Saisonausklang mit Verabschiedung eines DEL-RekordinhabersKrefeld siegt in letztem Spiel von Herberts Vasiljevs

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Nicht nur wegen der mangelnden Möglichkeiten beider Mannschaften, an ihrer Tabellensituation noch etwas zu ändern, war das Ergebnis dieses Spiels Nebensache. Für den Tabellenfünften war die Reise an den Niederrhein am  Tulpensonntag eher ein unterhaltsamer Ausflug mit lockerem Auslaufen. Für Spieler und Fans des Tabellenschlusslichts ging es um etwas mehr: im Abschiedsspiel für Kapitän Herberts Vasiljevs wollte man nicht nur erstmals in dieser Saison gegen die Grizzlys siegen, was zuletzt am 26. Februar 2016 gelungen war, sondern den verdienten KEV-Kämpen auch mit einem ordentlichen Spiel den Abschied erleichtern und zumindest beim Saisonabschluss zeigen, dass man auch besser hätte abschneiden können.

Geboten wurde ein sehr faires Spiel, dessen herausragende Akteure eigentlich die rund 120 Fans der Grizzlys waren, die nach der Ehrung von Herberts Vasiljevs für sein 639. und letztes Erstligaspiel im Dress der Krefeld Pinguine schon im ersten Drittel skandierten „Wir sind alle Eishockeyfans“ und damit den emotionalen Rahmen der Partie festlegten. Auf dem Eis tat sich nicht viel, die Grizzlys schienen mit gebremstem Schaum zu spielen, das Drittelergebnis von 0:0 war verdient. Die Bemühungen der Pinguine zeitigten in Minute 30 das 1:0 durch Mikko Vainonen, an dem der Jubilar mit einer Vorlage beteiligt war. Es dauerte exakt bis 0,6 Sekunden vor Schluss, ehe Wolfsburg ausglich nach einem Gestochere aus einer Spielertraube vor Niklas Treutle heraus, der bis dahin mit prima Reaktionen die sehr wohl herausgespielten guten Chancen der Wolfsburger entschärft hatte. In der Verlängerung war es wiederum Vainonen, der mit seinem zweiten Treffer den Sieg der Pinguine fest hielt. Das Spiel war aufgrund seines fairen und sportlichen Geistes eine tolle Werbung für die Sportart Eishockey, und dafür gebührte vor allem den Wolfsburger Fans großer Dank. So ging der bald 41-jährige Inhaber des DEL-Rekords für die meisten Scorerpunkte in einem Spiel – acht Punkte im Heimspiel gegen die Frankfurt Lions 2006 – nach rund 1500 Spielen nicht mit einer Niederlage in seinen wohlverdienten Ruhestand.

Grizzlys-Coach Pavel Gross nahm in der Pressekonferenz das Lob eines Pressevertreters für ein außerordentlich faires und sportliches Spiel entgegen. Pinguine-Coach Rick Adduono ver-sprach, für die nächste Saison wieder ein starkes Krefeld zu formen – allerdings ohne Herberts Vasiljevs.

Vasiljevs selbst sagte in einer Mitteilung: „Die schweren Verletzungen in den letzten Jahren machen sich einfach bemerkbar. Ich werde nicht jünger, es ist ein guter Zeitpunkt um aufzuhören. Ich werde jetzt erstmal Urlaub machen und meine Kinder besuchen, den Sommer über werde ich in Krefeld sein. Was ich danach mache, ist noch nicht ganz geklärt. Ich habe aber schon eine Ahnung, was es werden wird. Ich möchte mich bei allen Unterstützern bedanken, die mich und die Mannschaft in guten wie in schlechten Zeiten hier in Krefeld unterstützt haben. Wir werden uns auf jeden Fall wieder sehen, die Welt ist kleiner als man denkt.“ Bereits in der DEL-Premierensaison 1994/95 lief er für Krefeld auf und kehrte nach seiner Zeit in Nordamerika zurück.  In 639 Spielen für Krefeld traf 211 Mal und bereitete 299 Treffer vor.

Tore: 1:0 (30.) Vainonen (Umicevic, Vasiljevs), 1:1 (60.) Seifert (Haskins), 2:1 (62.) Vainonen (Rosa, Little). Strafen: Krefeld 4, Wolfsburg 2. Schiedsrichter: Brüggemann, Klein. Zuschauer: 3543.

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