Saisonvorschau Hamburg Freezers 2008/09

Freezers absolvieren Saisonvorbereitung in HamburgFreezers absolvieren Saisonvorbereitung in Hamburg
Lesedauer: ca. 7 Minuten

Die

Bilder glichen sich Jahr für Jahr: großspurige Ankündigungen vor der Saison,

bitterböse Enttäuschung danach: Die Hamburg Freezers schliddern seit dem

Halbfinaleinzug von 2004 Spielzeit für Spielzeit in immer neue Krisen. Ewig die

gleichen Probleme mit ewig derselben Konsequenz: enttäuschenden Leistungen auf

dem Eis. Diese Saison soll – wieder einmal – alles anders, alles besser werden.

Und die harte Vergangenheit hat ihre Spuren hinterlassen, die vollmundigen

Ansagen im Vorfeld sind nüchternen Zielvorgaben gewichen: „Wir wollen eine sehr

vernünftige Saison spielen“, bringt Geschäftsführer Boris Capla den Vorsatz für

die neue Spielrunde überraschend pathosarm auf den Punkt. Jener Capla, der noch

in vergangenen Jahren Werbekampagnen wie „wer Zweiter wird ist uns egal“ in

Auftrag gab.

 „Spür das Feuer“ – mit diesem Motto startet

der Hamburger DEL-Klub diesmal in die Saison und seltener wird ein Leitspruch

besser auf den Planet Ice gepasst haben als dieser. Erstmals in der

Freezers-Geschichte fiel der Zuschauerschnitt in der heimischen

Color-Line-Arena nicht mehr fünfstellig aus, selbst die Marke von 9.000 Fans

pro Spiel wurde verpasst. Verständlich bei den ernüchternden Leistungen vor

eigenem Publikum - und gleichzeitig die Fortsetzung eines seit Jahren anhaltenden

Trends in der Nordmetropole. Um diesen zu stoppen, muss eben das geschehen, was

das neue Werbemotto verkündet – die einst begeisterten Hamburger-Anhänger

müssen endlich wieder das Feuer auf dem Eis spüren. Der Funken muss das tun,

was er im hohen Norden schon so lange nicht mehr tat, er muss überspringen. Überspringen

von einer leidenschaftlichen Truppe auf die längst desillusionierten Fans – nur

dann kann endlich die Trendwende erfolgen.

Die

Torhüter: Wieder der Alte?

Nach dem

Theater der vergangenen Spielzeit gehen die Freezers doch wieder mit Jean-Marc

Pelletier in die neue DEL-Saison. Die letztjährigen Querelen hatten dem 30

Jahre alten Schlussmann deutlich zu schaffen gemacht. Kann sich der

US-Amerikaner (besitzt auch einen kanadischen Pass) von den negativen

Erfahrungen frei machen? Besser vorbereitet als im letzten Jahr sei er, so

Pelletier selber, der im Sommer Extra-Schichten sowohl auf dem Eis als auch im

mentalen Bereich absolvierte. Er gehe gestärkt in die neue Saison, berichtet der

30-Jährige, der die Vergangenheit verdaut zu haben scheint, vor dem ersten

Bully selbstbewusst. Mental gestärkt und in guter Form muss sich ein Pelletier

vor keinem anderen Goalie der deutschen Eliteklasse verstecken. Doch sollte die

Nummer-Eins im Freezers-Gehäuse ausfallen, kann es für die Hamburger schnell

brenzlig werden. Mit Tobias Güttner übernimmt ein Mann die Backup-Rolle, der

eher als Nummer-Drei geeignet ist. Mit mittlerweile 26 Jahren gilt Güttner nur

noch eingeschränkt als Talent, in den vergangenen Spielzeiten hat er zudem

wenig Fortschritte gemacht. Für eine alleinige Nummer-Zwei scheint das nicht

auszureichen.

Die

Verteidiger: Überraschungstrumpf Karalathi?

Jere

Karalthi – kein Name ist im Vorfeld der neuen Freezers-Saison öfter gefallen

als der des „verrückten Finnen“, den Sportdirektor Bob Leslie in Zeiten des

Sommerlochs wie aus dem nichts als Neuzugang präsentierte und damit Hamburgs

Fans und Medien ein Dauerbrenner-Thema für die heiße Jahreszeit bescherte. Doch

bei allen pikanten Details aus dem Privatleben des Finnen ist – und das geht

bei all dem Trubel oftmals etwas unter – der Name Karalathi auch sportlich von

höchster Bedeutung für den Erfolg der vorausliegenden Freezers-Saison.  Nur wenn der 33-Jährige zu guter Form aufläuft,

ist die Hamburger Defensive auf hohem DEL-Niveau wirklich konkurrenzfähig.

