Saisonabschluss in StraubingDas Gehen und Bleiben

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Per Pressemitteilung sagte Manager Jason Dunham „Es freut uns sehr, mit diesen Stützen unserer Mannschaft auch in Zukunft arbeiten zu können.“

Canzanello geht nach acht Jahren

Ein emotionaler Moment war die Verabschiedung von Andy Canzanello. Der US-Amerikaner, der vor kurzem zum ersten Mal Vater wurde, kam zur Spielzeit 2007/08 zu den Niederbayern. Sein bester Moment fand jedoch außerhalb der Eisfläche statt. „Das war die Geburt meiner Tochter“, meint er mit väterlichem Stolz. Sportlich erinnert er sich an einen ihm unvergessenen Moment. Er spricht dabei von einigen Minuten, die kein Tigers-Fan je vergessen wird und sich natürlich in der Saison 2011/12 zugetragen hat: „Das war definitiv nach dem Mannheim-Spiel. Wir hatten ja gewonnen und saßen dann in der Kabine und haben aufs Düsseldorf-Spiel geschaut, die haben in Augsburg gespielt. Als das Spiel in die Overtime ging, waren wir in den Top-Sechs. Das war unglaublich. Ich sitze mit meinem Team und den Coaches und dann bist Du in den Top-Sechs. Außerdem erinnere ich mich an mein erstes Spiel hier, es war gegen Iserlohn. Das war eine großartige Erfahrung. Es gibt so viele Erinnerungen, dass ich sicher gerne hierher zurückkomme und viele Freude treffen werde. Straubing hat einen ganz besonderen Platz in meinem Herzen. Die Leute die hier neben dem Eis arbeiten, meine ganzen Teamkammeraden, meine Trainer und all meine Freunde, die ich hier gefunden habe, das sind alles großartige Menschen. Auch die Fans werde ich niemals vergessen.“ Sein nächstes Jahr könnte Canzanello in der Erste Bank Eishockey Liga (EBEL) verbringen. Gerüchte in diese Richtung gibt es seit einigen Wochen. „Irgendwann vielleicht irgendwo in Österreich. Ich freue mich erstmal auf eine neue Herausforderung.“

Brandt geht nach . . ?

Ebenfalls verabschiedet hat sich Marcel Brandt. Er trägt seit der Saison 2012/13 das Tigers-Dress und war in dieser Zeit immer mit einer Förderlizenz ausgestattet. Insgesamt eine überraschender Abgang, denn sein Vertrag würde in der Zeit zwischen Rob Wilson und Larry Mitchell verlängert. „Es war alles in Ordnung. Rob hat auf mich gebaut. Dadurch habe ich auch verlängert. Dann kamen der Umbruch und der Trainerwechsel und ich war nur noch in der vierten Reihe oder draußen.“ Wo es den 22-jährigen hinzieht, wollte er noch nicht bestätigen, in übereinstimmenden Medienberichten wiederholt sich aber der Name der Düsseldorfer EG.

Schönberger: „Ich bin froh, das Tigers-Trikot weiter tragen zu dürfen“

„Nach einer guten Saison kann jeder gehen. Das ist nicht unbedingt mein Charakter, nach so einer schwachen Saison zu gehen, auch wenn ich die Möglichkeit gehabt hätte, woanders hinzugehen. Larry Mitchell hat mich mit seinem Konzept für die Zukunft überzeugt. Ich bin froh, das Tigers-Trikot weiter tragen zu dürfen, und freue mich jetzt auf die nächste Saison.“ Nach dieser angesprochenen schwachen Saison berichtet Schönberger über die Gründe dafür: „Wir haben alle unseren Teil dazu beigetragen, dass es nicht funktioniert hat. Man hat gesehen, was in der Mannschaft drin gewesen wäre, wenn wir es von Anfang an abgerufen hätten. Das haben wir nicht, da dürfen wir auch nicht enttäuscht sein, weil wir es in der Hand hatten. Da müssen wir uns an die eigene Nase packen. Jetzt ist die Saison abgehakt und der Blick geht nach vorne.“

Wiederer geht in Straubing in sein zweites DEL-Jahr

Über sein erstes Jahr sagt er: „Es war auf jeden Fall lehrreich. Es war sicher nicht die einfachste Saison, aber für einen jungen Spieler ist das sicher auch lehrreich. Vor allem defensiv, da wir ja nie die dominierende Mannschaft waren.“ Richtig überrascht hat ihn die DEL nicht. „Ich hatte vorher schon viel Respekt gehabt. Mein größtes Problem ist noch das Körperliche, ansonsten ist es, glaube ich, bis zum Schluss immer besser geworden. Nächstes Jahr will ich noch einen Schritt weiter machen.“ Eine erfrischend realistische Einschätzung des Youngsters. Zwar hat man bei Wiederer die Option gezogen, aber für ihn kommt im Sommer ein Wechsel nach Nordamerika in Frage. Wenn er gedraftet wird, würde es ihn über den großen Teich ziehen. „Wir haben schon mit ein paar Teams gesprochen, aber die Entscheidung fällt erst im Juli.“

