Scorpions weiter im Pech - 1:2 in vorletzter Minute

Scorpions erlegen tapfer kämpfende WölfeScorpions erlegen tapfer kämpfende Wölfe
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Schöne Bescherung! Es wiederholen sich die Bilder. Nach zwei unerwarteten Siegen in Folge wie vor kurzem gegen Frankfurt und in Düsseldorf, folgt in einem Schlüsselspiel, das gewonnen werden muss, die Ernüchterung, wie neulich gegen Kassel und jetzt gegen Augsburg. Auch diesmal waren den Scorpions zwei Siege in Folge gelungen, gegen Aufsteiger Wolfsburg und völlig überraschend in Köln.

Doch anstatt den Schwung und das neue Selbstvertrauen mitzunehmen und gegen Augsburg nachzulegen, agierten die Scorpions in der TUI-Arena vor 4120 Zuschauern vor allem im ersten Drittel wieder verhalten bis harmlos. Dazu kam noch ein kapitaler Torwartfehler von Rich Parent, der sich das Ei mehr oder weniger selbst ins Nest legte und damit eindrucksvoll bewiesen hat, dass er ebenso fehleranfällig ist wie seine Vorgänger Künast und Kauhanen und schon stand es 0:1 für die Gäste.

Die Scorpions spielten zwar weiter, was im Vergleich zu der Saisonphase, in der sie nach einem Gegentor einfach auseinanderbrachen, schon ein erwähnenswerter Fortschritt ist, waren aber in einer insgesamt schwachen Partie zu keinem Zeitpunkt besser als die ebenfalls mäßig auftretenden Panther. Die Gäste jedoch hatten eine akzeptable Entschuldigung für ihren schwachen Auftritt, reisten sie doch mit einem stark dezimierten Kader an, mit dem sie kaum drei Reihen zusammenbekamen.

Also hätte die Chance auf einen Sieg kaum höher sein können. Doch mehr als der Treffer zum 1:1 Ausgleich, den Geburtstagskind Jason Cipolla in der 16. Minute in Überzahl markierte, wollte einfach nicht herausspringen. Die Scorpions scheiterten an Goalie Labbe im Gästetor, an ihrer eigenen Unfähigkeit und ihrem trotz des heutigen Treffers nach wie vor schwachen Überzahlspiel. Augsburg schien mit dem Unentschieden auch zufrieden zu sein und so blieb die Partie nach dem 1:1 bis kurz vor Schluss torlos. Als beide Teams und die Zuschauer sich schon mit der Punkteteilung und einem Penaltyschießen abgefunden hatten, gelang Arvids Rekis 72 Sekunden vor der Schlusssirene mit einem Sonntagsschuss das selbst für die Gäste unerwartete 1:2!

Von diesem Schock erholten sich die Scorpions nicht mehr, die zwar noch alles versucht haben und nach einer Auszeit auch Parent vom Eis nahmen, aber es war zu spät und Augsburg konnte dank des Glückstores, aber nicht gänzlich unverdient, drei Punkte entführen und die Scorpions damit wieder einen Schritt zurückwerfen. Entsprechend unterschiedlich auch die Reaktionen der Trainer auf das Spielergebnis. Augsburgs Benoit Laporte freute sich über den unerwarteten Erfolg: „Ich bin sehr stolz auf meine Mannschaft. Wir sind mit 5 Verteidigern und 9 Stürmern angereist und wären mit dem 1:1 schon vollauf zufrieden gewesen. Der Siegtreffer war ein reiner Bonus für uns, über den wir uns sehr freuen. Es tut mir leid für Kevin und sein Team, das es bis zum letzten Spieltag schwer haben wird.“

Scorpions-Coach Kevin Gaudet wirkte mehr als niedergeschlagen. „Ich möchte nicht viel sagen. Die ersten 10 Minuten waren katastrophal wie immer zuhause. Ich weiß nicht, woran das liegt. Ab dem zweiten Drittel haben wir kaum noch Chancen zugelassen, aber gegen Labbe auch keine nennenswerten Torgelegenheiten gehabt. Alle Beteiligten, auch Benoit, haben das Penaltyschießen erwartet und dann haben wir so einen Glückstreffer kassiert. Ich hatte gehofft, dass wir langsam etwas gelernt hätten, dem ist aber nicht so. Ich habe nach wie vor viel Arbeit.“

Bleibt zu hoffen, dass das neue Jahr unter einem besseren Stern für die 2004 doch arg gebeutelten Scorpions steht. Am 2. Januar geht es bereits zum letzten Spiel bei den Wolfsburgern in dieser Saison. Sollten die Scorpions dort ihre makellose Bilanz halten können, gilt es sie gegen Ingolstadt und in Krefeld auszubauen, zumal es im Januar auch wieder gegen direkte Konkurrenten wie Kassel und Iserlohn geht. Sollten die Scorpions in der nächsten Zeit nicht endlich eine vernünftige Siegesserie hinlegen, sind die Playdowns unabwendbar und dieses Mal eventuell sogar als Tabellenschlusslicht und somit ohne Heimrecht. Ob dieses Team der psychischen Belastung der Playdowns standhält darf nach aktuellem Stand trotz Performance-Coach Chris Hamilton stark bezweifelt werden. Aber die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt. (S. Palaser)


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