Schlusslicht punktet beim ErstenBerlin schlägt Krefeld erst nach Verlängerung

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Man durfte gespannt sein auf das letzte Aufeinandertreffen der Hauptstädter und der Niederrheiner, denen am 1. November das Kunststück gelungen war, dem damaligen Tabellenführer eine 0:4-Schlappe beizubringen, die einzige Nullnummer der Eisbären auf eigenem Eis. Allerdings konnten die Pinguine damals auf die Unterstützung eines ganzen Sonderzuges eigener Fans zählen. Zu Saisonbeginn hatten sich die Pinguine mit 1:2 nach Verlängerung geschlagen geben müssen, am 20. Dezember siegten die Eisbären mit 3:2 in Krefeld. Seit Sonntag punktgleich mit München an der Tabellenspitze hatten die Eisbären mit Blick auf die Play-offs nichts zu verschenken. Krefeld kam mit vier Siegen in Serie im Gepäck und brauchte nichts zu befürchten, denn der Play-off-Zug für die Pinguine war schon vor Wochen abgefahren.

Im ersten Drittel machten die Pinguine von Anfang an vergessen, dass hier ein Tabellenführer und das Schlusslicht aufeinandertrafen. Sie kamen etwas schneller in Gang als die Eisbären und erspielten sich einige gute Chancen. Als sie in der zehnten Minute zum zweiten Mal in Überzahl waren, versuchte Daniel Pietta, von rechts die Scheibe quer durch den Slot zu passen. Ein Eisbär hatte das vorausgesehen, hielt seinen Schläger in den Pass und fälschte die Scheibe unhaltbar für Kevin Nastiuk im Eisbären-Kasten ab – 0:1. In der Folge gab es auf beiden Seiten gute Chancen zur Ergebnisveränderung, wobei Tomás Duba die gefährlicheren zu entschärfen hatte.

Auch im zweiten Drittel bewies Duba mit tollen Paraden seine Klasse, ohne dass die Hauptstädter drückend überlegen gewesen wären. Beide Mannschaften spielten im eigenen Drittel Pässe, die fast den Herzstillstand ihrer Fans bewirkt hätten, aber es gab auch genügend Ungenauigkeit im Passspiel, so dass manche vielversprechende Szene wirkungslos verpuffte, eine davon ein schöner Überzahlangriff der Pinguine, an dessen Ende Herberts Vasiljevs das 2:0 und die wahrscheinliche Entscheidung nur knapp verpasste. Die Mannschaften neutralisierten sich großenteils, und phasenweise musste man sich fragen, welche der beiden die 600 Kilometer Busreise hinter sich hatte.

Im Schlussdrittel waren die Berliner die klar tonangebende Mannschaft: Zuerst wurde in der 43. Minute Barry Tallackson, der mit dem Puck auf das Krefelder Tor zulief, von zwei Verteidigern überhaupt nicht daran gehindert, flach durch deren Beine hindurch abzuziehen; Duba konnte den Puck nur abprallen lassen, der von hinten gegen die Kufen  des rückwärts laufenden Nick St. Pierre rutschte und dann an Duba vorbei im langen Eck landete  - ein ausgesprochen unglückliches Tor für Duba; danach handelten sich die Pinguine drei Strafen ein und mussten sogar 37 Sekunden in doppelter Unterzahl spielen, überstanden aber mit Glück, Geschick und einem glänzend aufgelegten Schlussmann die kritischen Situationen. Aber das Momentum war nun eindeutig auf Seiten der Eisbären, was auch durch die Schussbilanz des Drittels von 13:3 belegt wird. Dennoch gelang es den Niederrheinern, das 1:1 festzuhalten und damit einen Punkt auf ihrem Haben-Konto zu verbuchen. In der Verlängerung dauerte es keine Minute, bis Florian Busch mit viel Tempo ins Pinguin-Drittel eindrang und unbedrängt einen tollen Schuss abgeben konnte, der im rechten Winkel des Pinguin-Gehäuses einschlug. Tomás Duba war chancenlos.

Eisbären-Trainer Uwe Krupp sagte anschließend, es sei ein sehr enges Spiel gewesen und sah durchaus Steigerungsbedarf für seine Eisbären.

Krefelds Coach Franz Fritzmeier bedauerte, dass seine Pinguine aus ihren Konterchancen kein Kapital geschlagen hatten und fasste zusammen: „Meine Mannschaft hat sich den Punkt sehr hart erarbeitet. Insgesamt denke ich, ist der eine Punkt für uns durchaus in Ordnung. Beide Torhüter haben sehr gute Leistungen gezeigt.“

Tore: 0:1 (10.) Pietta (St. Pierre, Vasiljevs)PP1, 1:1 (43.) Talbot (Tallackson, Müller), 2:1 (61.) Busch (Machacek, Jurcina). Strafen:  Berlin 6, Krefeld 10. Schiedsrichter:  Schimm, Iwert. Zuschauer: 12.621.

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