Scorpions nach 1:4 in Iserlohn Tabellen-Schlusslicht

Scorpions erlegen tapfer kämpfende WölfeScorpions erlegen tapfer kämpfende Wölfe
Lesedauer: ca. 3 Minuten

Das Eisstadion am Seilersee ist kein gutes Pflaster für die Hannover

Scorpions, seit sich der IEC seinerzeit in die DEL eingekauft hatte.

Konnten die Wedemärker das Eis zu seligen Oberligazeiten zumeist als

Sieger verlassen, kassieren die DEL-Scorpions dort in schöner

Regelmäßigkeit regelrechte Klatschen. Der letzte Scorpions-Sieg in

Iserlohn datiert auf den 11. Januar 2001!

Und auch dieses Mal hätten sich die Scorpions die Anreise sparen können.

Die drei Punkte blieben völlig verdient im Sauerland. Das Scorpionsspiel

bot dasselbe Bild wie in den letzten vier Partien, die allesamt sang-

und klanglos verloren gingen, und wenn man ehrlich ist, waren die drei

Punkte vom Auswärtssieg bei der DEG auch ein Geschenk, da die

Düsseldorfer bei dem Spiel völlig von der Rolle waren, was ja

letztendlich auch zur Entlassung Kommas geführt hatte. Ebenso war der

Heimsieg über Augsburg keine große Leistung, da die Panther in dieser

Saison zu oft zwei Gesichter zeigen und ihr Auftritt n der TUI-Arena

eine der schlechtesten Leistungen dieser Saison darstellte. Einzig der

Auftaktsieg gegen den Aufsteiger aus Wolfsburg hat Aussagekraft, da man

dort gegen einen gleichwertigen Gegner antrat und sich den Sieg trotz

Nervosität auf beiden Seiten schwer erarbeitet hat. Kurz gesagt, an sich

können die Scorpions froh sein, dass sie bereits neun Punkte auf der

Habenseite vebuchen konnten, denn mit der in den letzten Spielen

gezeigten Leistung wird es schwer, weitere Zähler hinzu zu bekommen.

Es ist ja nicht so, dass die Scorpions nicht zu Chancen kommen würden.

Gleich in der 2. Minute stand Abstreiter allein vor Iserlohns Goalie

Dimitrij Kotschnew, doch der hielt alles, was ihm ins Blickfeld kam.

Auch in der 7. Minute scheiterte Abstreiter bei Scorpions-Überzahl an

Kotschnew. Die Roosters machten es kurz darauf besser.

Scorpions-Verteidiger Bastian Steingroß hatte noch gar nicht richtig auf

der Strafbank Platz genommen, da durfte er die Kühlbox schon wieder

verlassen, weil die Roosters durch Sven Gerbig den umjubelten

Führungstreffer erzielten (9.). Kevin Mitchell hätte beinahe dank einer

schönen Breakchance erhöht, aber Künast wusste das zu verhindern.

Mitchell blieb aber nicht torlos, er erzielte erneut im Powerplay, den

letzten Treffer der Partie zum 4:1 (45.). Und auch der zweite Treffer der

Roosters war ein Powerplaytor, welches NHL-Profi Mike York 41 Sekunden

nach Beginn des zweiten Drittels markierte. Das 3:0 drei Minuten später

blieb dem Kapitän Bryan Adams vorbehalten. Zu diesem Zeitpunkt machte es

schon wieder den Anschein, als wollten die Scorpions sich wieder eine

richtige Klatsche abholen, doch plötzlich stand es 3:1 (29.). Rene

Röthke hat den Puck irgendwie ins Tor gestochert, nachdem Kotschnew

bereits am Boden lag.

In der Folge hatten die Scorpions wieder mehr vom Spiel und konnten sich

auch mehrfach im Drittel der Roosters festsetzen, ohne das jedoch

Zwingendes vor dem Tor von Kotschnew dabei herausgesprungen wäre.

Neben der erschreckenden Harmlosigkeit vor des Gegners Tor machten auch

dieses Mal die Special Teams der beiden Mannschaften den Unterschied

aus. Dies sah der sympathische Roosters-Coach Doug Mason, der

Scorpions-Coach Gunnar Leidborg zunächst gute Besserung seitens der

Iserlohn Roosters wünschte. Leidborg bekam beim Spiel gegen Mannheim am

Freitag einen Puck an die Stirn und erlitt eine schwere

Gehirnerschütterung und wird seinem Team auf unbestimmte Zeit fehlen.

