Sandro Schönberger: „Wir haben mit Berlin noch eine Rechnung offen“Vor dem Duell Straubing gegen Berlin

Bereit für die Play-offs: Sandro Schönberger. (Foto: ahw)Bereit für die Play-offs: Sandro Schönberger. (Foto: ahw)
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Geht es nach Claus Vetter vom Berliner Tagesspiegel, dürfe es die Begegnung gar nicht geben, denn er meint, die „Eisbären Berlin haben sich das Weiterkommen nicht verdient.“ Doch auch er weiß, dass die Formkurve des Hauptstadtclubs zuletzt deutlich nach oben zeigt. Darum haben die Eisbären auch keinen Grund, bereits vor dem Spiel zu kapitulieren. Coach Stéphane Richer lässt über die aktuelle Medieninformation mitteilen: „Straubing ist eine gute Mannschaft, sie haben bis zuletzt um den sechsten Platz gekämpft. In der Vorrunde waren sie gut gegen uns, aber jetzt fängt eine neue Saison an. Wichtig ist, dass wir unsere Nerven behalten, diszipliniert in unserem System spielen, weg von der Strafbank und fokussiert bleiben.“

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Faktor Goalies

Von den vier Saisonspielen gingen drei Begegnungen an die Tigers. In Straubing siegten die Niederbayern 5:3 und 7:3. Das erste Duell in Berlin ging mit 4:0 an die Eisbären. Dazu gab es in Berlin ein unglaublich spannendes 1:0 nach Penaltyschießen für die Straubinger. Vor allem wer an dieses Spiel denkt, kommt unweigerlich auf die Idee, dass die Serie auch zu einem Goalieduell werden könnte. Straubings Kapitän Sandro Schönberger sagt dazu: „Die Torhüter haben einen großen Anteil daran. Ich denke, dass zwei sehr gute Torhüter im Tor stehen. Wir müssen immer schauen, dass wir Jeff immer freie Sicht geben und die Jungs vorm Tor weg boxen. Wir müssen uns da keine Gedanken machen, Jeff macht seinen Job.“ Bei dem Blick auf die Zahlen fallen die Unterschiede zwischen Straubings Jeff Zatkoff und Berlins Kevin Poulin nur minimal aus. Zatkoff machte 45 Spiele, hat 114 Tore kassiert. Hatte dabei eine Fangquote von 91,04 Prozent und schaffte vier Shutouts. Poulin kamauf 43 Spiele in denen er 115 Mal hinter sich greifen musste. Seine Fangquote liegt bei 91,49 Prozent, wobei ihm drei Shutouts gelangen.

Faktor Special Teams

Ein weiterer Faktor könnten die Über- und Unterzahlformationen werden. Hier haben die Eisbären statistische Vorteile, denn sie verwerteten 19,18 Prozent der Überzahlspiele in Hauptrunde, was ligaweit Platz zwei bedeutet. Straubing belegt mit 18,18 Prozent Rang sechs. Deutlicher ist der Unterschied im Penaltykillig. Berlin liegt mit 83,06 Prozent auf Position sieben, Straubing schafft hier nur 77,99 Prozent und ist damit Letzter. Cheftrainer Tom Pokel meinte: „Wie in jedem Spiel, auch in den Play-offs, sind die Special Teams ein wichtiger Faktor.“ Sandro Schönberger sagte: „Wir müssen unseren Spielplan durchziehen, der funktioniert gegen Berlin. Wir müssen diszipliniert agieren und wenig auf der Strafbank sitzen, dann denke ich, dass wir eine Chance haben. Das wir sehr schwierig, weil Berlin eine erfahrene Play-off-Mannschaft ist.“

Faktor Topstürmer

Hier ist der Vorteil in Niederbayern. Punktbester Berliner ist Louis-Marc Aubry mit 39 Punkten, die sich aus 16 Toren und 23 Vorlagen addieren. Straubings Jeremy Williams beendete die Hauptrunde als punktbester Spieler. Seine 58 Punkte summieren sich aus 30 Toren und 28 Vorlagen.

Faktor Ausfälle

Den Berlinern fehlen verletzungsbedingt Thomas Oppenheimer, Mark Olver, Marvin Cüpper, Florian Busch, Mark Cundari und Jake Ustorf. Bei den Tigers hingegen fehlen nur Mitchell Heard und Sena Acolatse. Dazu sagt Tom Pokel: „Wir würden die beiden gerne dabei haben. Aber aus unterschiedlichen Gründen sind sie nicht dabei. Aber wenn beide gefehlt haben, haben wir drei von vier Spielen gewonnen.“ Hört sich also nach einem Vorteil für die Niederbayern an.

Faktor Teamspirit

Die Gäubodenstädter haben ohnehin schon ein Stück Clubgeschichte geschrieben, denn nie zuvor erreichten die Tigers 81 Punkte nach der Hauptrunde. Vieles erinnert an die erfolgreichste Saison 2011/12, die erst im Halbfinale endete. Sandro Schönberger findet: „2012 war der Wahnsinn. Es ist unschlagbar, was hier in Straubing los war.“ Und er meint weiter: „Zum Großteil ist das sehr ähnlich. Wir haben damals wie heute einen super Zusammenhalt, super Charaktere in der Mannschaft und das sieht man auf dem Eis, wenn eine Mannschaft zusammenhält. Wir geben nie auf, wir spielen immer bis zur 60. Minute und das ist es, was es ausmacht, glaube ich.“ Das ist auch für Tom Pokel ein wichtiger Punkt: „Wir sind ein Team, das niemals aufgibt. Wir haben ein hervorragendes Team. Unsere Einheit, unsere Gruppe, unsere Identität die wir geformt haben, ist sehr erfolgreich.“

Faktor Kraft

Ein weiterer Punkt im Duell könnte die Kraft werden, denn Tom Pokel spielt bereits seit Wochen kaum mit der vierten Reihe. Diese hat zum Teil nur gut sechs Minuten Eiszeit. Das bedeutet natürlich, dass die anderen Reihen diese Zeit mehr haben. Vor allem aber die erste. Könnte die Kraft zu einem Problem werden? Pokel sagte dazu: „Jain. Das letzte Drittel ist eigentlich eines unserer Besten. Ich sehe das nicht so, aber das ist auch Gegner- und Situationsbedingt. Wir wollen mit vier Reihen engagiert spielen, aber Eishockey ist ein Spiel, das sich sehr schnell in verschiedene Richtungen ändert.“

Play-off-Fieberkurve

Egal wie, es beginnt ohnehin alles von neuem. Tom Pokel berichtet: „Es ist jetzt quasi eine neue Saison, alles fängt bei null an. Alles, was war, zählt nicht mehr. Es ist die beste Zeit im Eishockey – Postseason.“ Das bedeutet aber nicht, das man alles auf den Kopf stellt: „Play-offs sind ein anderes Pflaster, aber wollen nichts ändern, im wichtigsten Tanz. Wir wollen weiterführen, was für uns Erfolgreich war.“ Und dieser Tanz sieht laut Pokel in etwa so aus: „Wir gehen mit Selbstvertrauen hinein, hungrig, bissig. Das ist unsere Identität. Ein sehr harter und unangenehmer Gegner.“ Sandro Schönberger meint motivierend: „Wir sind alle richtig heiß und freuen uns, wenn´s morgen losgeht.“

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DEL Hauptrunde Gruppe

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