Qualitativ

gibt es wenige Spieler in Deutschlands höchster Spielklasse, die dem Finnen das

Wasser reichen können und dennoch ist das Risiko der Verpflichtung riesig: Mit

Übergewicht und anderen körperlichen Probleme war der Hüne nach Monaten ohne

Trainings- und Spielpraxis in der Hansestadt eingetroffen. Doch mittlerweile

scheint sich herauszukristallisieren, dass die Hamburger für den hohen Einsatz

belohnt werden: gute Leistungen in der Vorbereitung gepaart mit hoher

Trainingsdisziplin lassen darauf hoffen, dass Karalathi die ihm zugeschriebene Leaderrolle

im Hamburger Defensivverbund übernehmen wird.

Offensiv

muss der fehleranfällige Andy Delmore zusammen mit Karalathi für die nötige

Produktion sorgen. Besser eingesetzt als im vergangenen Jahr und mit einer Portion Selbstbewusstsein ist der 31-Jährigen mit seinem unnachahmlichen

Schlagschuss nach wie vor eine hervorragende Powerplay-Waffe. In der Defensive

abräumen sollen Neuzugang Sean Blanchard (30) und Paul Manning (29). Ein

Fragezeichen steht hinter Rob Leask – der 37-Jährige offenbarte schon in der

vergangenen Saison immer wieder erhebliche Schwächen und hat seinen Zenit

längst überschritten. Sollte sich sein Leistungsabfall weiter fortsetzten, kann

es eine harte Saison für den Deutsch-Kanadier werden. Immerhin hat Leask mit Stephan

Retzer (31) einen schnellen Verteidiger an seiner Seite, der als einer der ganz

wenigen Spieler im letzten Jahr vollauf (im Rahmen seiner Möglichkeiten)

überzeugen konnte.

In

der Hinterhand haben die Freezers mit Daniel Sevo (24) noch einen aggressiven

und lernwilligen Spieler, der sich vergangene Saison gut in der DEL zurechtfand

und im Laufe der Spielzeit Leasks Platz in der dritten Defensiv-Reihe übernehmen

könnte. In Puncto Tiefe lässt der Defensiv-Verbund bislang noch zu wünschen

übrig, einzig Neuzugang Elia Ostwald könnte trotz gelernter Stürmerschaft

in der Verteidigung aushelfen, das hat er bereits bei den Eisbären des Öfteren erfolgreich

getan. Ansonsten kann bzw. sollte die neue Partnerschaft mit Zweitligist

Dresden hier Abhilfe schaffen.

Der Sturm: Die

Mischung macht’s?

Auf dem

Papier ist die Abteilung Attacke der Freezers auch dieses Jahr wieder gut

besetzt. Mit Clarke Wilm (31) wechselte ein Center mit immenser Erfahrung an

die Elbe, der sich schon in der Vorbereitung als neuer Leitwolf etablierte. Er

besetzt die vakante Position von Benoit Gratton, der den Klub nach drei Jahren

verlassen musste.  Auch Travis Brigley

(31) soll mit seinen Führungsqualitäten ein wichtiger Baustein im neuen

Freezers-Gefüge werden. Zudem weiß der Kanadier, wo das Tor steht und hat schon

zwei Jahre lang auf DEL-Eis seine Kurven gedreht.

Um

die Produktion der einheimischen Kräfte anzukurbeln, sind mit Jason Pinizotto

(28) und Richard Müller (26) zwei Profis mit deutschem Pass nach Hamburg

gelockt worden. Zusammen mit John Tripp (31), Vitalij Aab (28) und dem noch

verletzten Alexander Barta (25) sollen sie später für eine durchschlagskräftigere

deutsche Fraktion als in der Vergangenheit sorgen.  Zu Beginn der Spielzeit werden mit Pinizotto

und Barta jedoch gleich zwei der deutschen Hoffnungsträger ausfallen.

In

der ersten Angriffsformation wird es darauf ankommen, dass der letztjährige

Topscorer Peter Sarno seine starke Form der zweiten Saisonhälfte konservieren

und mit in die neue Runde nehmen kann. Noch zu Beginn mit Anlaufschwierigkeiten,

mauserte sich der 29-Jährige zu einem der produktivsten DEL-Stürmer und war mit

seinen Spielgestalter-Fähigkeiten Garant für so manchen Freezers-Sieg. Neben

ihm soll der zuverlässige Brad Smyth (35) mit seinen einzigartigenTorjäger-Qualitäten für die nötige Treffer-Produktion sorgen.

