Special Teams retten Panther-EhreAugsburg – Wolfsburg 6:3

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Es war eine von Beginn an temporeiche Begegnung zwischen den Panthern und Grizzlies, die zunächst die Augsburger beherrschten. „Wir haben von Anfang an Gas gegeben und sind in die Zweikämpfe gegangen“, erklärte Michael Bakos. Schließlich wollten die Schwaben nur eines: Revanche! Doch auch die Kälte trieb die AEV-Jungs an. „Im Curt-Frenzel-Stadion ist das eigentlich Standard“, spricht der Verteidiger aus Erfahrung, aber diese Woche sei es doch recht eisig gewesen. „Da frieren dir schon die Zehen und Finger ab“, so Teamkollege Steffen Tölzer. Das Schlimmste sei allerdings die kalte Luft in der Lunge, seufzte Bakos. Doch trotz allen „Leids“ sehen die beiden Abwehrspieler einen kleinen Vorteil für sich gegenüber den Gästen, da sie Tag für Tag diesen Temperaturen ausgesetzt sind.

„Arschtor“ zur Begrüßung

Und so fackelten die kälteerprobten Augsburger gegen Wolfsburg nicht lange. Nur 53 Sekunden waren gespielt, und schon klingelte es im Kasten der Gäste durch ein sogenanntes „Arschtor“, wie es Wolfsburgs Coach Pavel Gross im wahrsten Sinne des Wortes nannte. Derek Whitmore schoss Keeper Daniar Dshunussows Hinterteil an, von dem die Hartgummischeibe abprallte und im Tor landete. Aber die Freude währte nicht allzu lange. Denn fünf Minuten später überraschte Robert Bina Augsburgs Patrick Ehelechner mit einem Schlagschüsschen (6.). Erster Versuch, erster Treffer, und der AEV-Goalie sah dabei gar nicht gut aus. Doch Whitmore machte den Patzer mit seinem zweiten Tor des Abends wieder gut (9.).

Ausgleichende Gerechtigkeit?

Nach nur einer Strafe im ersten Drittel für "Grizzly" Christoph Höhenleitner, der wegen eines Checks von hinten zwei plus zehn Minuten aufgebrummt bekam, deutete sich im Mittelabschnitt langsam an, wohin die Partie führt. Zuerst waren es die Gäste, die durch Matt Dzieduszyckis Powerplay-Treffer ausglichen (24.), vier Minuten später schoss Rob Brown – ebenfalls in Überzahl – die Panther wieder in Führung (28.). Die Gemüter auf dem Eis erhitzten sich, so dass die Teams kaum gleichzeitig komplett waren. Mal saß ein Wolfsburger auf der Strafbank, mal ein Augsburger. Und als es für die Panther schließlich hieß: doppelte Unterzahl, dürften einige der 3.388 Zuschauer den Unparteiischen, wie vergangene Woche, verflucht haben. Doch die Schwaben überstanden ihre 3:5-Situation und dann wendete sich das Blatt. Denn kaum waren die Fuggerstädter wieder „vereint“, ereilte die Grizzlies das gleiche Schicksal. Doppelte Überzahl für die Schwaben!

Man gewann fast den Eindruck, Schiedsrichter Daniel Piechaczek und seine Kollegen setzten auf ausgleichende Gerechtigkeit. Aber anders als die Gäste nutzte der AEV seine Chance. Christoph Höhenleitner gesellte sich zu Tyler Haskins und Sergio Somma schlug zu (49.). Kurz danach tat es ihm Ryan Thang in einer weiteren Überzahlsituation gleich, indem er den Puck unter die Latte donnerte (50.). Zwar sorgten die Niedersachsen durch Norman Milleys Treffer noch einmal kurz für Unruhe (51.), doch Peter MacArthur machte den Sack mit dem sechsten Panther- und vierten Überzahltreffer zu (55.).

Knackpunkt: Doppelte Unterzahl

Vier Powerplay-Tore in einem Spiel – „das ist alles andere als selbstverständlich“, wusste Larry Mitchell. „Schon so oft diese Saison haben uns die Special Teams Punkte gekostet, doch heute muss ich der Mannschaft Respekt zollen“, lobte der AEV-Coach seine Jungs. Der Knackpunkt der Partie: die 3:5-Unterzahlsituation. „Die haben wir gut gelöst“, fand der Trainer, „und bei der anschließenden doppelten Überzahl hatten wir Glück, dass der Puck in dem Moment reingehüpft ist.“ Auch Pavel Gross sah ein: Während die Panther das Penalty Killing der Grizzlies eiskalt ausnutzten, „hat Augsburg unsere Powerplay-Situation ganz klar geblockt.“ Damit verließen die Niedersachsen erneut das bayerische Schwabenland – diesmal jedoch als Verlierer.

Wahre Freunde…

…werden die beiden Teams auch nicht mehr werden. Bereits nach der ersten Begegnung am Lech gab es Stress: Pantherfans hatten wohl ihren Frust an Pavel Gross und seinen Jungs ausgelassen, als diese auf dem Weg in die Kabine waren. Diesmal sorgte ein nicht ganz einwandfrei funktionierender Videowürfel für Ärgernis. Wie schon vergangene Woche streikte die Neuanschaffung am Freitagabend erneut, obwohl sich die Verantwortlichen des Problems bereits angenommen hatten. Vielleicht helfen den frierenden Monitoren ja beim Derby gegen Ingolstadt am 23.12. ein paar warme Fanschals? Doch bevor Augsburg den ERCI zum Pantherduell fordert, geht es für die Fuggerstädter am Sonntag nach Iserlohn. „Das wird ein hartes und schwieriges Spiel“, weiß Larry Mitchell, der vor allem vor den ersten zehn Minuten warnt, sich aber natürlich auch an den 4:1-Triumph des ersten Spieltags im Sauerland erinnert. Für Wolfsburg geht es zu Hause im Kampf der Kellerkinder gegen Schlusslicht Düsseldorf.

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