Schütz(en)-Fest in Ingolstadt zum Auftakt der Pre-Play Offs Klarer Auswärtssieg der Kölner Haie

Justin Schütz jubelt über seinen Hattrick in Ingolstadt.  (Foto: dpa/picture alliance/Sportfoto Zink )Justin Schütz jubelt über seinen Hattrick in Ingolstadt. (Foto: dpa/picture alliance/Sportfoto Zink )
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„Hauptrunde und Play Offs sind zwei Paar Schuhe“ ist eine oft bemühte Floskel, aber sie trifft nun mal den Kern der Sache. Die Intensität ist deutlich höher, jede Gelegenheit zum verbalen und physischen Austausch wird gerne angenommen. Insbesondere zu Beginn der kurzen Serie in der Qualifikationsrunde zwischen dem ERC Ingolstadt und den Kölner Haien war dies zu spüren: Ingolstadts Philipp Krauß zunächst im Forecheck zu ungestüm, dann ließ sich Teamkollege Travis St. Denis zu einem kleinen Revanche-Check hinreißen, nachdem die Unparteiischen zwei vermeintliche Beinstellen der Haie nicht geahndet hatten. Auf Seiten der Haie musste Carter Proft nach einem Scharmützel mit Marko Friedrich auf die Strafbank.

Den ersten Biss im Spiel setzten die Haie: Sie trafen durch Justin Schütz – in der Hauptrunde mit 27 Treffern erfolgreichster Torschütze der Liga – zur Führung, direkt in Anschluss an die Strafe gegen Philipp Krauß, die man allerdings nicht zwingend geben musste. „Mir hat gefallen, wie wir zu Beginn physisch und mit Emotion gespielt haben, aber das darf natürlich nicht zu Lasten der Disziplin gehen“, kommentierte ERC-Coach Mark French diese Passage des Spiels.

Als dann die Visitenkarten fürs Erste ausgetauscht waren, entwickelte sich ein typischer Play Off-Fight mit Chancen für beide Teams. Den nächsten Nadelstich setzten jedoch erneut die Haie 17 Sekunden vor der ersten Pause, als Justin Schütz zum zweiten Mal traf, dieses Mal nach einem Puckverlust der Panther im Aufbauspiel. „Wenn wir uns die Spiele in dieser Saison gegen Köln anschauen, dann waren es oft unsere Turnover, die zu Kölner Toren geführt haben. Dieses Tor und die erste Hälfte des zweiten Drittels haben uns das Spiel gekostet“, so Mark French in seiner Analyse.

Denn wie zuletzt immer wieder, mussten die Schanzer also trotz einer guten Leistung im ersten Drittel einem Rückstand hinterherlaufen. Für das zweite Drittel hatten sich die Schanzer sicher Einiges vorgenommen, wurden aber schon in der ersten Minute kalt erwischt: ERC-Goalie Michael Garteig spielte eine tief gepasste Scheibe der Haie unsauber zu seinem Verteidiger – den daraus resultierenden Puckverlust nutzte Grenier zum dritten Tor für die Haie.

Es war ein Wirkungstreffer, der die Panther für einige Minuten ins Schwimmen brachte und die Haie näher an den vierten Treffer als die Hausherren an den Anschluss. Den vierten Nackenschlag für die Panther leitete zur Spielmitte erneut Michael Garteig ein, als er die Scheibe hinter seinem Tor nicht präzise genug herausspielte. Justin Schütz machte seinen Hattrick perfekt und bestätigte damit eindrucksvoll seine Torjäger-Qualitäten und rechtfertigte seine Nominierung als Stürmer des Jahres.

Einen möglichen vierten Treffer des Nationalspielers verhinderte Marko Friedrich per Foul, das folgende Powerplay nutzten die Haie aber zum fünften Treffer, der den Arbeitstag von Michael Garteig im Panther-Tor beendete – Devin Williams übernahm, „Wir wollen Euch kämpfen sehen!“ rief die Ingolstädter Fankurve. Daran änderte auch der Ehrentreffer der Panther durch Patrick Virta nichts.

„Wir haben mitbekommen, was die Fans gerufen haben, das war natürlich kein gutes Gefühl. Aber es war eben auch eine inakzeptable Leistung von uns, insofern kann ich die Reaktion der Fans verstehen“, sagte ERC-Kapitän Fabio Wagner selbstkritisch nach dem Spiel.

Im Schlussdrittel kontrollierte Köln weitgehend das Geschehen. Ingolstadt bemühte sich nach Kräften um weitere Treffer, mehr als ein Schuss an die Querlatte kurz vor dem Ende durch Travis St. Denis sprang jedoch nicht heraus.

„Es ist nur ein Spiel, ob Du das 1:5 oder 0:1 verlierst, ist letztlich egal. Wir werden am Dienstag analysieren und dann am Mittwoch in Köln versuchen, alles zu geben“, sagte „Pietzy“ nach der Partie. Dann sollte es den Panthern aber gelingen, insbesondere im Aufbauspiel präziser zu agieren und „die ersten zwei, drei Pässe präzise auf den Schläger bringen“, statt den Mitspieler mit riskanten Pässen unter Druck zu setzen, wie Pietta forderte.

Denn dies wirkt sich aus: „Wir waren zu langsam in der neutralen Zone, da konnte die Haie mit großgewachsenen Spielern gut in ihre Struktur finden“, so Mark French. Dadurch habe man auch die Scheiben "nicht so in die Zone der Haie schießen können, um Druck auf die Verteidiger aufzubauen" (Pietta).

Am Mittwoch und – falls nötig – gleich am Donnerstag geht es in Köln weiter. Dann wird sich zeigen, ob die Panther wirklich – wie Fabio Wagner gefordert – mit einem neuen Mindset ins Spiel gehen. Ein neues Mindset offenbarte auch Haie-Coach Uwe Krupp, der sich nicht zum Spiel äußern wollte, weil man eben mitten in einer Serie stecke – Analysen wolle er erst nach Serienende geben.

ERC Ingolstadt – Kölner Haie 1:5 (0:2, 0:3, 1:0)

0:1 Justin Schütz (Moritz Müller, Jason Bast) 4:51
0:2 Justin Schütz (Gregor MacLeod, Alexandre Grenier) 19:43
0:3 Alexandre Grenier (Justin Schütz, Gregor MacLeod) 20:49
0:4 Justin Schütz (Alexandre Grenier) 28:55
0:5 Gregor MacLeod (Nick Bailen, Louis-Marc Aubry) 33:32
1:5 Patrick Virta (Fabio Wagner, Maury Edwards) 37:25

Strafminuten: Ingolstadt 14, Köln 14
Zuschauer: 4.125


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