Zum Spiel äußerte sich Mason so: "Unsere stärkste Mannschaftsleistung

heute lieferten wir in Über- und Unterzahl. Allein die drei Tore in

Überzahl sprechen für sich. Die Special Teams und Kotschnew waren der

entscheidende Unterschied heute. Kotschnew hat hinten viel Ruhe und

Sicherheit asgestrahlt." Scorpions Co-Trainer Jari Pasanen konnte Mason nur voll und ganz

zustimmen. "Ja, der entscheidende Unterschied war das Überzahlspiel. Wir

hatten ja auch einige Überzahlsituationen. Beide Teams haben sich sehr

bemüht und meine Spieler haben alles gegeben. Mehr kann man nicht

verlangen."

Dass das Überzahlspiel der Scorpions dringend besser werden muss, um in

der DEL zu bestehen, steht außer Frage. Beim gestrigen Spiel war nicht zu

übersehen, dass die immer stärkere Verunsicherung der Mannschaft ihre

Spuren hinterlässt. Zu keinem Zeitpunkt hatte man das Gefühl, dass die

Scorpions das Spiel gewinnen konnten, zu plan- und hilflos waren die Aktionen

vor dem Iserlohner Tor. Dazu hapert es immer noch im Zusammenspiel, was

auch nicht verwundert, da nach Teljukins Verletzung die Reihen wieder

durcheinandergewürfelt wurden. Teljukin wird spätestens nächsten Sonntag

in Hamburg wieder dabei sein, mit etwas Glück auch schon am Dienstag im

Pokalspiel gegen Krefeld.

Am Dienstag müssen sich die Scorpions besser präsentieren, wenn sie nicht

auch noch frühzeitig aus dem Pokalwettbewerb ausscheiden wollen, welcher

realistisch gesehen die einzige Möglichkeit für die Niedersachsen ist,

in naher Zukunft einen Titel zu gewinnen.

(S. Palaser)


Du willst die wichtigsten DEL-News, Spielpläne und Live-Daten direkt auf Deinem Smartphone? Dann hole Dir die Hockeyweb-App mit Push-Nachrichten für die wichtigsten News Deiner Lieblings-Sportart. Erhältlich im App-Store für Apple​  und Android​.
Kanadier kommt aus Bozen
Mathew Maione schließt sich den Bietigheim Steelers an

​Vom HC Bozen aus der multinationalen ICEHL (ehemals EBEL) wechselt der kanadische Verteidiger Mathew Maione zu den Bietigheim Steelers. Der 31-Jährige ist somit der...

"Zwei sehr große Talente"
Eisbären Berlin verpflichten Nikita Quapp und Marcel Barinka

Die Eisbären Berlin können die Verpflichtung von zwei weiteren Neuzugängen bestätigen. Torhüter Nikita Quapp wechselt von den Krefeld Pinguinen nach Berlin. Darüber ...

Kanadier spielte zuletzt in der SHL
Verteidiger Nolan Zajac schließt sich den Grizzlys Wolfsburg an

Die Grizzlys Wolfsburg sind auf der Suche nach einem neuen Verteidiger fündig geworden. Der 29-jährige Kanadier Nolan Zajac, zuletzt in der SHL bei Timra IK unter Ve...

Angreifer kommt von den Grizzlys Wolfsburg
EHC Red Bull München holt Chris DeSousa

Der dreimalige deutsche Meister Red Bull München hat Chris DeSousa unter Vertrag genommen. Der 31 Jahre alte Stürmer wechselt vom Liga-Konkurrenten Grizzlys Wolfsbur...

„Spieler mit unglaublich vielen Facetten und Qualitäten“
Sena Acolatse verlängert bei den Iserlohn Roosters

​Die Iserlohn Roosters haben den Vertrag mit ihrem Verteidiger Sena Acolatse um ein Jahr verlängert. Der 31-Jährige war vor der vergangenen Spielzeit aus Straubing a...

Meister holt Duo aus Wolfsburg
Eisbären Berlin verpflichten Julian Melchiori und Jan Nijenhuis

Die Eisbären Berlin haben Verteidiger Julian Melchiori und Stürmer Jan Nijenhuis verpflichtet. Beide Spieler standen in der abgelaufenen Saison bei den Grizzlys Wolf...

Angreifer kommt von den Eisbären Berlin
Mark Zengerle wechselt zu den Straubing Tigers

Die Straubing Tigers können heute die Verpflichtung eines Neuzugangs für die kommende Spielzeit bekanntgeben: Der gebürtige US-Amerikaner mit deutschem Pass wechselt...

Deutsch-Kanadier kam vor der letzten Saison aus der Oberliga
Guillaume Naud bleibt bei den Bietigheim Steelers

Die Bietigheim Steelers haben den Vertrag mit Guillaume Naud verlängert. Der Deutsch-Kanadier agierte als Allrounder und war ein wertvoller Bestandteil der Vorjahres...