Sie können auch zu Hause gewinnen

Die "Alex Hicks Initiative"Die "Alex Hicks Initiative"
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Die Kölner Haie können also doch noch in eigener Halle gewinnen. Zwar

stotterte der Motor im ersten Drittel vor der schwächsten Kulisse in dieser

Saison noch gewaltig, aber die Scorpions hatten offensichtlich ihre Stachel an

der Leine gelassen und ließen die Gastgeber über weite Strecken gut aussehen.

Deren neuer Cheftrainer Clayton Beddoes trat mit drei Mittelstürmern (Ullmann,

Piros und McLlwain) an und wirbelte ansonsten die Flügelstürmer gehörig

durcheinander. Hannover blieb auch im Schlussdrittel trotz Überzahlsituationen

harmlos, während Stéphane Julien mit einem Powerplay-Tor für den Endstand

sorgten.

Die große Frage vor dem Match: Würden die Domstädter auch vor eigenem

Publikum zum ersten Mal in der Saison im Stande sein, als Sieger das Eis zu

verlassen, nachdem am Sonntag in Frankfurt der erste Saisontriumph überhaupt

eingefahren wurde? Bei Köln fehlte lediglich Torwart Robert Müller, während

Philip Gogulla, der erst heute aus dem Trainingslager der Buffalo Sabres

zurückgekommen war, vehement auf seinem Einsatz bestand. Scorpions-Chefcoach

Hans Zach musste auf Routinier und Ex-Hai Dan Lambert (Kniebeschwerden),

Ex-DEG-Akteur Tore Vikingstad (Schulter-OP) und Sachar Blank

(Adduktorenzerrung) verzichten.

Vom Anfangsdrittel war kaum Erwähnenswertes zu verzeichnen. Köln zeigte

Bemühungen, Hannover wartete auf seine Chancen. Viel kam bei beiden Teams nicht

heraus. Zwar ließ der junge Stefan Horneber im KEC-Tor bereits nach 29 Sekunden

Unsicherheiten erkennen, doch wirkte sich dies nicht auf der Anzeigetafel aus.

Die erste Kölner Chance hatte Christoph Melischko in der 4. Minute, doch

Gästekeeper Martin Morczinietz reagierte blitzschnell. Drei Minuten später

prüfte Todd Warriner die Qualität der Fanghand des Scorpions-Goalies. Als

Philip Gogulla in der 10. Minute in Unterzahl zu einem sehenswerten Solo

ansetzte, jedoch scheiterte, war das Drittel, was die Möglichkeiten angeht,

praktisch zu Ende.

Der Mittelabschnitt stand im Zeichen des 41-jährigen Dave McLlwain. Den

ersten Treffer leitete der Kapitän mit einem Schuss in die lange Ecke ein, den

der schwache Morczinietz nicht festhielt, Tor Nummer zwei setzte der Oldie

elegant in die Maschen, nachdem er von Gogulla wunderbar angepasst wurde, und

beim 3:0 verwertete er ein genaues Zuspiel vom vielgescholtenen Mike Johnson,

der jedoch insgesamt wieder einmal blass blieb. Zwei Pfostenschüsse waren den

Treffern vorausgegangen. Todd Warriner hatte bei einer 5:3-Überzahl das Pech,

und auf der anderen Seite war Chris Herperger das Metall im Weg. Dabei war bei

den Kölnern längst nicht alles Gold, was glänzte. 87 Sekunden lang versuchten

sie vegeblich, bei doppelter Überzahl zum Erfolg zu kommen. Vor allen Dingen

stand eigenes Unvermögen im Wege. Und die Gäste aus Niedersachsen? Sie waren

viel zu bieder und kamen erst gegen Ende des Drittels, vornehmlich mit

Alibischüssen, zu ihren Chancen.

Tore: 1:0 (24;35) Adams (Julien, McLlwain), 2:0 (27;58) McLlwain (Renz,

Gogulla), 3:0 (36;06) McLlwain (Warriner, Johnson), 4:0 (58;26) Julien (Piros,

Gogulla). – Zuschauer: 7.214. – Strafminuten: Köln 14, Hannover 20.

– Schiedsrichter: Piechaczek (Ottobrunn).