„Sich nichts gefallen lassen“ als ErfolgsrezeptKrefeld - Berlin 4:3

Der KEV setzte sich gegen Berlin durch. (Foto: Imago)Der KEV setzte sich gegen Berlin durch. (Foto: Imago)
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Martin Schymainski sprach im Pauseninterview nach dem ersten Drittel von einem leidenschaftlichen Spiel, nannte „Sich-nichts-gefallen-lassen“ als Erfolgsrezept für das erste Drittel und riet, die Pinguine sollten „genauso weiter spielen“ in Drittel zwei. Damit meinte er sicher nicht die beiden Gegentore innerhalb von fünf Sekunden, die die Pinguine als gute Gastgeber in Minute vier den Gästen von der Spree schenkten. Jedoch waren die Seidenstädter nun wach verstärkten ihr Angriffsspiel.

Nach nur 67 Sekunden erzielte Adam Courchaine mit einem schönen Schlagschuss den Anschlusstreffer zum 1:2. Nach dem Powerbreak wurde das Spiel intensiver. In der elften Minute erhielt Henry Haase 2+2 Minuten, und nur 22 Sekunden nach seiner Hinausstellung wanderte auch Julian Talbot für zwei Minuten in die Kühlbox, da er gut sichtbar Adam Courchaine mit einem Stockschlag auf die Hand so verletzte, dass für Courchaine, der bis dahin eine sehr gute Leistung gezeigt hatte, das Spiel beendet war. Die zweiminütige doppelte Überzahl nutzten die Pinguine, um das Spiel zu drehen: nach nur 15 Sekunden erzielte Josh Meyers den Ausgleich mit einem Schlagschuss vom Bullykreis aus durch die Hosenträger von Petri Vehanen, und weitere 20 Sekunden später spielten die Pinguine ihre Überzahl sehr gut aus, so dass Andreas Driendl auf 3:2 erhöhen konnte. Danach wurde das Spiel recht ruppig, beide Mannschaften erhielten noch 6+10 Minuten, von denen die Eisbären noch 1:15 ins zweite Drittel mitnahmen.

Als nach nur 20 Sekunden des Mitteldrittels wiederum Talbot auf die Strafbank musste, schlugen die Pinguine dank doppelter Überzahl noch mal zu: Vehanen konnte einen Schuss von Nick St. Pierre nicht festhalten und Martin Schymainski schob den Abpraller ein zum 4:2. Die Eisbären intensivierten ihr Spiel nun und ließen die Pinguine kaum aus ihrem Drittel, aber durch eine Vielzahl von Stock-, Pass- und Stellungsfehlern auf beiden Seiten kam es weder zum Anschlusstreffer noch konnten die Krefelder wirkliche Breaks fahren. Nach dem Powerbreak in Minute 32 verteilten sich die Spielanteile auf beide Teams, auch weil drei weitere kleine Strafen (eine für Krefeld)  Schwung aus der Partie nahmen. In Minute 39 dann wieder ein Schreck für die Pinguine: Andreas Driendl wurde in  der Berliner Bandenecke verletzt, ohne dass eine Strafe ausgesprochen wurde und musste vom Eis.

Im Pauseninterview benannte Dominik Meisinger, der im vierten Block spielte, die zwei wesentlichen Merkmale des zweiten Spielabschnitts richtig: „Wir sind besser ins Spiel gekommen als im ersten Drittel“ und „Es war ein sehr körperintensives Spiel.“

Das letzte Drittel eröffnete Andreas Driendl ohne die sechs Zähne, die ihn ein Stockkontakt auf Kniehöhe gekostet hatte. Die Zuschauer sahen ein verteiltes Spiel mit Gelegenheiten für beide Mannschaften, wobei die teilweise übertriebene Passfreudigkeit der Pinguine den Eisbären unverhoffte Chancen ermöglichte, die ein ausgezeichneter Tomás Duba aber alle entschärfen konnte. Beeindruckend war das starke Forechecking der schnellen Pinguine mit bis zu drei Spielern, die das Aufbauspiel der Eisbären sehr störten. In der 58. Minute zeigten sich die Pinguine wieder als die freundlichen Gastgeber wie zu Spielbeginn: sie nahmen eine Bankstrafe wegen zu vieler Spieler auf dem Eis. Berlins Trainer Tomlinson nahm sofort den Torhüter vom Eis und nach 32 Sekunden doppelter Überzahl hämmerte André Rankel die Scheibe zum Berliner Anschlusstreffer links oben in den Winkel – Tomás Duba war machtlos. In den letzten beiden Minuten stemmten sich die Pinguine erfolgreich gegen die Versuche der Eisbären, den Ausgleich zu erzielen, angefeuert von Gesängen und stehenden Ovationen ihrer treuen Fans.

Tore:
0:1  (4.) Mulock (Talbot, Noebels)
0:2 
(4.) Pohl (Miettinen)
1:2  (5.) Courchaine  (St. Pierre, Pietta)
2:2  (11.) Meyers (Vasiljevs, Sonnenburg) PP2
3:2  (13.) Driendl (Vasiljevs, Meyers) PP2
4:2  (21.) Schymainski (Perrault, St. Pierre) PP2
4:3  (58.) Rankel (Constantin Braun, Mulock) PP2

Schiedsrichter: Brill / Lenhart
Strafen:  Krefeld  10 + 10 (Sofron) Berlin 18 + 10 (Sharrow)
Zuschauer : 4836