Shutout-Sieg für Tomas Pöpperle und BremerhavenEiskalte Pinguins

Tomas Pöpperle bot im Bremerhavener Tor eine starke Leistung. (Foto: Manuel Osner)Tomas Pöpperle bot im Bremerhavener Tor eine starke Leistung. (Foto: Manuel Osner)
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Bremerhavens Coach Thomas Popisch sagte nach dem Spiel: „Wir waren natürlich gewarnt vor Straubing, die in den letzten sieben, acht Spielen sehr gutes Eishockey gespielt haben. Wir wussten, dass wir gerade in den ersten zehn Minuten auf der Hut sein müssen. Das waren wir die letzten Auswärtsspiele nicht immer.“ Gesagt, getan und eiskalt umgesetzt. Denn die Frackträger fackelten nicht lange und machten bereits nach 35 Sekunden, als sie die allererste Chance hatten, das Führungstor. In der Rundung setzten sich zwei Bremerhavener gegen drei Straubinger durch und der eingelaufene Cody Lampl ist vor dem Straubinger Gehäuse praktisch ohne Gegenspieler. Die Tigers taten sich etwas schwer, ins Spiel zu finden, bekam jedoch durch zwei Strafen der Gäste dazu die Gelegenheit. Im Spiel waren sie nun, doch das Powerplay klickte heute nicht. Anders die Bremerhavener, die wenige Möglichkeiten hatten, diese aber eiskalt verwandelten. James Bettauer ließ sich hinter dem eigenen Tor die Scheibe von Chad Nehring abzocken und vor dem Tor vollstreckt Kris Newbury. Straubing war oft in der Offensivzone, doch machte auch den dritten entscheidenden Fehler. Tiger Adam Mitchell passte aus der Rundung direkt auf die Kelle von Jan Urbas und der hat freie Schussbahn. Das ganze passierte auch noch neun Sekunden nach einer ausgesprochenen Strafe. Im Prinzip hatten die Nordlichter die Partie damit schon eingetütet. Das sah auch Straubings Coach Tom Pokel so: „Ich denke, das Spiel war schon nach den ersten sieben, acht Minuten entschieden. Wir haben die Tore an Bremerhaven gegeben.“

Eins-zwei-Keilerei

Nach der ersten Pause wechselte Straubing zunächst seinen Goalie und der diesmal glücklose Drew MacIntyre machte Platz für Basti Vogl. Straubing ging von Beginn des zweiten Drittels auf das Anschlusstor, doch irgendwas passte es heute nicht. Nicht konsequent genug, nicht mit dem letzten Willen und auch etwas müde und platt kamen die Niederbayern übers Eis. Und wenn sich Chancen abzeichneten, war man etwas zu verspielt. Man drehte seine Kreise mit dem Puck, vergaß aber zu schießen und wenn doch, gab es noch einen sehr guten Tomas Pöpperle. Tom Pokel meinte dazu: „Es fehlte immer der letzte Tick.“ Und weiter: „Man sieht, dass die Energie auf Bremerhavens Seite war, besonders nach einem sehr intensivem Spiel in Iserlohn. Man hat gesehen, die Mannschaft war einfach platt und hatte nicht die Energie, die wir die letzten zehn Spiele hatten.“ Anders die Pinguins, die ihre nächste Überzahl verwerten konnte und diesmal nur eiskalte fünf Sekunden benötigten. Kris Newbury  schoss von der blauen Linie, Basti Vogl gibt den Rebound und Chad Nehring staubt freistehend ab. Popisch meinte: „Die Special Teams waren heute der Unterschied, deshalb glaube ich auch, dass es im Großen und Ganzen verdient war.“ Danach wurde es wild und man keilte sich. Allen voran Kris Newbury und Dyan Yeo. Ein zweites Duell hieß Nicholas B. Jensen gegen Max Renner. Auslöser war eine unbestrafte Aktion von Yeo gegen Jan Urbas, der sich zwar revanchiert, aber am Ende ungeschoren davon kam. Insgesamt verteilten die Unparteiischen 45 Strafminuten in dieser Aktion. Straubing auch in diesem Drittel mit dicken Chancen. Einmal rettete der Pfosten und ein anderes Mal vergab Mike Hedden ein Solo gegen den besten Spieler des Abends – Tomas Pöpperle. Dazu sagte der Gästecoach: „Gerade in Unterzahl haben wir sehr gut verteidigt und dann haben wir in den entscheidenden Situationen heute die Tore geschossen.“

