Sieben Tore für die Augsburger PantherAugsburg - Iserlohn 7:4

Jubel über Adrian Grygiels Tor zum 4:2. (Foto: Imago)Jubel über Adrian Grygiels Tor zum 4:2. (Foto: Imago)
Lesedauer: ca. 4 Minuten

Die Augsburger erwischten einen denkbar schlechten Start in dieses wichtige Spiel: Bereits nach zwölf Sekunden gerieten sie in Unterzahl, weil Brady Lamb auf die Strafbank musste. Die Iserlohner hatten auch gleich durch den „Torschützen des Monats“ Nick Petersen eine Doppelchance. Danach funktionierte das Penalty-Killing der Panther, das sich nach etwas mehr als sechs Minuten erneut beweisen musste, als Breitkreuz wegen eines Bandenchecks zwei Minuten durchschnaufen durfte. Nach einer schönen Kombination schoss Petersen auf das Tor von AEV-Keeper Chris Mason. Im Nachstochern bugsierte Chris Connolly die Scheibe über die Linie zur Führung für die Roosters. Es dauerte ein paar Minuten, bis sich die Panther gefangen hatten, aber zur Mitte des ersten Drittels setzten sie die Sauerländer ordentlich unter Druck und zogen ihrerseits die erste Strafzeit. Bis auf einen Schuss von Woywitka tat sich aber nicht viel. Kurz darauf war der Arbeitstag von Daniel Weiß beendet, der nach einem Check gegen den Kopf von Richard Jares fünf Minuten plus Spieldauer aufgebrummt bekam. Jares musste das Eis verlassen und ärztlich untersucht werden. Nach eineinhalb Minuten IEC-Powerplay dann Hoffen und Bangen im Curt-Frenzel-Stadion: Die Schiedsrichter mussten den Videobeweis konsultieren – und entschieden nach Durchsicht der Bilder nicht auf Tor für die Roosters. Es bleib also beim 0:1 aus Sicht der Augsburger.

Kurz vor Ende des Drittels schlugen die Roosters aber zu: Zunächst ließen sie die Scheibe flüssig, aber harmlos, um die enge Box der Panther zirkulieren, dann machte Sullivan den Weg frei mit einem schnellen Querpass quer durch das Viereck. Dylan Wruck behielt die die Übersicht und bediente Petersen mit einem gezielten scharfen Pass, den dieser gekonnt ins Tor der Panther abfälschte. Die Panther ließen sich dieses Mal aber nicht beeindrucken und versuchten direkt, zum Tor zu kommen – mit Erfolg: Einen Querpass von Seifert fälschte Brooks Macek ins eigene Tor ab – Brent Raedeke entlud daraufhin seinen Frust mit einem Foul an Spencer Machacek. Neben dem Anschlusstreffer ermöglichten die Iserlohner damit den Panthern auch gleich noch ein Überzahlspiel zu Beginn des zweiten Spielabschnitts.

Die Augsburger überrollen die Roosters: Vier Tore in viereinhalb Minuten    

Nach 30 Sekunden hatte hier Machacek die erste Chance, kurz darauf fälschte Trevelyan halbwegs gefährlich ab. Danach verflachte das Spiel ein wenig. Erst nach beinahe sechs Minuten gab es wieder einen erfolgversprechenden Versuch von James Bettauer. Kurz darauf hatten die Panther ein wenig Glück, als IEC-Stürmer Brooks Macek nach einem Konter über Marko Friedrich das Außennetz traf. Aber nur wenig später hatten die merkwürdig verhaltenen Panther-Fans Grund zum Jubeln. Spencer Machacek stürmte auf rechts nach vorne, legte mit einem feinen Chip-Pass quer in die Mitte auf Martin Hinterstocker, der trotz Bedrängnis zum 2:2 ausglich. Dann kam so etwas wie Stimmung im Curt-Frenzel-Stadion auf. Die wurde noch verstärkt, als T.J. Trevelyan nach einem Direktschuss von Woywitka von der blauen Linie aus dem Gewühl zur erstmaligen Führung der Augsburger abstauben konnte. Dass harte Arbeit sich lohnt, belegten die Augsburger nach der Hälfte der Spielzeit: Nach einem Schlagschuss von Patrick Seifert arbeitete Adrian Grygiel die Scheibe irgendwie über die Linie. IEC-Goalie Matthias Lange hatte daraufhin genug und wurde gegen Daniar Dshunussow ausgewechselt. Auch Brodie Dupont verabschiedete sich vorzeitig: Nach einem Bandencheck bekam auch er wie zuvor Daniel Weiß eine Spieldauer-Disziplinarstrafe. Und nach nur 21 Sekunden schlug T.J. Trevelyan auf Zuspiel von Spencer Machacek zum 5:2 zu – zum vierten Panther-Treffer innerhalb viereinhalb Minuten. Kurz vor Drittelende gab es eine Strafzeit gegen Andy Reiss, die zunächst folgenlos blieb. Nach der Schlusssirene gerieten James Bettauer und Sean Sullivan aneinander: Sullivan erhielt zwei, Bettauer vier Strafminuten. Damit starteten die Roosters mit 5:3-Überzahl ins Schlussdrittel.  

Augsburg macht in Unterzahl alles klar, schenkt aber zwei Tore her

Sie erarbeiteten sich auch einige Chancen, konnten die Panther aber nicht ernsthaft in Gefahr bringen. Dafür machte Greg Moore nach 50 Minuten in Unterzahl den Sack zu und erzielte nach resolutem Einsatz von Steffen Tölzer und Spencer Machacek das 6:2. Danach fiel Iserlohn auseinander und hatte kaum noch etwas entgegenzusetzen. Dem Druck der Augsburger mussten sich die Iserlohner denn auch vier Minuten vor Feierabend nachgeben und kassierten das siebte Tor durch DaSilva. Danach waren die Panther zu sorglos, sodass Iserlohn ohne großen Aufwand noch zu zwei Toren durch Bassen und Petersen kam. Nach Spielende feierten die Fans ihre Mannschaft und insbesondere 5-Punkte-Mann Spencer Machacek, der als Top-Star des Spiels ausgezeichnet wurde. Beide Trainer lobten den Willen der Augsburger Panther: „Augsburg hat uns ungefähr vier Tore nach Rebounds reingehämmert, das sagt sehr viel über die Einstellung der Mannschaft“, sagte IEC-Coach Jari Pasanen und attestierte AEV-Schlussmann Chris Mason eine sehr gute Leistung. 

Tore:
0:1 (6:55) Chris Connolly (Dylan Wruck, Mike York/5-4)
0:2 (18:43) Nicholas Petersen (Dylan Wruck, Sean Sullivan/5-4)
1:2 (19:31) Patrick Seifert (4-5)
2:2 (27:15) Martin Hinterstocker (Spencer Machacek)
3:2 (28:56) T.J. Trevelyan (Greg Moore)
4:2 (30:43) Adrian Grygiel (Dan DaSilva)
5:2 (31:48) T.J. Trevelyan (Spencer Machacek, Jeff Woywitka)
6:2 (49:56) Greg Moore (Steffen Tölzer, Spencer Machacek)
7:2 (56:45) Dan DaSilva (Spencer Machacek, Patrick Seifert)
7:3 (57:22) Chad Bassen (Chris Connolly, Boris Blank)
7:4 (58:37) Nick Petersen (Sean Sullivan, Dylan Wruck)

Strafen: Augsburg 14 + 5 + Spieldauer (Daniel Weiß), Iserlohn 6 + 5 + Spieldauer (Brodie Dupont) 
Zuschauer: 4.054


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