Sandro Schönberger: „Das war unter aller Sau“Straubing – Düsseldorf 2:6

Die Straubing Tigers stürzten nach der Niederlage gegen die DEG ans Tabellenende. (Foto: Heribert Böckl)Die Straubing Tigers stürzten nach der Niederlage gegen die DEG ans Tabellenende. (Foto: Heribert Böckl)
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Als Zuschauer bekam man in den ersten zehn Minuten einen steifen Hals, so einseitig war die Begegnung. Die Gäste mühten sich und kamen im Verlauf zu Kontern, diese wurden von Fehlern im Straubinger Spiel begünstigt. Drew Paris zeigte Kaltschnäuzigkeit und nutzte praktisch aus dem Nichts seine Chance, um die Düsseldorfer in die Führung zu bringen. Straubings Kapitän Sandro Schönberger bezieht nach dem Spiel Stellung und findet klare Worte: „Die ersten zehn Minuten waren wir nicht schlecht, wir haben gut angefangen. Mit dem ersten Schuss von denen fällt das 1:0, danach brechen wir komplett ein und geben das Spiel einfach so her. Das war unter aller Sau, das war eine Katastrophe. Das darf uns überhaupt nicht passieren, aber vor allem zu Hause nicht.“ Nicht dass die DEG ab dann das Kommando übernommen und das Spiel dominiert hätte, doch Straubing verlor zusehends das Selbstvertrauen, bis gar nichts mehr klappte.

Das zweite Drittel wurde fast noch wilder. Die Düsseldorfer machten aus nahezu jedem Schuss ein Tor. Erst war es Ken Andre Olimb in Überzahl und dann Andrew Hotham. Dies beendete vorerst den Arbeitstag von Jan Guryca, dem man kein Gegentor ankreiden konnte. Schönberger meint entschuldigend: „Für Jan tut es der ganzen Mannschaft leid. Er gibt im Training täglich alles, ist immer gut drauf und dann liefern wir so ein Spiel ab. Das ist einfach nur eine Frechheit gegenüber ihm.“ Nicht nur gegenüber Guryca, auch gegenüber des Straubinger Anhangs. Die quittierten die nicht DEL-taugliche Leistung mit Pfiffen. Schönberger hat dafür Verständnis: „Absolut. Nach dieser Leistung völlig klar, das akzeptieren wir auch, weil die Fans das Recht dazu haben. Aber keiner von uns spielt absichtlich so. Wenn die Scheiße gegen einen läuft, dann läuft´s Scheiße“, fand er drastische Worte. Als dann auch noch Justin Bostrom traf, war es um den Seelenfrieden des heimischen Anhangs endgültig geschehen. Völlig anders die Stimmungslage bei der DEG. So meint ein glücklicher Drew Paris: „Es war ein tolles Spiel, der Schlüssel war die frühe Führung, die haben wir bis zum 4:0 ausgebaut.“ Auch Justin Bostrom strahlt übers ganze Gesicht, wenn er sagt: „Es fühlt sich gut an, wir haben ein gutes Auswärtsspiel abgeliefert. Wir sind in Führung gegangen und haben sie bis zum Ende nicht mehr hergegeben.“ Als das Spiel schon nahezu entschieden war, zeigten die Tigers Kampfgeist und holten die Fans so zurück, wenigstens für ein paar Augenblicke. Binnen drei Minuten konnten René Röthke und Andy Canzanello verkürzen. Doch das Strohfeuer erlosch schnell. DEG-Coach Christian Brittig lobte seine Mannschaft nicht nur für diese Situation: „Wie es die Jungs dann durchgespielt haben, auch nach den zwei Gegentoren – Kompliment. Sie sind nicht nervös geworden, haben immer wieder versucht, nach vorne zu spielen.“