Loibl bleibt den Tigers erhalten

Für Loibl war es ebenfalls das erste DEL-Jahr. Auch er nimmt einiges mit. „Es war natürlich eine Riesensache für mich, dieses Jahr so viele DEL-Spiele zu machen, damit habe ich nicht gerechnet. Ich glaube, dass ich meine Sache gut gemacht habe.“ Da kann man nur schwer widersprechen. Sowohl Wiederer als auch Loibl werden ohne Zweifel ihren Weg in der DEL gehen. Loibl spielte in Landshut bereits DEL2 und findet hier deutliche Unterschiede. „Die Zeit, die man in der DEL an der Scheibe hat, ist deutlich kürzer. Auch die Härte ist eine andere. In der DEL2 werden ja kaum Checks gefahren, das ist in der DEL anders.“ Doch auch ihn drückt natürlich das Teamabschneiden: „Die Abschlusssituation ist natürlich nicht so, wie wir uns das vorgestellt haben.“ Dass er im Sommer nach Nordamerika wechselt, ist hingegen unwahrscheinlich. „Mein Draftjahr war letztes Jahr. Für mich ist es eigentlich ein Jahr zu spät, um rüber zu gehen. Das heißt, ich werde in Straubing bleiben und hier spielen.“

Brandl will mit den Tigers nächstes Jahr besser dastehen

„Für mich persönlich ist das hier eine sehr gute Perspektive“, sagt Brandl zu seiner Verlängerung und meint weiter: „Auch wenn es nicht so lief und ich eine Verletzungsmisere hatte. Ich will mich hier weiterentwickeln und will mit den Tigers nächstes Jahr besser dastehen.“ Brandl hofft natürlich auf einen Platz in den vorderen beiden Reihen. „Das ist natürlich mein Wunschdenken und dafür werde ich im Sommer hart arbeiten. Aber letztendlich entscheidet das der Trainer. Ich werde alles geben.“ Auch Brandl lagen andere Angebote vor, aber: „Ich fühle mich hier sehr wohl.“

Strahlmeier wird wieder im Tigers-Tor stehen

„Ich hatte ja einen Optionsvertrag unterschrieben, da war von vorne herein klar, dass die Option gezogen werden kann. Damit hatte ich auch kein Problem. Wo es dann zu den Gesprächen kam, dass die Option gezogen wird, stand schnell fest, dass ich hier bleiben möchte. Ich bekomme hier das Vertrauen. Die führen mich hier an die DEL ran.“ Strahlmeier sieht noch mehr Vorteile für sich: „Um sich in der DEL einen Namen zu machen, ist es sicher nicht hilfreich, jedes Jahr woanders zu spielen. Außerdem gefällt mir das Umfeld.“ Über andere Angebote hüllt er sich in Schweigen und meint mit seiner typisch schelmischen Art: „Die Option ist relativ schnell gezogen worden.“

Fragezeichen hinter Stewart

Weder eine Verlängerung noch eine Verabschiedung gab es zu hören. Sicher ist nur, dass der Vertrag des Kanadiers nun ausläuft. „Ich weiß nicht, was ich nächste Saison mache“, kommentiert er. Auch die Frage nach dem, was er will, bleibt offen: „Ich habe zurzeit keine Ahnung. In den nächsten Tagen gibt es ein Meeting, dann wird man sehen.“ Insgesamt deutet aber einiges auf einen Abgang hin.

Reed ein Kandidat für eine Verlängerung

Harrison Reed sagt über sein erstes DEL-Jahr. „Es war gut. Es war eine neue Erfahrung mit vielen Aufs und Abs.“ Reed ist mit 25 Punkten Zweiter der internen Scorerliste. „Es war nicht so schlecht, aber wir können es alle besser, auch ich. Ich hoffe, dass es in Zukunft besser klappt.“ Auch er weiß noch nicht, wo er das in Zukunft besser machen wird. „Ich weiß nicht, ich kann nur hoffen und schätzen, dass ich wieder einen Job bekomme.“ Bei ihm hört sich das aber so an, als ob er bleiben könnte.