Nach

einer nicht durchweg überzeugenden Saison will auch Fanliebling Francois

Fortier wieder voll angreifen. Der 29 Jahre alte Franko-Kanadier soll vorerst

zusammen mit Wilm und Aab eine funktionierende zweite Angriffsreihe bilden. Die

Qualitäten von Abgang Florian Schnitzer werden die Hamburger sicherlich schmerzlich

vermissen, dennoch ist mit Thomas Pielmeier (21) und Elia Ostwald (20) gutes,

junges Spielmaterial für den vierten Sturmblock an Land gezogen worden.

Zusammen mit Marcus Sommerfeld (24) werden sie versuchen den Abgang Schnitzers in

der Rückwärtsbewegung gemeinsam zu kompensieren und gleichzeitig für mehr

Produktion der letzten Freezers-Sturmformation zu sorgen.

Die

Prognose: Wundertüte Freezers?

„Einen neuen

Geruch“, will er aus gemacht haben, die „faulen Äpfel“, sollen aussortiert

worden sein - Freezers-Trainer Bill Stewart ist sich sicher, dass die Hamburger

den richtigen Charakter-Mix für die neue Saison gefunden haben. Somit soll

endlich Schluss sein mit den unerträglichen Querelen und Streitereien abseits

des Eises. Auch Geschäftsführer Capla erkennt einen neuen „positiven Wind“ der

durch das Umfeld des Hamburger Eishockeyklubs weht.

Auf

dem Papier ist der Kader wieder einmal gut besetzt. Aber eben auch nur gut und

nicht mehr.  Für die (Pre)Playoff-Teilnahme

wird es auch dieses Jahr wieder einmal genügen – nur wie und was ist danach

drin? Um mit einem solchen Kader mehr zu erreichen und wieder Punkte in der Gunst

der Fans zurückzugewinnen, muss sich das Team als homogenen Einheit auf dem Eis

präsentieren, endlich wieder Leidenschaft zeigen und damit die richtige

Botschaft auf die Ränge transportieren.

In

der Tat: Nicht nur die Freezers-Verantwortlichen machen in der Hamburger Truppe

ein neues Selbstgefühl aus, auch Fans und Medien scheinen den neuen Geist der

Mannschaft zu spüren. Ein Kabinenfest vor der Saison – das gab es in den vergangenen

Jahren nicht und ist ein weiteres Indiz für einen stimmigen Teamcharakter.

Jedoch: Ob die Mannschaft auch nach den ersten Schwächephasen noch so intakt

sein wird? Die Hamburger Verantwortlichen sind bekannt für ihr zweifelhaftes Krisenmanagement,

bei den Anhängern hat der Klub endgültig jeglichen Kredit verspielt – bester Nährboden

für dicke Luft im Norden.

Die

Hamburger scheinen die Wundertüte der neuen DEL-Saison zu werden. Vieles ist

denkbar bei den Freezers, alles möglich. Kehrt auf dem Planet Ice endlich Ruhe

ein, könnte den Hamburgern die erfolgreichste Saison seit Jahren bevorstehen.

Geht das alte Spiel von vorne los, könnte es genauso schnell wieder mächtig

heiß werden in der Hansestadt und am Ende wieder nur eines ernüchternde

Realität werden: die bitterböse Enttäuschung danach.

(Daniel

Pietzker)

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DEL Hauptrunde

Freitag 21.02.2020
Schwenninger Wild Wings Schwenningen
2 : 3
Iserlohn Roosters Iserlohn
Adler Mannheim Mannheim
2 : 6
Düsseldorfer EG Düsseldorf
Fischtown Pinguins Bremerhaven
2 : 1
Kölner Haie Köln
Grizzlys Wolfsburg Wolfsburg
5 : 1
Krefeld Pinguine Krefeld
Straubing Tigers Straubing
2 : 1
Thomas Sabo Ice Tigers Nürnberg
EHC Red Bull München München
2 : 3
ERC Ingolstadt Ingolstadt
Sonntag 23.02.2020
Thomas Sabo Ice Tigers Nürnberg
- : -
Eisbären Berlin Berlin
Krefeld Pinguine Krefeld
- : -
Straubing Tigers Straubing
Augsburger Panther Augsburg
- : -
Adler Mannheim Mannheim
EHC Red Bull München München
- : -
Düsseldorfer EG Düsseldorf
ERC Ingolstadt Ingolstadt
- : -
Schwenninger Wild Wings Schwenningen
Iserlohn Roosters Iserlohn
- : -
Fischtown Pinguins Bremerhaven
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