Im Schlussabschnitt wurde es aber fast schon peinlich – für beide Teams. Doch zunächst kam Guryca ins Tor zurück, da Jason Bacashihua „ein kleines etwas“ hatte, so Straubings Trainer Dan Ratushny. Jan Guryca meinte: „Ich glaube, es war nur eine Vorsichtsmaßnahme, dass ich wieder rein gehe.“ Doch dafür holte er sich lob von seinem Coach ab: „Das war ein schwerer Start für ihn, nachdem er so lange draußen saß. Er hat früh Tore bekommen. Es war hart, das zu sehen, und es war schwer, ihn rauszunehmen. Aber nachdem er im letzten Drittel wieder im Tor war, zeigte er mentale Stärke.“ Im Spiel kringelten die Straubinger durch die Düsseldorfer Zone, blieben jedoch meistens viel zu harmlos. Auch dass der 1,95 Meter große und erneut völlig körperlos spielende Eric Beaudoin die letzten 20 Minuten auf der Bank schmorte, brachte, was die Teamleistung angeht, nichts. Auf der Pressekonferenz darauf angesprochen rang Ratushny mit einer Antwort und hatte dabei einen Blick, der sagte: „Ihr habt das Spiel doch auch gesehen“, sagte dann aber: „Wir haben heute nicht gut gespielt, er war nicht der Einzige. Aber wir mussten etwas ändern, das war eine inakzeptable Vorstellung.“ Kapitän Schönberger meint angesprochen auf die Mannschaftsstimmung: „Nein, dass es in der Mannschaft nicht stimmt, davon will ich gar nichts hören. Wir haben uns als Mannschaft in dieses Tief gespielt und als Mannschaft müssen wir uns da wieder rausziehen.“ Düsseldorf stand mit fünf Mann sehr tief in der eigenen Zone und vermittelte gar nicht mehr den Eindruck, ein Tor schießen zu wollen. Sie chippten den Puck nur noch nach vorne, um wechseln zu können. Doch dann setzten die Rheinländer wieder ihre pfeilschnellen und brandgefährlichen Konter. Andreas Martinsen nahm zehn Minuten vor dem Ende endgültig die Luft aus dem Spiel. Kurz vor Schluss war der Schuss ins leere Tor von Ken Andre Olimb nur noch für die Statistik wichtig.

Christian Brittig zeigte sich nach dem Spiel natürlich zufrieden: „Wir haben von Anfang an viele Zweikämpfe gewonnen, haben sehr diszipliniert in unserem System gespielt und waren immer wieder brandgefährlich nach vorne. Unser Ziel war es, das erste Tor zu schießen, das hat uns auch gut getan.“ Dan Ratushny war mit seinem Team hingegen alles andere als zufrieden: „Wir waren heute nicht in Form, das war ein absolut schlechtes Spiel von uns.“ Dass die DEG mit wenigen Chancen viele Tore machte, nimmt Justin Bostrom mit einem schelmischen Grinsen: „Meistens klappt das ja nicht so gut. Darüber reden wir und wollen Scheiben aufs Tor bringen, wir hoffen immer das dabei was rumkommt. Heute hat es geklappt.“ Sandro Schönberger meint abschließend: „Du hast immer mal wieder ein Spiel in der Saison drin, in dem gar nichts geht.“  Doch in Straubing hofften alle, dass es das Spiel gegen Krefeld war, in dem nichts ging. Schönberger: „Es geht anscheinend noch schlechter. Wir müssen einfach wieder zu unseren Tugenden finden und über den Kampf ins Spiel finden.“

Tore:
0:1 04:49 Drew Paris (Bernhard Ebner, Colin Long)
0:2 23:19 Ken Andre Olimb (Marc-Anthony Zanetti, Daniel Kreutzer) PP1
0:3 26:38 Andrew Hotham (Daniel Kreutzer, Ken Andre Olimb)
0:4 30:03 Justin Bostrom (Bernhard Ebner, Colin Long)
1:4 31:02 René Röthke (René Kramer, Eric Beaudoin)
2:4 33.06 Andrew Canzanello (Marcel Brandt, René Kramer)
2:5 50:24 Andreas Martinsen (Daniel Fischbuch, Bernhard Ebner)
2:6 58:58 Ken Andre Olimb (Daniel Kreutzer, Drew Paris) SH1/EN

Strafen: 6:4
Schiedsrichter: Sven Fischer, Daniel Piechaczek; Linienrichter: Thomas Gemeinhardt, Andreas Hofer
Zuschauer 4.432

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