Saison endet für die Adler im ViertelfinaleMannheim - Köln 1:2

Lesedauer: ca. 3 Minuten

Dabei fing es für die Adler gut an. Ronny Arendt, der zusammen mit Simon Gamache und Jon Rheault die erneut offensiv auffälligste Sturmreihe bildete, versenkte bereits in der zweiten Minute den Puck hinter Haie-Torhüter Danny aus den Birken. Köln, davon völlig unbeeindruckt, spielte sein Spiel unbeirrt weiter und  antwortete fünf Minuten später mit dem Ausgleich. Der Treffer wurde John Tripp zugesprochen, war aber eher ein Eigentor der Adler. Da Eigentore im Eishockey nicht aufgeführt werden, wird das Tor eben dem gegnerischen Spieler zuerkannt, der zuletzt am Puck war. In diesem Fall hat er das verdient, erst durch seinen unbedingten Willen während seiner Arbeit im Slot, den Puck hinter Adler-Torhüter Dennis Endras zu befördern, entstand das Durcheinander, aufgrund dessen  die Scheibe irgendwann unglücklich ins Adler-Tor sprang. Dieses den Puck ins Tor arbeiten wollen, eine Chance kreieren, war einer der Unterschiede zwischen beiden Mannschaften in der Serie. Köln probierte das oft, die Adler nicht. Den Rest des Drittels benötigten die Adler, um ihre Nerven in den Griff zu bekommen, die Fehlerquote war bei den Adlern deutlich höher, bis dahin noch mit glücklichem Ausgang, Köln konnte kein weiteres Tor erzielen.

Drittel zwei begannen die Adler forsch, hatten hier ihre stärkste Phase und brachten die Haie einige Male ins Schwimmen. Spätestens vor dem gegnerischen Tor war aber dann Schluss mit der Herrlichkeit. Manko war hier die Weiterverarbeitung der auf Danny aus den Birken abgefeuerten Schüsse, die in diesen Situationen oft fehlende Präsenz im Slot ermöglichte es den Haien sich zu ordnen und dann vor dem Tor aufzuräumen. Zweites Manko war oft das Stellungsspiel der Adler im Angriffsdrittel. Entkamen sie der von Köln vor allem in den „Ecken“ gespielten Art zu verteidigen (nämlich den oder die gegnerischen Spieler in Überzahl zu attackieren), indem sie mit einem Pass über die Rundung das Spiel verlagerten (ein möglicher diagonaler Passversuch auf den durch diese Art zu verteidigen semi freien Mitspieler erfolgte fast nie), ging der Puck oft in einen Adlerspieler freien Raum, weil ein Teil der Adler sich aus taktischen Gründen bereits im Rückwärtsgang befanden, die zwei bis drei verbliebenen Adler im Angriffsdrittel deswegen chancenlos waren, um erneuten Druck aufzubauen. Damit hatten die Haie genug Zeit, sich die Pucks zu erlaufen und anzugreifen.

Kombinierten sich die Adler ins Angriffsdrittel, was sie einige Male gut machten, wurde es gefährlich für die Haie, Danny aus den Birken war dann gefordert. Allerdings beschritten die Adler diese Art des Angreifens zu wenig, eigentlich unverständlich, hatten sie doch bei der Angriffsmethode Puck nach vorne und dann hinterher gegen körperliche und zweikampfstarke Kölner oft das Nachsehen. Uwe Krupp sowie Hans Zach haben hier eine ähnliche Sichtweise, dem Gegner durch ständiges kämpferisches Anrennen die Moral zu nehmen, der Zermürbungsvorteil hier lag klar bei den wie schon erwähnt körperlich überlegenen Haien, und das nicht erst im gestrigen Spiel. Was das Spiel dann endgültig in Haie Richtung kippte, war Kölns Treffer in der 37. Minute durch Andreas Falk. Mit all seinem Können und seiner Cleverness erzielte er das 1:2 aus dem Slot, umringt, aber unbedrängt von drei Adlerspielern. Damit bewiesen die Haie einmal mehr ihren effektiven Umgang im Verwerten von Chancen, in dem sie in Person ihres „Play-off-Monsters“ Falk einen der wenigen gravierenden Fehler, die den Adlern im Defensivverband unterliefen, nutzten.

Im letzten Drittel wartete man vergeblich darauf, dass die Adler ob des Spielstands in den „Alles oder Nichts“-Modus wechselten. Die Adler spielten kämpferisch engagiert, diszipliniert und brav bis zum Ausscheiden weiter, zwei Strafminuten für die Adler in einem „Endspiel ums Weiterkommen“ und zwei bis drei Unterhaltungen mit ihren Gegenspielern, die den Schiedsrichtern nichts abverlangten, symbolisiert das fehlende, giftige Wollen und das Mehr, was die Play-offs neben verbissenem Kampf ausmachen. In den entscheidenden Momenten sah man das nur von den Haien, im Ganzen betrachtet sind sie damit verdient im Halbfinale.

Haie-Trainer Uwe Krupp bescheinigte den Adlern, seinen Haien alles abverlangt zu haben und sah eine Serie auf Augenhöhe. Adler-Coach Hans Zach meinte, wenn die Haie weiter so spielen, gegen den zukünftigen Deutschen Meister ausgeschieden zu sein.

Kämpferisch sei seiner Mannschaft wie immer kein Vorwurf zu machen, mehr sei mit der Zusammensetzung der Mannschaft nicht möglich. Einen weiteren Unterschied machte für ihn die Klasse der Kölner Kontingentspieler aus, vor allem in puncto Erfahrung, Können und Führung.

Tore:
1:0 (1:21) Ronny Arendt (Simon Gamache, Jonathan Rheault)
1:1 (6:29) John Tripp
1:2 (36:25) Andreas Falk (Marcel Müller, Björn Krupp)

Strafen: Mannheim 2, Köln 6
Schiedsrichter: Piechaczek / Zehetleitner
Zuschauer: 12.005


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