Roosters triumphieren mit 6:0 an der Brehmstraße

Roosters: Fünf Tore im Schlussdrittel lassen die Fans jubelnRoosters: Fünf Tore im Schlussdrittel lassen die Fans jubeln
Lesedauer: ca. 4 Minuten

Nach den Wölfen Freiburg besiegten die Iserlohn Roosters auch die DEG Metro Stars mit 6:0! Für die Roosters war es in vier DEL-Spielzeiten der höchste und insgesamt zweite Erfolg im "Eistempel" an der Brehmstraße. Die Anfangsminuten des ersten Drittels gestalteten beide Teams ausgeglichen. Vikingstad prüfte zunächst Mike Fountain im Iserlohner Tor. Als Düsseldorfs Jakobsen die erste Strafzeit im Spiel vom gut leitenden Schiedsrichter Hellwig aufgebrummt bekam, verpassten Adams, Cipolla und Bartolone mit Distanzschüssen knapp das Tor oder scheiterten an Trefilov im DEG Gehäuse.

Die Metro Stars machten es in Überzahl (5-3) nicht besser. Young und Jakobsen vergaben gute Möglichkeiten im Powerplay zur Führung, als Henderson und Melanson auf der Sünderbank saßen.

Herrlich, wie in der 12. Minute der Norweger Vikingstad nach schön anzusehender Einzelaktion für Unterluggauer auflegte, dieser aber kanpp das Tor verfehlte. In den folgenden Minuten des ersten Drittels schien die DEG immer besser ins Spiel zu kommen. Die Roosters gingen rustikaler zu Werke und kauften damit den Landeshauptstädtern mehr und mehr den Schneid ab. Higgins vergab in der 18. Minute eine weitere gute Gelegenheit, als er frei vor Trefilov auftauchte. Gute Gelegenheiten für die DEG in den Schlusssekunden des ersten Drittels auch durch Tory und Neuzugang Thureson, als Brüggemann auf der Strafbank saß. Eine weitere Strafe gegen Melanson wurde 17 Sekunden vor Drittelende ausgesprochen.

Außer einem Tory-Schuss, der knapp am Iserlohner Tor vorbei strich, brachte die DEG aber wenig in der verbliebenen Powerplayzeit zu Stande. Effektiver dagegen die Roosters im zweiten Abschnitt. Mit einem Doppelschlag binnen 53 Sekunden legten die Roosters zwei Tore vor. Zunächst schaffte Bartolone in Überzahl die 0:1 Führung mit einem Schlagschuss durch die "Hosenträger" von Trefilov. Cipolla und King hatten die Beihilfen gegeben. Nur 53 Sekunden später stand Sandrock goldrichtig und lenkte Straubes Schuss zum 0:2 in die Maschen. Düsseldorf wirkte nach den beiden Treffern wie gelähmt und spielte viel zu ideenlos. Iserlohn lauerte auf seine Konterchancen und nutzte sie im Stile einer Klassemannschaft. "Heimkehrer" Collin Danielsmeier traf im Fallen zur 0:3 Vorentscheidung (31.). Danielsmeier hatte sich nahtlos ins Spiel eingefügt und krönte seine gute Leistung mit diesem Treffer. Damit aber noch nicht genug. Immer wieder konnten die Sauerländer gefährliche Konter fahren. Allein Higgins hatte zwei hochkarätige Möglichkeiten in der 32. und 34. Minute. Bei der DEG lief zu diesem Zeitpunkt nicht viel zusammen und die Fans skandierten "Wir wollen Euch kämpfen sehen". Zu Recht, denn das Komma-Team spielte viel zu kompliziert und ließ den letzten Biss in den Zweikämpfen vermissen. Die wenigen guten DEG Gelegenheiten waren eine sichere Beute des starken Mike Fountain im Iserlohner Tor. Endgültig auf Sieg wurden die Weichen in der 36. Minute gestellt. Cipolla "tanzte" einen DEG Verteidiger aus und versenkte frei vor Trefilov eiskalt in die rechte Ecke zur 0:4 Pausenführung der Roosters.

