Scorpions beenden schwarze Serie mit 2:0-Sieg in Kassel

Scorpions erlegen tapfer kämpfende WölfeScorpions erlegen tapfer kämpfende Wölfe
Lesedauer: ca. 3 Minuten

Die Hannover Scorpions können also doch noch gewinnen! Der erste Drei-Punkte-Sieg

seit über einem Monat ausgerechnet gegen die Kassel Huskies, gegen die

man in den ersten beiden Begegnungen dieser Saison noch unglücklich

verloren hatte, fiel sogar um ein paar Tore zu niedrig aus. In der 5.

Minute traf Verteidiger Edvin Frylén nach toller Kombination mit Soccio

zum 1:0 für die Gäste. Die Huskies fanden während der gesamten 60

Minuten nicht in die Partie und die gesamte Mannschaft wirkte völlig

neben der Spur. Wäre Kassels Goalie Gage nicht im Gegensatz zu seinen

Vorderleuten in Hochform gewesen, hätten die Scorpions das Spiel schon

frühzeitig für sich entscheiden können und den Huskies hätte ein Debakel

wie beim 0:6 in der vergangenen Saison gedroht. Aber Gage hielt die

hochkarätigsten Chancen von Haas (22., 38.), Funk (34.) und Soccio (35.)

und dreimal half auch der Pfosten mit, die Huskies im Spiel zu halten,

deren wenige Chancen Kauhanen entschärfte, wobei er in der 44. einen

Weltklasse-Save gegen einen in kurzer Distanz völlig freistehenden

Kasseler hinlegte. So blieb das Spiel spannend, denn obwohl die Huskies

nicht entschlossen genug zu Werke gingen, um den Ausgleich zu erzielen,

muss man in dieser Saison jederzeit mit einem kapitalen Abwehrfehler

seitens der Scorpions rechnen, die sich durch solche "Geschenke" schon

oft genug um die Früchte ihrer Arbeit gebracht haben.

Doch der Ausgleich fiel nicht, stattdessen schaffte Fredrik Öberg,

nachdem die ein wenig unter Kasseler Druck geratenen Scorpions zur

Entlastung in der 48. Minute eine Auszeit genommen hatten, mit einem

Schlagschuss von der blauen Linie das vorentscheidende 2:0 (49.), bei dem

Gage recht unglücklich aussah.

Daraufhin nahmen auch die Huskies eine Auszeit (51.), deren Spiel wurde

aber nicht besser. Im Gegenteil, in der 53. Minute lag plötzlich

Scorpions-Kapitän Lenny Soccio am Boden und rührte sich nicht mehr. Nach

einiger Zeit stand er aber wieder auf den Schlittschuhen, während der

Huskie, der ihn mit hohem Stock niedergestreckt hatte, 2+2 Strafminuten

bekam. Die vierminütige Überzahl wollten die Scorpions jedoch eindeutig

nicht nutzen, fuhren sie doch im eigenen Drittel Kringel um Kauhanen und

spielten sich den Puck zu. Keine Vorwärtsbewegung bei einem Powerplay,

klingt zunächst ungewöhnlich, aber wenn man die Überzahlschwäche der

Wedemärker kennt, die letzten Sonntag gegen Augsburg schon zwei (!) Tore

bei eigener Überzahl kassioert haben, ahnt man, dass dieses Spiel auf

Zeit icht so ungeschickt war, wie es oberflächlich betrachtet schien. In

den letzten Minuten versuchte Kassel zwar noch alles, nahm sogar Gage

vom Eis, aber die Niederlage war nicht mehr zu verhindern und so freuten

sich die Gäste gemeinsam mit ihrer treuen mitgeresten Anhängerschar über

den ersten Sieg nach langer Durststrecke, der auch noch auswärts erzielt

werden konnte. Wobei man den Sieg allerdings nicht überbewerten sollte,

denn so desolat, wie die Hausherren an diesem Tag auftraten, hätte auch

ein Oberligist bei ihnen gewonnen. Das Fehlen dreier Stammkräfte durch

Verletzung und Sperre trug zwar dazu bei, darf aber nicht der einzige

Grund für die dargebotene Leistung sein.

Huskies-Coach Kammerer sah dies auf der anschließenden Pressekonferenz

ähnlich: "Ich gratuliere den Scorpions zum verdienten Sieg. Mit viel Glück

hätten wir die Partie vielleicht noch drehen können, aber Hannover hat

vor allem im eigenen Drittel geschickt gespielt und meine Mannschaft ist

gar nicht ins Spiel gekommen. Wir können zwar unsere drei fehlenden

Stammspieler nicht ersetzen, aber es war dennoch eine sehr enttäuschende

Leistung meines Teams! Aber wir haben jetzt einen neuen Verteidiger

verpflichtet, der uns sicher gleich weiterhelfen wird!"

Scorpions-Coach Gunnar Leidborg konnte seine Freude über seinen ersten

Sieg als alleinverantwortlicher Headcoach der Scorpions kaum in Worte

fassen: "Es ist schon ein komisches Gefühl, zur Abwechslung mal nicht dem Gegner

zum Sieg gratulieren zu müssen.Unser Sieg war sicher nicht unverdient,

aber das Erfolgserlebnis als solches war das Wichtigste, um wieder ein

wenig mehr Selbstvertrauen zu gewinnen."

Kammerer bezeichnete Soccios Hinfallen und reglos liegenbleiben zwar als

"Schauspieleinlage", er sollte sich aber mit solchen Äußerungen

zurückhalten, denn wie Leidborg ihn nach diesem Vorwurf korrekterweise

erinnerte, gab Kassels Serikow beim Skandalspiel im Mellendorfer

Icehouse ähnliche "Schauspieleinlagen" zum Besten.

Während die Huskies Sonntag in Iserlohn punkten müssen, um ihre

Playoff-Chancen zu wahren, empfangen die Scorpions den

krisengeschüttelten Deutschen Meister Krefeld, der Coach Goring vom

Trainerposten entbunden hat, zum Sechs-Punkte-Spiel, denn mit einem

Heimsieg könnten die Scorpions den 11-Punkte-Abstand zum rettenden 12.

Platz, den derzeit die Pinguine innehaben, auf 8 Punkte verkürzen.

Jetzt die Hockeyweb-App laden!