Stark wie nie - Tigers schlagen auch Eisbären

Tigers ergattern mit großer Moral einen PunktTigers ergattern mit großer Moral einen Punkt
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Die Straubing Tigers feierten am Donnerstag mit einem 4:3 nach Verlängerung (1:1, 2:0, 0:2, 1:0) gegen die Eisbären Berlin ihren vierten Heimsieg in Folge.

 

Der Aufsteiger ist damit im Moment so stark wie noch nie in dieser DEL-Saison. Straubing hat nicht nur von den letzten fünf Partien vier gewonnen, sondern ist schon seit fünf Wochen verstärkt auf die Erfolgsspur eingebogen. Von den zwölf Spielen seit dem Weihnachtswochenende konnten die Tigers acht für sich entscheiden, was sie auf einen abgesicherten zwölften Tabellenplatz und immer näher an den Elften Iserlohn heran bringt.

 

Erich Kühnhackl konnte auch nach dem ersten DEL-Sieg gegen die Eisbären stolz auf sein Team sein: „Ich bin immer wieder auf’s Neue überrascht, wie viel Charakter und Willen in dieser Mannschaft steckt.“ Die Tigers, die aufgrund der Rückkehr von Cam Severson (nach Gehirnerschütterung) und der ansprechenden Premiere des Landshuter Förderlizenzspielers Stephan Daschner wieder mit vier Sturmreihen auflaufen konnten, überzeugten vor allem mit Präsenz und Kampfgeist, waren wachsam und boten dem Deutschen Meister mit ihren Tugenden erfolgreich die Stirn.

 

Das honorierte auch der Gästetrainer Pierre Pagé, der Straubing neben dem Schweizer Eishockeyteam des HC Ambri-Piotta (Ambri hat nur 200 Einwohner) auch mit dem kleinsten Standort der National Football League (NFL), Green Bay (US-Bundesstaat Wisconsin), verglich.

 

Zum Spiel stellte er fest, dass Straubing das ganze Spiel über gearbeitet und mit hoher Intensität gespielt habe, um dann mit seiner Mannschaft in die Kritik zu gehen: „Wir müssen im März und April viel, viel besser sein. Wir brauchen eine neue Identität.“ Er hat auch bereits eine Vorstellung davon, wie diese auszusehen hat: „Es gewinnen nicht die besten Mannschaften, sondern die, die jeden Tag arbeiten. Für uns ist nichts vorbestimmt, wir müssen in jedem Spiel brennen.“

 

Was der Berliner Coach, der die dritte Niederlage in Serie zu beklagen hatte, damit meinte, hatten die dem Statement vorausgegangenen rund 62 Spielminuten gezeigt. Straubing war heiß auf die Hauptstädter und von einem 0:1-Rückstand ebenso wenig vom Sieg abzubringen wie vom 3:3-Ausgleich der Eisbären im letzten Drittel.

 

Dabei hatte die Anfangsphase durchaus die spielerische Klasse der Gäste angedeutet. Die Führung durch Andy Roach (8.) war nicht von ungefähr das Ergebnis eines schön vorgetragenen Angriffs. Doch diese Führung schien den Eisbären nicht gut zu tun. Das 1:1, durch einen Hammer von Sepp Lehner (14.) im Powerplay herbeigeführt, hatte sich Straubing zur ersten Pause dann redlich verdient.

 

Für die 4.112 Zuschauer kam es, soweit sie Anhänger der Tigers waren, allerdings noch besser. Im Mittelabschnitt brachte Jason Dunham nach nur 14 Sekunden in Überzahl unter Mithilfe von Steve Walker, der den Puck mit dem Schlittschuh ins eigene Tor lenkte, sein Team in Front und der Deutsch-Kanadier bereitete schließlich neun Minuten später das 3:1 durch Bill Trew, der am kurzen Pfosten vollstreckte, schön vor.

 

Die Eisbären fanden auf diesen Rückstand zunächst noch keine Antwort, ließen sogar eine 83-sekündige Zwei-Mann-Überzahl ungenutzt und konnten von Glück sagen, dass Straubings US-Boy David Lundbohm in der 35. Minute den Puck doch noch am fast freien Tor vorbeischoss, nachdem er Daniar Dshunussow im Berliner Gehäuse schon „auf die Bretter“ geschickt hatte.

 

Im letzten Drittel rannten die Berliner zunächst vergeblich und auch ein wenig ideenlos an. Doch Straubing sollte der vergebenen „Hundertprozentigen“ noch hinterher trauern, denn Deron Quint, der von Steve Walker schön bedient worden war (52.), und Stefan Ustorf, der seinerseits im Powerplay einen Knaller von Jeff Jillson abfälschte (56.), stellten den Ausgleich her.

 

Wer Straubing im vierten Spiel innerhalb von sieben Tagen nun auf der Verliererstasse und am Ende der Kräfte wähnte, wurde wiederum eines Besseren belehrt. Ex-Nationalspieler Tobias Abstreiter war es mit einem schön von Matt Kinch vorbereiteten Treffer vorbehalten, in der Overtime mit seinem ersten DEL-Tor im Tigers-Trikot den 4:3-Siegtreffer zu markieren.

 

TORE:

0:1 (7:20) Roach (Beaufait, Müller)

1:1 (13:10) Lehner (Dunham) 5:4

2:1 (20:14) Dunham (Elfring, Lehner) 5:4

3:1 (29:48) Trew (Dunham)

3:2 (51:23) Quint (Ustorf, Walker)

3:3 (55:26) Ustorf (C. Jarrett, Jillson) 5:4

4:3 (62:05) T. Abstreiter (Kinch, Norgren)

 

Strafminuten: Straubing 14 – Berlin 12

Schiedsrichter: D. Konc (Slowakei)

Zuschauer: 4.112


(Foto: Winterl - www.hockeymedia.de)