Scorpions ohne Glück im Penaltyschiessen

Scorpions erlegen tapfer kämpfende WölfeScorpions erlegen tapfer kämpfende Wölfe
Lesedauer: ca. 3 Minuten

Vollkommen überraschend und

unnötig verloren die Hannover am gestrigen Abend ihre letzte Heimpartie im Jahr

2006 mit 5:6 nach Penaltyschiessen gegen die Straubing Tigers.

Das Spiel: Mit einer Ehrung für das 500te DEL-Spiel von

Scorpions-Stürmer Thomas Dolak begann die Partie. Entsprechend wie die

Feuerwehr legten dann seine Kameraden los. Gerade mal 12 Sekunden dauerte die

erste Überzahlsituation, ehe Brad Tapper ungestört zur Führung einschieben

konnte. Mit einem unheimlichen Elan ging es in der Folgezeit weiter, und es

sollte nur eine Frage der Zeit sein, wann der zweite Treffer fallen sollte. In

der neunten Minute war es soweit. Erneut Überzahl für die Hausherren, Tapper

passte zu dem an der blauen Linie wartenden Sascha Goc und in bewährter Manier

hämmerte der National-Verteidiger den Puck in die Maschen. Danach kam der Gast

aus Niederbayern auf. Brachten sie den Puck denn mal vor das Gehäuse von Alex

Jung, sah es recht gefährlich aus. So wie in der 13. Minute. Scorpions-Stürmer

Eric Schneider saß eine Strafe ab, Calvin Elfring zog ab und abgefälschter

Weise trudelte der Puck zum Anschlusstreffer ins Tor. Zum Wohl der Tigers nahm

dies etwas den Schwung aus dem Spiel der Zach-Mannen, und mit etwas mehr Glück

im Abschluss wäre gar der Ausgleich im ersten Abschnitt möglich gewesen.

Der Mittelabschnitt und das letzte

Drittel dürfte dann dem geneigten Eishockeyfan begeistert haben. Aus neutraler

Sicht war es ein tolles Offensivspektakel mit vielen Toren. Für die Hausherren

eines der Schlechteren, denn gerade in der Defensive zeigten sie ungeahnte

Schwächen, wurden ein ums andere Mal von den Angreifern der Tigers düpiert. Was

die Gäste gerade in den Situationen hinter dem Scorpions-Gehäuse anstellten,

war aller Ehren wert, und dürfte den Scorpions-Aktiven für die nächsten Tage

ein vermehrtes Zweikampftraining eingebracht haben. Dennoch waren die Tore die

die Scorpions erzielten zum Teil wunderschön herausgespielt, siehe

beispielsweise das Tor zum 4:3 durch Jonas Lanier und zum 5:4 durch Thomas

Dolak. Beim 4:3 überlief Lanier seinen Gegenspieler, um dann sehenswert

einzulochen. Beim fünften Treffer passte Dan Lambert zu Tapper, der direkt

weiter zum am langen Pfosten stehenden Dolak – eine Lehrbuchkombination. Man sah

aber auch in der Offensivabteilung das böse Gesicht der Hannoveraner. Was

gerade Andreas Morczinietz an todsicheren Chancen auf dem Schläger hatte,

dürfte für fast für zwei Spiele gereicht haben. Das nach der erneuten frühen

Führung im Schlussabschnitt die Partie von den Hausherren nicht nach Hause

gebracht wurde, war symptomatisch. Der Gast nach dem 4:5 aus nur noch im

Vorwärtsgang, Mit dem Mute der Verzweifelung investierte das Kühnhackl-Team mehr

in die Partie, war die aktivere Mannschaft. Folgerichtig der Ausgleich mehr als

verdient.

In der anschließenden Overtime

waren die Scorpions bemüht wenigstens zwei Punkte in Hannover zu behalten, konnten

aber die sich bietenden Möglichkeiten nicht nutzen. Zum Teil überhastet oder

auch unkonzentriert wurden die Gelegenheiten zur Entscheidung vergeben. Im

abschließenden Penaltyschiessen konnte, bis auf Tobi Abstreiter, keiner der

Akteure den Puck im entsprechenden Tor unterbringen, so dass die knapp 100

mitgereisten Fans aus Straubing am Ende ihr Team feiern konnten.

Am Rande: Entsprechend angefressen wirkte Hans Zach bei der

Pressekonferenz. „Wenn man fünf Tore schiesst, muss das im Eishockey eigentlich

reichen. Wir waren nicht in der Lage alle Punkte in Hannover zu lassen“, sprach

der Ex-Nationaltrainer und wünschten allen Menschen ein frohes neues Jahr. Sein

Gegenüber Erich Kühnhackl meinte: „Wir haben uns auf das heutige Spiel

gewissenhaft vorbereitet. Die Mannschaft hat sich gegenüber dem ersten Spiel

hier in Hannover mehr zugetraut. Dank an Mike Bales, der uns mit seinen Paraden

im Spiel gehalten hat.“  

Statistik: 1:0 (0:30) Tapper (Goc, Dolak) 5-4; 2:0 (8:12) Goc

(Tapper) 5-4; 2-1 (12:02) Elfring (Trew, Dunham) 5-4; 2:2 (23:50) Gallant

(Dunham, Trew); 3:2 (24:28) Nickulas (Hlinka, Simpson); 3:3 (25:13) Wilhelm

(Mann, Barrett), 4:3 (38:15) Lanier (Röthke); 4:4 (38:15) Lundbohm (Chouinard,

Severson); 5:4 (40:28) Dolak (Lambert, Tapper) 5-3; 5:5 (52:07) Abstreiter

(Oswald, Kinch); 5:6 (65:00) Abstreiter (GWS) 

Strafen: Hannover 10 + 10 für

Simpson + 10 für Bekar – Straubing 12

Schiedsrichter: Schimm

Zuschauer: 7813

Jens Wilke


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