Sean Sullivan: „Am Freitag will ich gewinnen“Einer geht, einer kommt

Die Straubing Tigers wollen die Kurve kriegen - und Sean Sullivan will dabei helfen. (Foto: Heribert Böckl)Die Straubing Tigers wollen die Kurve kriegen - und Sean Sullivan will dabei helfen. (Foto: Heribert Böckl)
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Eric Beaudoin kam vom Schweizer Erstligisten EHC Biel und wurde als optimale Besetzung für eine Schlüsselposition angekündigt. Die Referenzen des Kanadiers ließen durchaus auch Großes erwarten. Im Bieler Fanlager war man mit Bekanntwerden des Wechsels sehr enttäuscht, dass er ging, da Beaudoin auch als Spieler galt, der sich voll in den Dienst der Mannschaft stellt. Im Straubinger Fanlager war die Vorfreude entsprechend groß. Doch als dann die Vorbereitungsspiele starteten, glaubten viele, man hätte ein Double geschickt. Auch in unserer Saisonvorschau haben wir Beaudoin „die meiste Luft nach oben“ attestiert. Doch Eric Beaudoin ist nie wirklich in Straubing angekommen und konnte wenig von seinen Stärken zeigen. In zehn Einsätzen kam er auf fünf Vorlagen und verstand es dabei kaum, seinen hünenhaften Körper entsprechend einzusetzen. Das brachte ihn letztlich beim Anhang um sämtlichen Kredit. Das Wort vom „schlimmsten Fehleinkauf seit DEL-Zugehörigkeit“ machte die Runde. Als er letzten Freitag in der Partie gegen Düsseldorf im Schlussdrittel auf der Bank blieb, wollte der Coach wohl ein Zeichen setzten. Dass Beaudoin die Reise nach Berlin gar nicht mitmachte, wurde als Paukenschlag gewertet, auch wenn die offizielle Aussage war, dass der Stürmer gesundheitlich angeschlagen war. Heute nun machten die Tigers einen Strich unter das Kapitel und Beaudoin wechselt dorthin zurück, woher her kam – zum EHC Biel. In der offiziellen Pressemitteilung heißt es nur knapp: „Die Straubing Tigers GmbH wünscht Eric und seiner Familie alles Gute.“ Ob es letztlich nur an der sportlich unzufriedenstellenden Leistung lag, wird man so schnell wohl nicht erfahren. So meint auch Co-Trainer Bernie Englbrecht zur Trennung: „Dazu will ich eigentlich nicht so viel sagen, da ist eher das Management gefragt. Es war halt, wie es manchmal ist, und es passt halt manchmal nicht. Dann muss man eine Lösung finden. Diese Lösung hat man offenbar gefunden. Ich glaube, für beide Seiten ist das eine gute Lösung.“ Einen Groll gegen den Spieler hegt Englbrecht jedoch nicht. „Es ist, wie es ist.“ Dass diese Situation in Summe für alle Beteiligten sicher nicht erfreulich war, versteht sich von selbst.

Erfreulicher ist aus Tigers-Sicht hingegen, dass man mit Sean Sullivan die gesuchte Verstärkung in der Verteidigung gefunden hat. Englbrecht kannte Sullivan nicht und meint nach der ersten Trainingseinheit: „Der erste Eindruck war in Ordnung, Schlittschuhfahren kann er und das Andere hat auch nicht so schlecht ausgesehen. Warten wir einfach ab, wie er im Spiel ist und geben ihm etwas Zeit, damit er sich eingewöhnen kann.“ Dass es für den Amerikaner bereits am Freitag zum Ernstfall kommt, ist für Straubings Co-Trainer kein großes Problem: „Das sind die gewöhnt. Er ist ja im Spielbetrieb und im Training in Schweden gewesen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass er sich hart tut. Wir wissen, dass die schwedische Liga eine sehr gute Liga in Europa ist. Wenn er da spielen konnte, dann kann er das hier auch.“

Sean Sullivan selbst hat seit Freitag einen kleinen Marathon hinter sich. Am Freitag wurde sein Vertrag bei MODO Hockey aufgelöst und nur ein paar Stunden später war der Vertrag mit den Straubingern unter Dach und Fach. Sullivan sagt: „Es ging sehr schnell. Ich habe mit dem General Manager, Markus Näslund, gesprochen und am selben Tag hatte mein Agent einen Anruf aus Straubing und dann ging alles sehr schnell, aber darüber bin ich wirklich sehr froh.“

Sullivan wechselte erst im Sommer zum schwedischen Topclub und sagt über seine Zeit dort: „Ich liebe den Ort und die Jungs in der Mannschaft, aber ich habe nicht so viel gespielt.“ Im Schnitt kam er auf elf Minuten Eiszeit pro Spiel. „Ich glaube nicht, dass sie wirklich einen Platz für mich hatten. Sie hatten ihre Spieler im Kopf und das waren viele Spieler. Das war hart für mich und ich denke, es war die richtige Entscheidung den Club zu verlassen.“ Seinen Vertrag unterschrieben hat Sullivan, als die Niederbayern Tabellenletzter der DEL waren. Das störte den gut gelaunten Verteidiger aber nicht. „Nein, überhaupt nicht. Ich habe mir die Ergebnisse angesehen und die meisten Spiele waren nur mit einem Tor verloren. Es waren enge Spiele. Ein paar Tore mehr hier und da und du bist in der Liga ganz oben. Ich denke, ich bin bei einem guten Team.“ Über Straubing weiß er „nicht viel. Ich habe etwas geforscht und kenne auch im Team niemanden. Aber ich habe Freunde, die Spieler von hier kennen. Alle mit denen ich gesprochen habe, haben gesagt, dass es als Auswärtsmannschaft hier verdammt schwer zu spielen ist und die Fans verrückt sind. Das muss man gesehen haben.“ Auf dem Eis steht Sean Sullivan nach Ende des offiziellen Trainings noch lange mit Blaine Down zusammen. Down ist einer dieser Freunde eines Freundes: „Er kennt einen Kumpel von mir und er kam rüber und hat mich auf dem Eis gegriffen und hat mir die Spielzüge angesagt und was wir in der Defensivzone machen. Es war gut mit ihm zu reden.“

Am Dienstagnachmittag begann seine erste Einheit mit dem neuen Team um 16.30 Uhr auf dem Eis, und das, obwohl er noch gar nicht so lange deutschen Boden unter den Füßen hat. „Ich bin mit meiner Freundin gestern um 23 Uhr gelandet. Heute haben wir haben etwas ausgepackt und etwas Schlaf nachgeholt. Es war aber gut, gleich herzukommen und gleich aufs Eis zu gehen. Das Training war gut.“

Lange Eingewöhnungszeit hat er auch nicht, denn am Freitag steht schon der erste Einsatz an. Als erstes Ziel gibt Sullivan aus: „Am Freitag will ich gewinnen. Für mich endet eine schreckliche Saison und ich beginne eine neue. Ich hoffe, dass ich dem Team helfen kann zu gewinnen. Wir wollen punkten und defensiv gut spielen. Ich schaue nach vorne, freue mich auf die Fans und will einen großen Sieg.“

Sean Sullivan wird mit den Rückennummer 37 für die Tigers verteidigen.


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