Scorpions siegen kurz vor Mitternacht

Lesedauer: ca. 2 Minuten

Es

war das längste Spiel der Scorpions-Historie 

und wahrlich kein Spiel für Herzkranke. Vier Stunden und sieben Minuten

dauerte die erste Viertelfinalbegegnung zwischen den Hannover Scorpions und den

Ice Tigers aus Nürnberg, ehe David Wolf kurz vor Mitternacht für die

Niedersachsen die Entscheidung brachte.

Mit

kontrollierter Offensiver gingen die Mannen vom heutigen Geburtstagkind Hans

Zach in die erste Viertelfinalbegegnung. Die Ice Tigers hatten in den ersten

Minuten zwar das optische Übergewicht, kamen jedoch nicht zu den nötigen

zwingenden Torchancen. Die hatte die Hausherren in der siebten Minute durch

Mondt (7.), der wie Kathan nur eine Minute später, jedoch das Ziel verfehlte.

Mit der ersten Überzahlmöglichkeit kamen die Franken durch Albers mit einem

Schuss von der blauen Linie nach elf Minuten zur ersten torgefährlichen Chance.

Mit einer Doppelchance für Tigers-Stürmer G. Leeb endete das erste – torlose -

Drittel.

Als

das Drittel der vergebenen Chancen kann man, aus Sicht der Scorpions, den

Mittelabschnitt bezeichnen. Beinahe im Minutentakt vergaben sie beste

Gelegenheiten. Werder Dolak (22.), Vikingstad (25.) oder auch Hlinka (31.) im

Alleingang nach einem Wechselfehler der Gäste, konnten den Puck im Gehäuse von

Ehelechner unterbringen. So kam es kurz vor der zweiten Pause fast wie es kommen

musste. Quasi aus dem Nichts traf aus dem Gewühl Grygiel zur, nicht unbedingt

verdienten, Führung für die Nürnberger.   

Der

Rückstand zeigte bei den Niedersachsen zum Schlussabschnitt keine Wirkung. Nach

40 gespielten Sekunden war Cottreau im Powerplay mit einem Schuss von der

blauen Linie zum 1:1 erfolgreich. Die Partie in der Folgezeit total offen,

wogte hin und her. Mondt (44.) traf nur den Pfosten. Nürnbergs Fical traf eine

Minute später nur Scott. Wiederum nur eine Minute darauf hatte Schultz die

erneute Führung für sein Team auf der Kelle, wie im Gegenzug Mitchell, der

knapp verfehlte. Abgezockter machte es in der 49. Minute Wolf. Nach einer

Drangphase vor Gäste, versenkte der Youngster bei einem Entlastungsangriff den

Puck zur Freude der knapp 4500 Fans im unteren Eck des Gäste-Tores. Diese antworteten

nicht minder Cool. G. Leeb hielt bei der Hereingabe vor dem Scorpions-Tor nur

die Kelle zum 2:2 rein. Dessen Bruder Brad hielt in der 55. Minute die Kulisse

in Atem, als er alleine auf Scott zufuhr, der aber in großartiger Manier die

Chance zunichtemachte.     

Auch

die nächsten 20 Minuten brachten keine Entscheidung. Teilweise war die Spannung

fast schon unerträglich, übertrug sich teilweise auf die Akteure auf dem Eis.

Keiner wollten den ersten Fehler machen. Bestimmten die Leinestädter die

Anfangsphase der Verlängerung, so kamen auch die Nürnberger zu der Möglichkeit

für die Entscheidung zu sorgen. Nachdem Dzieduszycki (72.) scheiterte, konnten

auch Barta (73.) und Fical (77.) den Puck nicht im Tor unterbringen. Auch die

zweite Verlängerung brachte keine Entscheidung, so dass die Fans bis 23:38 Uhr

ausharren mussten, ehe ein Aufschrei die Nachtstille an der Expo Plaza

durchbrach. Erneut war es Wolf, der mit seinem zweiten Treffer an diesem Abend

sein Team und Fans nach 109 Minuten erlöste.

Statistik: 0:1 (38:23)

Grygiel (Mann); 1:1 (40:40) Cottreau (Dzieduszycki, Mitchell) 5-4; 2:1 (48:21)

Wolf (Boos, Cottreau); 2:2 (52:13) G. Leeb (Leask, B. Leeb) 4-4; 3:2 (108:09)

Wolf (Boos)

Strafminuten:

Hannover 8 – Nürnberg 12 + 5 + Spieldauer für Schultz

Schiedsrichter:

Dahle, Jablukov

Zuschauer:

4596

Jens

Wilke - Foto by MendaxPress


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