Schwache Roosters besiegen noch schwächere Grizzlys und festigen Platz elf

Roosters: Fünf Tore im Schlussdrittel lassen die Fans jubelnRoosters: Fünf Tore im Schlussdrittel lassen die Fans jubeln
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Die Iserlohn Roosters als Tabellenelfter gegen den EHC Wolfsburg als Tabellendreizehnten. So lautete das Duell am Dienstagabend. Iserlohn wollte Wiedergutmachung für die 0:2 Hinspielniederlage im Wolfsburger Eispalast. Am Ende konnte man aus Iserlohner Sicht wohl wohlwollend von einem 5:2 Arbeitssieg sprechen.



Die 2300 Zuschauer sahen im ersten Drittel ein abwechslungsreiches Spiel auf allerdings nur unterem DEL-Niveau. Collin Danielsmeier, am Sonntag noch Iserlohns Pechvogel beim Westderby in Düsseldorf, brachte in der achten Minute seine Farben im Führung, als er einen Abpraller von der Bande direkt versenkte. Beachtlich, denn die Roosters spielten zu diesem Zeitpunkt in Unterzahl! Beide Teams erarbeiteten sich im weiteren Verlauf zwar einige gute Chancen, aber sie scheiterten immer wieder an den beiden Torhütern und an der eigenen Abschlussschwäche. Wolfsburgs größte Chance hatten in der 15. Minute Gersberger und Delisle, die nach einem Break die Scheibe nicht in die freie Torecke einnetzen konnten. Kämpferisch konnte man beiden Teams keinen Vorwurf machen. Spielerisch boten sie jedoch nur DEL-Magerost. Hauptschiedsrichter Chvatal zog sich in diesem Drittel durch seine alles andere als klare Linie mehrfach den Unmut der Aktiven beider Seiten und des Publikums zu. Insbesondre die Grizzlys machten aus ihren Überzahlspielen zu wenig.



Mit je vier Feldspielern  begannen beide Teams das zweite Drittel. Die Roosters nutzen den Platz gut aus und gingen prompt mit 2:0 in Führung. Adams tauchte nach schönem Pass von York und Mitchell blitzschnell alleine vor Mastic auf und versenkte eiskalt. Die Antwort der Niedersachsen ließ aber nicht lange auf sich warten. Nur 27 Sekunden später, also praktisch im Gegenzug, war Ciernik zum 2:1 Anschlusstreffer zur Stelle. Der Treffer gab den Grizzlys Auftrieb. Simon und Zurek scheiterten in der 24. und 25. Minute am guten Kotschnew. In Überzahl boten die Gäste allerdings weiter herzlich wenig. Als Mitchell eine weitere Strafe für die Roosters absaß, „glänzten“ die VW-Städter mit Fehlpässen, anstatt die Sauerländer mit klugen Spielzügen unter Druck zu setzen. In kompletter Besetzung lief es dann besser. Kaufmann verwandelte in der 28. Minute einen Abpraller am schnellsten zum 2:2. Die Wende im Match war dieser Treffer aber nicht. Iserlohn war fast ausschließlich durch seine erste Reihe mit York, Adams und Higgins gefährlich. Und genau diese Reihe verbuchte auch den dritten Iserlohner Treffer. Adams hatte einen Nachschuss (30.) unter die Latte zum 3:2 gesetzt. Der Treffer fand allerdings erst nach dem Studium des Videos durch Schiedsrichter Chvatal seine Anerkennung. Apropos Chvatal: Der Referee steigerte sich gegenüber dem ersten Drittel deutlich und verteilte  seine Strafen nun ausgewogener. Pech für die Roosters, dass Intranuovo und Verwey einen Abpraller in der 31. Minute nicht an Mastic vorbei bringen konnten. Es war bezeichnend für die Abschlussschwäche der Iserlohner Sturmreihen Nummer zwei und drei. Auf der anderen Seite sorgte Kaufmann immer wieder mit seinen Schüssen für Gefahr. Für das Traumtor des Abends sorgte einmal mehr Iserlohns Paradereihe. In der 36. Minute verwandelte Adams einen Knold-Pass per Direktabnahme unhaltbar für Mastic zum 4:2 Pausenstand.



Auch im letzten Drittel lief bei den Wolfsburgern nicht viel im Powerplay zusammen. So schenkten sie ein weiteres Überzahlspiel, als Mitchell draußen saß, ohne nennenswerte Torchance ab. Auf der anderen Seite machte Etz in der 46. Minute alles klar. Er setzte am schnellsten nach und erhöhte auf 5:2. Danach  war „der Kuchen gegessen“. Erwähnenswert noch eine kleine Auseinandersetzung zwischen Ciernik und Mike York (50.), die mit je zwei Minuten wegen übertriebener Härte bedacht wurde. Artistisch, wie Wolfsburgs Paepke in der 51. Minute im Fallen die Scheibe nicht an Kotschnew vorbei bringen konnte. Diese Aktion wäre ein Tor wert gewesen.  Schiedsrichter Chvatal verteilte weiter Strafen, u.a. eine zehnminütige Disziplinarstrafe gegen Wolfsburgs Besten an diesem Abend, Sebastian Osterloh. Schön anzusehen auch noch eine Direktabnahme von Gerbig, die aber nicht ins Tor traf.

Iserlohn brachte das Spiel letztlich sicher über die Zeit und fuhr drei weitere wichtige Punkte im Kampf gegen die Play-downs ein. Alles in allem war es ein sehr müder Hockeyabend zweier Mannschaften, die nur selten DEL-Niveau zeigten und in dieser Form noch erhebliche Probleme bekommen dürften. (MK)



Iserlohn Roosters - Grizzly Adams Wolfsburg 5:2 (1:0 3:2 1:0)

Tore: 1:0 (7:00) Danielsmeier 4-5 UZ, 2:0 (20:50) Adams (York/Mitchell), 2:1 (21:17) Ciernik (Veber), 2:2 (27:50) Kaufmann (Musial/Paepke), 3:2 (29:45) Adams (York/Higgins), 4:2 (35:21) Adams (Knold/York), 5:2 (45:40) Etz (Danielsmeier/York)

Zuschauer: 2257

Schiedsrichter: Chvatal (Waldkraiburg)

Strafen: Iserlohn 24 - Wolfsburg 28


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