Sieg auf den letzten DrückerStraubing gewinnt Derby

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Damit bezog er sich natürlich auf die Auftaktniederlage in Berlin, bei der man nur ein Drittel mithalten konnte und meinte weiter: „Vor allem weil wir das Spiel am Freitag leichtsinnig hergeschenkt haben. Wir haben gewusst, dass wir heute gewinnen müssen.“ Doch zunächst wurde es emotional. Vor dem Spiel wurde das Trikot von Tigers-Legende Calvin Elfring bei einer kleinen Zeremonie unter das Hallendach gezogen. Die Tigers werden die Nummer 24 damit nicht mehr vergeben.

Dass der ERC Ingolstadt zum Kreis der Titelanwärter zählt, konnte man in den ersten 20 Minuten nicht erkennen. Die Hausherren hatten das Spiel deutlich im Griff. Ein Schussverhältnis von 11:4 spricht eine klare Sprache. Bereits in den Anfangssekunden hatte Mike Conolly die erste Großchance. Ein ums andere Mal tauchten die Niederbayern gefährlich vor dem starken Timo Pielmeier auf. Maury Edwards war es vorbehalten, die mehr als verdiente Führung zu erzielen. Wenig später bewiesen die Tigers, dass sie auch das Überzahlspiel beherrschen und schnürten die Gäste regelrecht ein. Hitzig wurde es, als Alex Oblinger und Darryl Boyce eine kleine Meinungsverschiedenheit hatten. Schönberger meint: „Wir sind super aus der Kabine gekommen und haben das erste Drittel super gespielt und hätten vielleicht auch höher führen müssen.“ Lob gab es vom Gästecoach Tommy Samuelson für seinen Goalie: „Wir haben gewusst, dass Straubing viel Druck machen wird. Es ist das erste Heimspiel und fast ausverkauft. Da ist klar, dass man was zeigen will. Aber Gott sein Dank hat Timo wieder gut gehalten und uns im Spiel gehalten.“

Im zweiten Abschnitt konnte man die Gäste druckvoll erwarten, was diese auch versuchten. Doch die Tigers machten das auch in dieser Phase sehr gut und ließen sich nicht den Schneid abkaufen. Ingolstadt war nun auf Augenhöhe und nahm deutlich mehr am Spiel teil. Doch mit einem Tor, wie es die Straubinger Fans lieben, erhöhte René Röthke. Erst drückten die Tigers mit einigen guten Schüssen, ehe Röthke die Scheibe über den liegenden Pielmeier ins Tor brachte. Die Schanzer schüttelten sich kurz und machten weiter. Petr Tatíček war es vergönnt, den Anschlusstreffer zu erzielen. Sandro Schönberger weiß, warum: „Nach dem 2:0 sind wir etwas vom Gas gegangen und haben es den Ingolstädtern etwas zu leicht gemacht. Die haben offensiv unglaubliche Qualitäten und haben das eiskalt ausgenutzt.“ Nun ging es rauf und runter, doch weitere Tore blieben in diesem Drittel aus. Samuelson sagt über den Abschnitt: „Mit dem zweiten Abschnitt bin ich zufrieden, obwohl Straubing das 2:0 macht. Aber wir haben besser gespielt.“ Zufrieden auch Straubings Trainer Larry Mitchell: „Unsere Statistik zeigte 32:14 Schüsse für uns, aber wir hatten die eine oder andere Chance im zweiten Drittel liegen lassen, als Pielmeier Ingolstadt definitiv im Spiel gehalten hat.“

Im Schlussdrittel kosteten drei Unterzahlspiele am Stück den Tigers einige Kraft, was man ihnen in der Endphase auch anmerkte. Mitchell: „Ich war auch im letzten Drittel zufrieden, aber wenn man drei Strafzeiten nimmt, ist es nur eine Frage der Zeit, bis diese Ingolstädter Überzahl ein Tor erzielt. Als Trainer ist man immer gespannt auf die Antwort der Mannschaft.“ Erst machte John Laliberte den sehr glücklichen Anschlusstreffer, denn sein Schuss sprang vom Pfosten an Climies Schoner und von da ins Tor, und dann war der ERC drauf und dran, das Spiel endgültig zu drehen. Mitchell erinnert sich: „Wir waren ziemlich down nach den zweiten Gegentor.“ Doch auch bei den Ingolstädtern wurde der Tank zusehends leer. Samuelson stimmt zu: „Es hat viel Kraft gekostet, das zu drehen.“ Alles deute darauf hin, dass die intensive Partie in die Overtime geht. Doch Dustin Friesen dezimierte seine Farben kurz vor der Sirene. Straubing nun mit der großen Chance, sich die Punkte zu sichern. Doch diese Überzahl wollte nicht recht in Schwung kommen. Als der Straubinger Anhang schon ungeduldig wurde, nahm Tim Miller sein Tigerherz in beide Hände und arbeite den Puck über die Line. Zwar wurde der Videobeweis bemüht, doch der dauerte nur wenige Sekunden. Damit sicherten sich die Niederbayern die drei Punkte und den ersten Sieg der neuen Saison.

Tommy Samuelson meint zusammenfassend: „Das Spiel hat zwei Geschichten. Die ersten 30 Minuten, die Straubing gehörten und die zweiten 30 Minuten, die uns gehörten. Leider hat es für uns nicht zu Punkten gereicht. Vielleicht hat und der 0:2-Rückstand heute die Punkte gekostet. Zum Schluss ein glückliches Tor, aber so Kleinigkeiten machen den Unterschied.“ Larry Mitchell zeigte sich natürlich zufrieden: „Ich war sehr zufrieden mit unserem Spiel heute. Hut ab vor der Leistung meiner Mannschaft. Wir wollten an einem Tag der Calvin Elfring gehört, Calvin noch einen Grund zum Feiern geben. Mit diesem glücklichen Tor zum Schluss, ist uns das gelungen.“ Tigers-Spielführer Sandro Schönberger lobt ebenfalls und weiß, woran es lag: „Ich denke, die Mannschaft hat Moral gezeigt und verdient gewonnen. Nur durch harte Arbeit wird man belohnt. Das haben wir bis zum Schluss gemacht und deshalb sind wir auch belohnt worden. Der Puck muss über die Linie, egal wie.“

Tore: 1:0 (12.) Maury Edwards (Mike Conolly), 2:0 (27.) René Röthke (Mike Conolly, Maury Edwards), 2:1 (34.) (Petr Pohl, Thomas Greilinger), 2:2 (52.PP) John Laliberte (Thomas Greilinger, Patrick McNeill), 3:2 (60.PP) Tim Miller.

Schiedsrichter: Christoffer Hurtik, Marian Rohatsch; Linienrichter: Pascal Kretschmer, Lukas Kohlmüller.

Strafen: Straubing 14, Ingolstadt 12.

Zuschauer 4.528.

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