Nichts geht mehr

In den letzten Minuten tat sich nicht mehr allzu viel, denn die Gäste mussten ihre klare Führung nur noch verwalten und waren eher auf Kräfteschonen aus und bei den Hausherren blieb das große Aufbäumen aus. So verließen die ersten Fans das Spiel schon zehn Minuten vor dem Ende. Aus dem überraschend gut gefüllten Gästeblock hörte man hingegen: „So ein Tag, so wunderschön wie dieser.“ Kein Wunder, denn Bremerhaven zeigte ein perfektes Auswärtsspiel. Hintern kompakt, vorne eiskalt. Die Pinguins brachten von ihren 39 Schüssen 22 aufs Tor, von den 56 Straubinger Schüssen gingen hingegen 30 aufs Tor, doch da stand ein bockstarker Tomas Pöpperle. Thomas Popisch sagte über das Spiel: „Das Ergebnis ist glaube ich, höher ausgefallen und deutlicher, als der Spielverlauf wirklich war. Straubing war immer gefährlich und das haben wir versucht konsequent zu verteidigen, was uns nicht immer gelungen ist. Die Möglichkeiten waren da, aber hinten raus hat Tomas Pöpperle immer ein gutes Gefühl und Sicherheit gegeben.“ Tom Pokel sah aber auch die guten Seiten seiner Mannschaft: „Wir haben alles versucht, die Scheibe irgendwie aufs Tor zu bringen, aber es sollte heute nichts sein, mit dem Toreschießen.“

Zwei Trainer sehen Gutes

Thomas Popiesch zeigt sich über den Wochenendverlauf sehr erleichtert und erfreut: „Das Selbstvertrauen, das die letzten Wochen vielleicht nicht so da war, das haben wir uns an diesem Wochenende als Team wiedergeholt. Das war ganz wichtig. Das komplette Team mit Torhüter hat am Wochenende einen Riesenjob gemacht und auch ist heute hier sehr konstant und sehr kompakt aufgetreten.“ Tom Pokel meinte etwas philosophisch: „Ein Sieg ist ein Sieg und eine Niederlage eine Niederlage, egal ob 2:0 oder 4:0.“ Am Einsatz fehlte es seiner Meinung aber nicht: „Im Großen und Ganzen spielen wir Play-off-Intensität, Spiel-sieben-Mentalität, alles oder nichts seit dem 1. Dezember. Wir haben sehr gutes Eishockey gespielt. Vor dem Spiel heute waren wir die letzten fünfzehn Spiele an sechster Stelle der Liga und irgendwann mit 110 Prozent Intensität geht es runter und die Reifen sind platt. Wir müssen uns neu formieren für die letzten zwölf Spiele der Saison.“ Und obwohl diesen Spieltag einiges gegen die Straubinger lief und man nun wieder zwölf Punkte Rückstand auf Rang zehn hat, aufgegeben hat Pokel die Saison noch nicht: „Alles ist noch drin und wenn wir einen Lauf haben wie die letzten zehn bis fünfzehn Spiele, ist alles möglich.“ Hans Finger würde jetzt sagen: „Schau mas uns an.“

Tore: 0:1 (0:35) Cody Lampl (Mike Hoeffel, Jordan Owens), 0:2 (16:27) Kris Newbury (Chad Nehring), 0:3 (17:34/PP) Jan Urbas, 0:4 (28:20/PP) Chad Nehring (Kris Newbury).

Schiedsrichter: Lasse Kopitz, Miroslav Stolc; Linienrichter: Lukas Kohlmüller, Stephan Waldner.

Strafminuten: 18:14 (2:6, 12:6,4:2) +5+Spieldauer Newbury, +10 Yeo.

Zuschauer: 3936.


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