„Rosige“ Abwehrarbeit im SlotMünchen – Berlin 5:3

Lesedauer: ca. 3 Minuten

Der personell gebeutelte Titelverteidiger, bei dem nun auch Verteidiger Shawn Lalonde verletzt ausfiel und fortan durch den jungen Thomas Supis von Kooperationspartner Dresdner Eislöwen ersetzt wird, begann äußerst druckvoll. Schon in der 3. Minute konnte Casey Borer einen scharfen Querpass von rechts durch Kristopher Sparre ungehindert am langen Pfosten über die Linie drücken. Wenig später hatte Barry Tallackson keine Mühe, einen kurzen Paß von Florian Busch, im Slot stehend, unhaltbar zu verwandeln. Vier weitere Minuten später erfuhr dann Toni Ritter, als er sich von rechts Richtung Eisbären-Tor durchspielte und sein Flachschuss aus spitzem Winkel von Pfosten zu Pfosten, nicht aber ins Tor sprang, dass auch die Berliner nicht sonderlich geneigt waren, den Platz vor dem eigenen Tor mit Nachdruck zu verteidigen. Ryan Duncan zog daraus den richtigen Schluss, postierte sich allein vor Rob Zepp und hatte so alle Zeit, im dritten eigenen Versuch den Anschlusstreffer zu erzielen. Und weil das so schön funktionierte, trug sich auch Jan Urbas kurz darauf in die Torschützenliste ein, indem er einen Pass aus der linken Ecke vor Zepps Gehäuse annahm, den Keeper umspielte und den Puck dann flach mit Rückhand zum Ausgleich in die Maschen legte.

Mit viel Tempo begannen beide Kontrahenten den Mittelabschnitt, doch erst ein Überzahlspiel verhalf den Hausherren zur ersten Führung des Abends: Duncan setzte nach einem Querpass seinen Handgelenkschuss aus halbrechter Position und zehn Metern Entfernung passgenau in den Fanghandwinkel des Berliner Nationalkeepers. Und mit einer Kopie des ersten Eisbären-Treffers sorgte kurz darauf Daniel Sparre am langen Pfosten, völlig ungehindert vom neben ihm postierten James Sharrow, für die Vorentscheidung zugunsten der Red Bulls. Zu allem Überfluss verletzte sich Eisbären-Kapitän André Rankel bei einer Aktion an der Bande am Knie, soll aber schon am kommenden Freitag nach erster Einschätzung wieder eingesetzt werden können.

Im letzten Drittel entwickelte der amtierende Meister nochmals viel Druck, um die achte Saisonniederlage abzuwenden und wurde zunächst belohnt: T.J. Mulock setzte einen verdeckten Schlagschuss nach gerade abgelaufenem Überzahlspiel von der blauen Linie zum Anschlusstreffer in die Münchner Maschen. Die bayerischen Landeshauptstädter kamen kaum noch aussichtsreich vor das Gästegehäuse. Und als Zepp gut eine Minute vor Spielschluß seinen Kasten zugunsten eines sechsten Feldspielers verließ, schien der Ausgleich zum Greifen nahe. Doch bei einem Bully an Münchens blauer Linie behinderten sich symptomatisch zwei Berliner gegenseitig, so dass Daniel Bois die frei liegende Scheibe von dort zur Entscheidung ins verwaiste Tor der Spree-Athener schießen konnte.

Red-Bull-Trainer Pierre Pagé sah anschließend in der Unterstützung seiner Fans, die gerade ihn in der vorangegangenen Woche auf diversen Internet-Plattformen zum Teil scharf kritisiert hatten, „den großen spielentscheidenden Unterschied“. Gleichwohl räumte er ein, dass seine „Spieler zwar engagiert kämpfen, aber Defensive nicht buchstabieren können“. Als Gründe der zuletzt eher schwachen Leistungen seines Teams führte er ein wohl zu kompliziertes Spielsystem und unzureichende Fitness vieler seiner Akteure an, obwohl in der Vorbereitung „alles noch sehr gut funktioniert“ habe. Sein Gegenüber Jeff Tomlinson beklagte vor allem „große individuelle Fehler in der Verteidigung“ und führte diese insbesondere auf die Unerfahrenheit seiner jungen Akteure zurück. Sein Team habe „gut angefangen, doch dann aufgehört, zu spielen“. Mit der Aggressivität im letzten Spielabschnitt war er hingegen zufrieden: „Darauf lässt sich aufbauen!“

Der Hauptstadt-Club wird am kommenden Sonntag beim Heimspiel gegen die Krefeld Pinguine ein weiteres Mal in seinen rosa Trikots auflaufen. Bereits im dritten Jahr hintereinander unterstützt der Meister damit die Arbeit des Susan G. Komen Deutschland e.V., der sich der Forschungsfinanzierung und Aufklärung über Brustkrebs zum Ziel gesetzt hat. Dieses Engagement wurde vom damaligen Kapitän Stefan Ustorf initiiert, dessen Frau Jahre zuvor an Brustkrebs erkrankt war. „Wir möchten die Aktion jedes Jahr weiterentwickeln ... und die Aufmerksamkeit fürs Thema Brustkrebs weiter erhöhen“, freut sich Manager Peter John Lee über das fortgesetzte Engagement seines Teams. Im letzten Jahr konnte im Zusammenwirken mit den Eisbären-Fans ein Betrag von über 10.000 Euro zusätzlich zur hergestellten öffentlichen Aufmerksamkeit vom Meister gespendet werden. - Auf die „rosa motivierte“ Abwehrarbeit seiner Mannen wird Lee aber sicher demnächst verzichten wollen.

Tore: 0:1 (3.) Borer (Sparre), 0:2 (7.) Tallackson (Baxmann, Busch) 5-4, 1:2 (13.) Duncan (Richmond, Sparre), 2:2 (16.) Urbas (Ritter, DiSalvatore), 3:2 (26.) Duncan (Lewis, Richmond) 5-4, 4:2 (28.) Sparre (Duncan, DiSalvatore), 4:3 (52.) Mulock (Schlenker), 5:3 (60.) Bois (Maurer) 5-6 ENG

Strafen: München 8, Berlin 6 + Matchstrafe für Weiß
HSR: Bauer, Klau, LSR: Büse, Velkoski
Zuschauer: 3.599


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