Schanzer zwischen Heimrecht und Qualifikationsrunde DEL-Saisonfinale

Tyler Kelleher (li, Nummer 19) spielt wie die ganze Mannschaft des ERCI eine Saison mit viel Licht und Schatten. (dpa / picture alliance / Beautiful Sports)Tyler Kelleher (li, Nummer 19) spielt wie die ganze Mannschaft des ERCI eine Saison mit viel Licht und Schatten. (dpa / picture alliance / Beautiful Sports)
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Müsste man dem Saisonverlauf des ERC Ingolstadt ein Gesicht aus dem aktuellen Kader geben, würde das von Stürmer Tyler Kelleher gut passen. Großen Auftritten folgen - beim nur 1,68 m großen, aber extrem wendigen US-amerikanischen Angreifer wie auch bei der ganzen Mannschaft - Darbietungen, die es Doug Shedden sehr schwer machen, seinen Zorn zu verbergen. In dem „gefährlichen Spiel“ gegen Schwenningen am vorletzten Wochenende, das den laut Shedden von Jedermann erwarteten Panther-Sieg brachte, hat Kelleher wieder überzeugt und sich ein Sonderlob des Trainers verdient – kleiner Mann ganz groß also?!

Ja, aber: „Das war die Reaktion auf seine Zwangspause gegen Düsseldorf, die ich von einem Profi-Sportler erwarte. Wir möchten, dass unsere Spieler verantwortlich agieren und sie dazu bringen, Verantwortung zu übernehmen. Wenn sie das bei diesem knappen Tabellenstand und mit nur noch wenigen Spielen nicht machen, müssen sie mit den Konsequenzen leben. Aber er hat heute ein gutes Spiel gemacht. Insofern war es die richtige Entscheidung, ihn gegen die DEG draußen zu lassen“, kommentierte Shedden die Leistung Kellehers. Allerdings könnte es am Ende wegen dieser Achterbahnfahrt am Ende knapp werden und vielleicht um die entscheidenden Zentimeter nicht reichen zur direkten Play Off-Qualifikation. So wie es auch im Heimspiel gegen die Eisbären Berlin am letzten Wochenende nicht ganz gereicht hat, weil man zu viele Strafen nahm und kurz vor Schluss nur den Pfosten des Berliner Gehäuses traf – Schütze: Tyler Kelleher, der zwar eine gute Leistung zeigte, aber den entscheidenden Punch nicht setzen konnte zum späten Ausgleich gegen die Hauptstädter.

Nun müssen die Schanzer doch noch zittern: Mit 80 Punkten stehen sie vor den beiden letzten Hauptrundenspielen am Wochenende nur noch zwei Punkte vor den Straubing Tigers, die von den beiden Niederlagen der Oberbayern – Ingolstadt verlor am Sonntag noch knapp bei Meister München nach sehr ordentlicher Leistung - profitierten und nun wieder in Schlagdistanz sind.

Am kommenden Freitag haben beide Mannschaften lösbare Aufgaben vor sich: Ingolstadt muss nach Iserlohn, für die die Saison seit dem vergangenen Wochenende quasi beendet ist. Straubing empfängt die Grizzlys Wolfsburg, die zwar bei sechs Punkten weniger als die zehntplatzierten Nürnberger noch theoretische Chancen auf die erste Play Off-Runde hätten, aber eine Tordifferenz von -48(!) gegenüber -8 der Franken macht auch diese noch zunichte.

Insofern läuft alles auf den ultimativen Showdown am Sonntag hinaus, denn dann empfangen die Ingolstädter ihren Angstgegner aus Straubing zum direkten Duell um Platz sechs. Noch kein Sieg ist den Schanzern in den bisher drei Partien dieser Saison gegen die Niederbayern gelungen – und am Sonntag gilt wahrscheinlich für beide Teams: verlieren verboten! Die Fans beider Lager dürfen sich jedenfalls auf ein Match mit absolutem Play Off-Charakter freuen. Sollte Ingolstadt diese Partie gewinnen und tatsächlich sechs Punkte am letzten Hauptrundenwochenende holen, ist sogar noch der Sprung auf Platz vier (derzeit Köln, 84 Punkte) und damit das Heimrecht in der ersten Runde möglich.

Und es wäre eine schöne Wendung aus Sicht der Oberbayern, wenn ausgerechnet Tyler Kelleher dies mit einem entscheidenden Tor für die Schanzer unter Dach und Fach bringt.


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