Sledge-Eishockey: Eklat in Malmö

Scorpions erlegen tapfer kämpfende WölfeScorpions erlegen tapfer kämpfende Wölfe
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Bis ins Finale der diesjährigen Malmö-Open, dem europäischen Spitzenturnier der Vereinsmannschaften, haben es die Sledge-Eishockey-Spieler der Hannover Scorpions in diesem Jahr geschafft. Mit Siegen über Tallin / Estland (2:0), Rosenborg / Norwegen (6:2), Zlin / Tschechien (3:1) und Gastgeber Malmö / Schweden (4:0) schafften die Deutschen erstmalig den Sprung unter die drei besten Teams Europas. Finalgegner war der mehrfache Turniersieger der Vorjahre aus Oslo. Neben einer gestandenen Mannschaftsleistung unter der Leitung des Trainerteams Michael Gursinsky / Wolfgang Kempe war es vor allem die Sturmreihe Segreff-Kessler-Appelkamp, die den europäischen Konkurrenten mächtig zusetzte. Lediglich im Eröffnungsspiel patzten die Niedersachsen mit einer 1:4-Niederlage gegen das schwedische Team aus Nakka.

Gesellschaftliches Highlight des viertägigen Turniers war der Besuch der Schwedischen Königin Silvia am Samstagmorgen. Co-Trainer Kempe konnte im persönlichen Gespräch Königin Silvia den für das deutsche Team überaus erfolgreichen Turnierverlauf berichten.

Die Begegnung gegen Gastgeber Malmö am Samstagnachmittag wurde durchweg vom Hannoverschen Team dominiert. Bereits zur Pausenzeit war mit einem 3:0 ein völlig unerwarteter Spielstand erreicht. Die sich abzeichnende Niederlage veranlasste Trainer und Betreuer des schwedischen Teams die Mannschaft anzuweisen sich besonders um die Top-Spieler der Scorpions zu "kümmern". Dieses nahmen die Eklund-Brüder wörtlich. Bereits 28 Sekunden nach dem Wiederanpfiff wurden Kessler und Segreff auf übelste Art gefoult. Zerschlagene Brillengläser, Platz- und Schnittwunden an Kopf und Körper der deutschen Spieler waren die Folge. Selbst vor dem Einsatz der messerschaften Spikes ihrer Sledge-Eishockey-Schläger schreckten die Spieler aus Malmö nicht zurück. Der völlig überforderte Hauptschiedsrichter aus Tschechien bekam während der 30-minütigen Spielunterbrechung vom schwedischen Linienrichter mehrfach Korrekturen zu den auszusprechenden Strafen in die Feder diktiert. Eine nach Spielende und nach versöhnlicher Aussprache der Teamvertreter aus Malmö und Hannover vom Hauptschiedsrichter gegen Segreff verhängte Spielsperre für das Finalspiel konnte von den Niedersachsen nicht akzeptiert werden, so dass diese zwar am Sonntag zum Finalspiel antraten, jedoch das Eis nach dem Eröffnungsbully verließen.

"Ein schwarzer Tag für den schwedischen Behindertensport, derartige Elemente gehören vom Sport ausgeschlossen. Schade, dass der Veranstalter die Situation nicht klären konnte, schade auch, dass die Unerfahrenheit der Referees ein Übriges beitrug. Aber unter gegebenen Umständen war es uns nicht möglich am Endspiel teilzunehmen. Wir sind vom Gastgeber um den Erfolg unserer neunjährigen Aufbauarbeit betrogen worden. Eine erneute Teilnahme am Turnier 2006 stellen wir aus heutiger Sicht deutlich in Frage. Wir erwarten eine offizielle Entschuldigung des schwedischen Verbandes", kommentierte Spieler und Organisator Gerd Bleidorn.