Scorpions stehen im DEL-Finale

Lesedauer: ca. 3 Minuten

Mit

ungeheurer Moral nach einem 1:4 Rückstand kämpften und spielten die Hannover

Scorpions im dritten Halbfinale ihren Kontrahenten aus Ingolstadt nieder. Mit

5:4 gewannen die Hausherren nach Verlängerung, und verwandelten somit ihren

ersten Matchball.

Man

sah beiden Mannschaften zu Beginn die Bedeutung der Partie an. Die Panther suchten

ihr Heil in der Offensive, um nicht heute bereits in den Urlaub zu müssen, die

Scorpions zeigten sich abwartend - mit fortschreitender Spielzeit teilweise

etwas nervös. So hatte Bouck nach nur wenigen Sekunden die erste Gelegenheit

für die Gäste. Hlinka vergab drei Minuten später, ehe das erste Tor der Partie

fiel. Die Oberbayern spielten in Überzahl, das nutzte Motzko. Sein Schuss vom

Pfosten prallte an die Schoner von Scott, und von da aus ging der Puck über die

Linie. Ein Geniestreich von Kathan brachte im Gegenzug den Ausgleich. Aus

nahezu unmöglich spitzem Winkel traf der Ex-Nationalstürmer zum 1:1. Die Partie

in der Folgezeit weiterhin attraktiv. Motzko (8.), Vikingstad (10.) und Dzieduszycki

(18.) vergaben auf beiden Seiten größte Chancen, bis sieben Sekunden vor der

Pause die erneute Gästeführung für Ernüchterung sorgte. Nach Bully im eigenen

Drittel vertändelten die Scorpions den Puck, im anschließenden Konter traf

Corazzini ins lange Eck.

Mit

dieser Führung im Rücken bestimmen die Panther den Beginn des Mittelabschnitts,

kamen jedoch nicht zum Torerfolg, wie in der 26. Minute die Hannoveraner. Wolf

bediente bei einer 2 auf 1 Situation Cottreau, der den Puck nicht im Tor

unterbringen konnten. Nach einem Doppelschlag innerhalb von nur knapp

eineinhalb Minuten schien die Begegnung bereits vorentschieden zu sein. Ficenec

(29.) traf erst mit einem Schlagschuss von der blauen Linie, dem das 4:1 durch

Corazzini in der 30. Minute folge, der im Alleingang eiskalt gegen Scott

verwandelte. Doch mit toller Moral kamen die Mannen von Trainer Zach zurück.

Cottreau nutzte die erste Powerplaymöglichkeit für sein Team in der 33. Minute

von der blauen Linie zum 2:4, ehe S. Goc mit einem Kracher von der selbigen nur

29 Sekunden später den dritten Treffer für die Niedersachsen markierte.

Das

dritte Drittel wurde angesichts des Resultates zum packenden Fight. Die

Hannoveraner drängten auf den Ausgleich, verstärkten von Minute zu Minute den

Druck, doch der ersehnte Ausgleichstreffer fiel erst drei Minuten vor dem

vermeintlichen Ende. Nachdem Hlinka (47.), S. Goc (51.) und Herperger (52.) den

Torerfolg verpassten, hieß Herperger der umjubelte Schütze zum 4:4. Mit einer

feinen Einzelleistung von Dzieduszycki, stand der Scorpions-Stürmer goldrichtig.

Danach eskalierte unnötigerweise die Situation hinter der Gästebank. Diskussionen

und Handgreiflichkeiten zwischen Fans und Panther-Bank waren die Folge.

Mit

Powerplay für die Scorpions ging es in die anschließende Overtime. Clymer

kassierte kurz vor Ende der regulären Spielzeit eine Strafzeit wegen

Beinstellens. So dauerte es 97 Sekunden, bis die TUI Arena am Rande Hannovers

in seinen Grundfesten erbebte. Sascha Goc hieß der Mann, der mit einem

Schlagschuss von der blauen Linie den größten Erfolg der Scorpions-Historie

perfekt machte.

Stimmen: Hans Zach

(Hannover): „Kompliment an die Panther, für das was sie geleistet haben. Nach

den Umstellungen in der 30. Minute sind wieder rangekommen, und mit Kampfkraft

und Glück haben wir den Ausgleich erzielt. Ingolstadt war heute in der Lage das

Blatt zu wenden. Das ist gut für das Eishockey.“

Greg

Thomson (Ingolstadt): „Kein Vorwurf an mein Team, sie haben alles versucht. Wir

haben gewusst dass es mit unserem Minikader nicht einfach wird. Dazu kamen zwei

weitere Ausfälle während der Partie. Am Ende haben wir keine Kraft mehr gehabt.

Der Ausgleich war eine Frage der Zeit.“

Statistik: 0:1 (5:07)

Motzko (Godall, Ryan) 5-4; 1:1 (5:56) Kathan (Dolak, Vikingstad); 1:2 (19:53)

Corazzini (Kavanagh, Bouck); 1:3 (28:19) Ficenec (Ryan, Motzko) 5-4; 1:4

(29:37) Corazzini (Hambly, Bouck); 2:4 (32:23) Cottreau (Mitchell, Herperger)

5-4; 3:4 (32:52) S. Goc (Vikingstad, Dolak); 4:4 (57:02) Herperger

(Dzieduszycki, Mitchell); 5:4 (61:37) S. Goc (Dolak, Vikingstad) 5-4

Strafminuten:

Hannover 10 – Ingolstadt 8

Schiedsrichter:

Looker, Piechaczek

Zuschauer:

6996

Jens

Wilke - Foto: MendaxPress

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