Scorpions: Scherben brachten Iserlohner Glück

Lesedauer: ca. 3 Minuten

Am

Ende reichte es nicht ganz. Dennoch gewannen die Hannover Scorpions mit einer

tollen Moral einen Punkt bei der 3:4 Niederlage im Penaltyschiessen gegen die

Iserlohn Roosters.  

Das Spiel: Entgegen der

Ansetzung begannen die Gäste aus dem Sauerland das Spiel im Stile einer

Heimmannschaft. Von der ersten Sekunde an bestimmten sie das Geschehen auf dem

Eis, mussten dennoch nach drei Minuten den Rückstand hinnehmen. In Überzahl sah

Eric Schneider wie sich Dan Lambert im Rücken der Iserlohner Defensive

freischlich, bediente ihn mustergültig, und ohne Mühe lochte der Scorpions-Kapitän

zum 1:0 ein. Dessen unbeeindruckt zogen die Gäste ihr Spiel weiter auf. Die

Scorpions standen trotz des Druckes gut in der Defensive, sahen sich trotzdem vielen

gefährlichen Szenen vor dem eigenen Tor gegenüber. Beispielhaft die neunte

Minute, als Benjamin Simon zweimal hintereinander zum Schuss kam, doch Jung

bestätigte seine bisherige gute Form. Der verdiente Ausgleich fiel mit Ansagen.

Für einen Moment verloren die Scorpions in der neutralen Zone ihre Ordnung, Michael

Wolf spielte den Puck zu Ryan Ready, der zum Ausgleich in den Winkel traf (17.).

Die

Iserlohner Dominanz setzte sich zunächst im Mitteldrittel fort, diesmal aber

mit schnellerem Erfolg als in den ersten 20 Minuten. Ex-Scorpions Brad Tapper

bescherte seiner Mannschaft nach 22 Minuten im Nachschuss die erstmalige Führung.

Die Scorpions wussten sich zu diesem Zeitpunkt nur durch Fouls zu helfen, ihnen

blieb aber zum Teil nichts anderes übrig. Gedanklich immer einen Schritt

schneller, dazu spritziger, machten die Roosters den Hannoveranern das Leben

verdammt schwer. Nur versäumten sie es den Sack zuzumachen. Sie vergaben

Chancen fast im Minutentakt, und es kam wie es kommen musste. Die Scorpions

befreiten sich nach und nach aus der Umklammerung, gestalteten die Partie ab

Mitte der Spielzeit offener. Mit Erfolg, denn eine Unachtsamkeit von Norm Maracle,

der den Puck nicht festhalten konnte, nutzte Martin Hlinka zum 2:2 Ausgleich.  ­

­

Der

Ausgleich war der Startschuss für ein tolles Schlussdrittel, das mit der

erneuten Sauerländer Führung begann. Tino Boss durfte mit einer 2+10 Strafe auf

die Strafbank, was der letztjährige Torschützenkönig Wolf ausnutzen konnte.

Sein Schuss landete in der 42. Minute vom Innenpfosten abprallend im Tor von Torwart

Jung. Beide Teams schenkten sich in der Folgezeit nichts und zeigten den 6683

Zuschauern in der TUI-Arena einen Angriff nach dem anderen. Die Mannen von

Trainer Hans Zach waren nun endgültig in der Partie angekommen, hatten Pech als

Adam Mitchell nach einem Solo den Puck nur denkbar knapp vorbeiging. Zwei

Minuten später war Jubel an der Expo-Plaza groß. Niki Goc bediente mit einem

Pass über die ganze neutrale Zone Hlinka, der sich mit einem tollen

Handgelenksschuss nach seinem gestrigen Geburtstag mit dem 3:3 und seinem

zweiten Treffer am heutigen Abend selbst belohnte.

In

der anschließenden Verlängerung hatten die Scorpions ein leichtes Übergewicht,

konnten dies aber nicht gewinnbringend nutzen. 17 Sekunden vor dem Ende musste

die Partie unterbrochen werden, denn der Schlagschuss von Wilford ließ das

Plexiglas hinter dem hannoverschen Gehäuse zerspringen. Die Scherben brachten

den Gästen im finalen Penaltyschiessen die nötige Portion Glück. Ready machte

mit seinem entscheidenden Schuss den zweiten Punkt für sein Team perfekt.­

­

Am Rande: …scheint das

Verletzungspech bei den Hannoveranern wie im jedem Jahr wieder groß

zuzuschlagen. Nachdem seit Wochen Verteidiger Rainer Köttsdorfer mit einer Gehirnerschütterung

ausfällt, erwische es in der heutigen Partie Kapitän Dan Lambert

(Knieverletzung) und Stürmer Sachar Blank (Adduktorenzerrung). Beide werden

mindestens 14 Tage ausfallen.   

Stimmen: Hans Zach (Hannover):

„Meine Mannschaft hat sich tapfer einen Punkt erkämpft. Wir gehen nach den

beiden heutigen Ausfällen am Stock. Aufgrund dessen haben wir heute einen Punkt

gewonnen.“

Steve

Stirling (Iserlohn): „Ich denke wenn man unterwegs ist sind zwei Punkte in

Ordnung. Es ist schwer in der DEL auswärts zu gewinnen. Im ersten Drittel waren

wir das bessere Team, im zweiten hat Hannover auf einen Fehler von uns

gewartet. Nach unserem 3:2 haben sie unheimlich gepowert.“

Statistik: 1:0 (3:01)

Lambert (Schneider, Brimanis) 5-4; 1:1 (16:40) Ready (Wolf, Hock); 1:2 (21:13)

Tapper (Hock, Wolf) 5-4; 2:2 (36:27) Hlinka (S. Goc, Boos); 2:3 (42:34) Wolf

(Tapper, Wilford) 5-4; 3:3 (52:07) Hlinka (N. Goc, Köppchen)

Strafminuten:

Hannover 20 + jeweils 10 für Mondt und Boos – Iserlohn 8

Schiedsrichter:

Aumüller (Planegg)

Zuschauer:

6683

Jens

Wilke

Fotos: MendaxPress


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