chance, wobei der Abpraller dem Augsburger Verteidiger an den Schoner sprang und von dort ins eigene Tor. Dummerweise ließen sich die Panther von diesem zugegebenermaßen unglücklichen Gegentor völlig aus dem Konzept bringen und ihre Fehlerquote stieg sprunghaft an. Die Folge waren zwei schnelle Kölner Tore, zunächst Julien in Überzahl, dann Alex Hicks, der allein vor dem Augsburger Torhüter auftauchte und diesem keine Chance ließ. Nun waren die ursprünglichen Verhältnisse wieder hergestellt: verkrampfte Panther gegen abgeklärte Haie, die ihre Chancen nun eiskalt nutzten.


Mit turbulenten Szenen begann der Schlussabschnitt. Nach 39 Sekunden ließ Brian Felsner die Hoffnung der heimischen Fans durch seinen Anschlusstreffer wieder aufkeimen, nachdem ein Kölner die Scheibe an der eigenen blauen Linie vertändelt hatte. Doch umgehend im Keim erstickt wurde diese Hoffnung nur weitere 25 Sekunden später. Ein neuerlicher Abwehrfehler bescherte den Haien ihren nächsten Treffer, für den sich Beardsmore verantwortlich zeichnete. Und so ging es dann auch weiter. Marc Brown brachte die Hausherren mit einem satten Schlagschuss auf einen Treffer heran und schon hatten sie wieder Oberwasser. Ein völlig offener Schlagabtausch fand nun auf dem Eis statt und die Halle stand schließlich Kopf, als Rick Girard zum Ausgleich einschoss. Zu diesem Zeitpunkt saß Tino Boos gerade auf der Strafbank und die Haie reklamierten nicht zu Unrecht, dass die Panther während der Vorbereitung dieses Treffers zu viele Spieler auf dem Eis hatten, allerdings vergeblich. Defensive wurde nun auf beiden Seiten klein geschrieben und zwei inzwischen gleichwertige Mannschaften rangen um den Sieg. Es triumphierte am Ende das Herzblut über die Technik und das größere Budget: John Miner kam aus dem Rückraum, zog ab und traf. Wiederum war das Tor umstritten, denn hätte der Unparteiische auf Behinderung des Torhüters entschieden, hätte sich die Panther eigentlich kaum beschweren können. Wie fassungslos die Kölner über diese Niederlage in letzter Minute waren, dokumentiert sich an der Tatsache, dass sie direkt nach dem Abpfiff eine Massenschlägerei anzettelten.


„Uns war das 5:3 nicht genug, obwohl es eigentlich reichen sollte. So haben wir danach viel zu offen gespielt und sind den Panthern ins Messer gelaufen. Augsburg hat nie aufgesteckt und deswegen auch verdient gewonnen“, erklärte Hans Zach nach dem Spiel. Zu den umstrittenen Szenen vor den letzten beiden Treffern der Gastgeber äußerte er sich ungewohnt ruhig: „Wenn der Schiedsrichter das so entscheidet, dann akzeptiere und respektiere ich das.“ Sein Gegenüber Benoit Laporte verwies auf die Charakterstärke seiner Mannschaft. „Nach dem zweiten Drittel hat nur noch eine Mannschaft den Sieg richtig gewollt und dank der Unterstützung des Fans dann auch geschafft.“ (mor)


Tore: (1:1 / 1:3 / 4:1)

0:1 (08:12) Addouno ( Beardsmore )

1:1 (17:39) Barta ( Carter )

2:1 (23:10) Methot ( Fortier )

2:2 (26:59) Blank ( Beardsmore ; Schlegel )

2:3 (29:35) Julien ( Blank ; Björnlie ) 5:4

2:4 (31:04) Hicks ( McLlwain ; Schlegel )

3:4 (40:39) Felsner ( Rekis ; Moeser )

3:5 (41.04) Beardsmore (Adduono ; Julien )

4:5 (45:11) Brown ( Girard ; Felsner)

5:5 (47:18) Girard ( Moeser ; Miner ) 5:4

6:5 (58:45) Miner ( Carter : Kofler )


Zuschauer: 4322

Strafzeiten: Augsburger Panther 12, Kölner Haie 10 + 10

Schiedsrichter: Ralph Dimmers

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