Zu Beginn des letzten Drittels verflachte das Spiel etwas. Iserlohn kontrollierte das Spiel und bei der DEG lief nach vorne nicht mehr viel zusammen. Für Aufsehen sorgten dagegen wieder einmal einige Unverbesserliche Fans beider Lager, die sich Auseinandersetzungen auf den Rängen lieferten.

Auf dem Eis nahmen dagegen die Roosters langsam aber sicher wieder Fahrt auf. Verwey zog in der 46. Minute allen auf und davon. Ganz stark, wie er Trefilov nicht den Hauch einer Chance liess und die Scheibe in den linken Torwinkel zum hochverdienten 0:5 versenkte.

Brüggemann, Straube und King vergaben weitere Gelegenheiten für die Roosters. Für die DEG verpasste Magnusson knapp den Ehrentreffer (50.).

Düsseldorfs Mikesch wollte zwischenzeitlich seinen Frust an Melanson auslassen, kassierte bei der darauffolgenden Boxeinlage aber heftige Prügel. Ärgerlich, dass David Cooper drei Minuten vor Ende der Partie erneut eine Disziplinarstrafe kassierte und deshalb den Roosters am Sonntag gegen Kassel nicht zur Verfügung stehen wird. Den Schlusspunkt unter, den aus Iserlohner Sicht sehr schönen Eishockeyabend, setzte 27 Sekunden vor Spielende Matt Higgins. Er stand am linken Pfosten frei und verwandelte den Pass von Melanson zum, auch in der Höhe verdienten, 0:6 Endstand. Zu diesem Zeitpunkt hatten allerdings schon viele der 6023 Zuschauer die Halle frustriert verlassen. Mike Fountain feierte damit seinen zweiten Shut-out hintereinander. Er und das Team wurden nach der Schlusssirene von den rund 500 mitgereisten Fans frenetisch gefeiert.

Auf der anschließenden Pressekonferenz versicherte DEG Trainer Mike Komma, dass sein Team auch nach dieser Niederlage und der aus seiner Sicht schlechtesten Saisonleistung wieder den Weg in die Erfolgsspur finden werde. Das sei auch nach dem schlechten Saisonstart gelungen. Iserlohn habe seinem Team von Anfang an den Schneid abgekauft. Es sei für die DEG Anhänger sicherlich nicht leicht gewesen dieses Spiel bis zum Ende mit anzusehen, so Komma weiter.

Sein Gegenüber Doug Mason bescheinigte seinem Keeper Mike Fountain eine hervorragende Leistung. Collin Danielsmeier habe ihn und das Team auch durch sein Tor begeistert. Für ihn sei es eine leichte Aufgabe eine Mannschaft, die so motiviert sei, zu coachen. Er habe in seinem Team viele große Spieler, die 90 Kilo und schwerer sind. Das habe sich in diesem Spiel ausgewirkt und selbst die kleineren Spieler hätten so gespielt, als würden sie 90 Kilo wiegen, attestierte Mason in seinem Statement den Roosters eine tolle Leistung. (MK)

Tore:

0:1 (23:07) Bartolone (Cipolla, King 5-4), 0:2 (24:00) Sandrock (Straube, Danielsmeier), 0:3 (30:07) Danielsmeier (Fritzmeier), 0:4 (35:06) Cipolla (King, Melanson), 0:5 (45:29) Verwey (Brüggemann, Fritzmeier), 0:6 (59:33) Higgins (Melanson, Fritzmeier 5-4)

Schiedsrichter: Hellwig (Krefeld)

Strafminuten: DEG 14, Roosters 18+20 (Cooper)

Zuschauer: 6 023 (darunter ca. 500 mitgereiste Schlachtenbummler aus Iserlohn)

Jetzt die Hockeyweb-App laden!