Rousson sticht Gordon aus - Freezers gewinnen in Frankfurt

Markus Jocher bleibt ein "Löwe"Markus Jocher bleibt ein "Löwe"
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Schwer zu erklären, warum einem manche Teams liegen und andere nicht liegen. Die Hamburg Freezers gehören definitiv zur letzteren Sorte für die Frankfurt Lions. Mit dem gestrigen 5:4 haben die Freezers in der regulären Saison schon das fünfte von acht Spielen bei den Lions gewonnen. Erst recht schwer zu erklären, wenn es beim Gegner egal ist, wo er geografisch herkommt, aber der gleichen Franchise angehört, also die gleichen Besitzer verkörpert. Denn egal, ob sie München Barons oder Hamburg Freezers heißen, gegen diese Filiale des Anschutz-Konzerns haben sich die Lions immer schwer getan. Doch bei aller Rätselhaftigkeit – zumindest an einem Namen lässt sich das Dilemma fest machen: Torhüter Boris Rousson, der sowohl in München wie Hamburg für den Konzern spielt(e).

Obwohl der Kanadier gewiss nicht sein bestes Jahr hat - wie der gesamte Klub - und unter anderem in Mannheim und Köln fünf, beziehungsweise sechs Tore kassierte: Am Dienstagabend hielt er überragend und machte, neben einigen individuellen Fehlern der Lions, den Unterschied aus. Gleich zu Beginn wehrte er zwei starke Aktionen von Michael Hackert ab, in der 28. Minute hielt er sogar einen Penalty von Pat Lebeau, nachdem zuvor schon Martin Reichel aussichtsreich an Rousson gescheitert war.

Auf der anderen Seite leisteten sich die Lions ungewöhnliche Schwächen im Spiel vier gegen vier. Denn da spielte der Deutsche Meister, speziell die Verteidiger, viel zu offensiv, so dass Jacek Plachta beim 0:1 (3.) und Brendon Reid beim 1:2 (30.) jeweils bei ihren Kontern frei standen. „Unsere Verteidiger sind da viel zu tief ins gegnerische Drittel rein“, so Lions-Coach Rich Chernomaz, der nach seinem familiär bedingten Kurztrip nach Kanada (Schwager an Krebs erkrankt) wieder an der Bande stand und die Reihen umgestellt hatte (so spielte zwei Drittel lang Lebeau mit Beaucage und Kohmann, statt mit Norris und Young), „das war typisch für unser konfuses Spiel.“ Das zwischenzeitliche 1:1 durch Stéphane Robidas half daher wenig, zumal sich ausgerechnet der erfahrene Dwayne Norris in der 36. Minute einen doppelten Schnitzer leistete. Erst erzielte sein Gegenspieler Jürgen Rumrich das 1:3, dann verpasste er diesem auch noch einen Stockschlag und im nachfolgenden Powerplay traf Hamburg durch Reid (38.) zum 1:4. Sowohl bei diesem Tor als auch beim zweiten von Reid sah zudem Lions-Goalie Ian Gordon nicht glücklich aus, weil der Puck über das kurze Eck sein Ziel fand.

Dann wurde es hektisch und die Lions setzten zu ihrem gefürchteten Endspurt an. „In Frankfurt kann man sich trotz eines Drei-Tore-Vorsprungs nie sicher sein“, so Freezers-Co-Trainer Mike Schmidt später. Allerdings war der Schlussspurt ein holpriger. Denn Peter Ratchuks 2:4 (45.) wurde von Hamburg durch Shane Peacocks Unterzahltor zum 2:5 (48.) gekontert, als ein Linesman im Weg stand und dadurch Pat Lebeau den Puck nicht unter Kontrolle bringen konnte, so hatte Peacock plötzlich freie Bahn. Es spricht für die Moral der Frankfurter Mannschaft, dass sie sich in den letzten fünf Minuten noch einmal heran kämpfte und um ein Haar fast noch den Ausgleich erzielt hätte. Bei 5-4 fälschte Martin Reichel einen Schuss von Francois Bouchard ab (55.), dann schaffte Dwayne Norris bei 5 gegen 3 das Tor zum 4:5. Nun nahmen beide Teams wenige Sekunden nacheinander eine Auszeit. Letztlich aber retteten die Hamburger dank Rousson, der noch eine Großchance von Lebeau vereitelte, den Vorsprung über die Zeit – und bestätigte die Statistik: Wenn die Freezers 1:0 gegen Frankfurt führen, gewinnen sie auch. „Das war zwei Drittel dummes Eishockey“, ärgerte sich Lions-Trainer Rich Chernomaz später, „wir haben zu viele Fehler in der offensiven Zone gemacht und damit Hamburg zu Kontern eingeladen. Wir müssen lernen, wieder härter zu arbeiten und weniger egoistisch zu spielen.“

Statistik:

0:1 (02:59) Plachta (Purdie, Van Impe) 4-4

1:1 (04:05) Robidas (Lebeau, Young) 5-4 PP

1:2 (29:35) Reid (Johnson, Van Impe) 4-4

1:3 (36:08) Rumrich (Purdie, Van Impe) 5-4 PP

1:4 (37:11) Reid (Van Impe, Johnson) 5-4 PP

2:4 (44:35) Ratchuk (Lebeau, Norris)

2:5 (47:18) Peacock SH 1

3:5 (54:50) Reichel (Beaucage, Bouchard) 5-4 PP

4:5 (56:00) Norris (Ratchuk) 5-3 PP

Strafzeiten: Frankfurt: 20 – Hamburg: 24

Zuschauer: 7000 (Ausverk.)

SR: Rademaker (Krefeld)


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